Deutsche Lufthansa Aktie 1089595 / US2515613048
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06.05.2026 16:27:00
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Aktie mit Plus: Lufthansa steigert Umsatz und verbessert Marge im ersten Quartal - Siwss macht mehr Gewinn
Die Lufthansa Group hat ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 gesteigert und ihren operativen Verlust stärker verringert als erwartet.
Der Konzernumsatz legte im Zeitraum Januar bis März um 8 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbessertes sich um 110 Millionen auf 612 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei minus 7,0 Prozent nach minus 8,9 Prozent. Der Konzernverlust verringerte sich auf 655 Millionen von 885 Millionen Euro, der Verlust je Aktie lag bei 55 Cent nach 74 Cent.
Der bereinigte freie Cashflow stieg um 65 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.
Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 8,78 Milliarden Euro, einem bereinigten EBIT von minus 659 Millionen Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von 7,6 Prozent gerechnet. Den freien Cashflow sahen sie bei 1,41 Milliarden Euro.
In laufenden Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern weiterhin eine "signifikante" Verbesserung des bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro sowie eine weitere Verbesserung seiner Marge. Die Nachfrage sei robust, aber die Unsicherheit habe sich erhöht.
Swiss fliegt im ersten Quartal mehr Gewinn ein
Die Swiss bleibt trotz dem Gewinnsprung zum Jahresstart auf der Kostenbremse. Denn der Gegenwind nehme zu, erklärte die Lufthansa-Tochter am Mittwoch.
Angesichts der Verdoppelung der Kerosinpreise, die allmählich auf die Rechnung der Swiss durchschlagen würden, "müssen wir umso intensiver an den Effizienzsteigerungen und Kostenmassnahmen arbeiten, die wir bereits weit vor der Krise im Nahen Osten eingeleitet haben", erläuterte Finanzchef Dennis Weber in einem Communiqué. Denn neben der angespannten Marktlage habe die Swiss auch strukturelle Herausforderungen.
Die Swiss kämpft nicht nur mit dem Krieg im Mittleren Osten und den steigenden Treibstoffpreisen, sondern auch mit hausgemachten Problemen. So stehen eine Reihe Flugzeuge am Boden, weil Triebwerke oder Piloten fehlen. Um dennoch fliegen zu können, muss die Swiss Flugzeuge samt Besatzung von anderen Airlines mieten (im Fachjargon "Wetlease" genannt).
So konnte die Swiss im ersten Quartal lediglich 29'600 Flüge durchführen. Das ist ein deutlicher Rückgang von 7,1 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum. Die angebotenen Sitzkilometer (ASK) gingen um 3,4 Prozent zurück. Diese Kennzahl gilt als Leistungseinheit im Luftverkehr.
Gleichzeitig stieg die Nachfrage, so dass die Maschinen deutlich stärker besetzt waren. Im Schnitt war die Auslastung um 3,4 Prozent höher als vor einem Jahr. "Trotz des kleineren Angebots konnten wir die Nachfrage gut nutzen", sagte Weber.
Sparmassnahmen bleiben
Trotz dem Gewinnsprung lasse sich das Ergebnis des Startquartals nicht einfach fortschreiben, sagte Swiss-Chef Jens Fehlinger. "Wir stehen weiterhin vor grundlegenden Herausforderungen in einem angespannten Umfeld: Triebwerke fehlen, unsere Produktivität ist rückläufig, der Kostendruck bleibt hoch. Beim Treibstoff sind wir mit einem massiven Preisanstieg konfrontiert."
Die Swiss müsse einfacher und effizienter werden. Dazu gehöre auch ein neuer Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Piloten, sagte Fehlinger: "Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig."
Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss und die Edelweiss gehören, hat Mitte April neue Sparmassnahmen angekündigt. Demnach werden keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt.
Im März hatte die Swiss zudem mitgeteilt, dass alle rund 4000 Kabinenmitarbeiter an der Basis in Zürich ein "Angebot eines freiwilligen Abgangs" erhalten hätten. Dies gehe mit einer entsprechenden Entschädigung einher. Das Angebot sei auf positive Resonanz gestossen, sagte ein Swiss-Sprecher vor drei Wochen. Einige Beschäftigte hätten das Angebot bereits angenommen.
Gute Nachfrage im Sommer
Immerhin sei die Nachfrage für den Sommer robust. Besonders auf den Asienrouten bleibe die Nachfrage sehr hoch, was entsprechend zu höheren Durchschnittserlösen führe, hiess es am Mittwoch weiter. Die Kunden würden immer kurzfristiger buchen. Gleichzeitig sei die Nachfrage in den Premiumklassen weiterhin sehr hoch. "Dennoch bleibt die Lage sehr volatil, was Prognosen erschwert."
Es sei das Ziel, den Flugplan trotz der dynamischen Situation so stabil wie möglich zu halten, hiess es weiter. Die Swiss beobachte daher die Entwicklungen rund um die Treibstoffversorgung kontinuierlich und prüfe verschiedene Szenarien, um im Bedarfsfall schnell die bestmöglichen Lösungen für die Fluggäste zu finden.
Darüber hinaus arbeite die Swiss gemeinsam mit der Lufthansa-Group, Partnern und Behörden intensiv daran, eine zuverlässige Treibstoffversorgung sicherzustellen. Details dazu nannte die Fluggesellschaft nicht. Durch die Sperrung der Strasse von Hormus befürchten Experten Versorgungsengpässe bereits im Sommer.
Wechsel an der Spitze des Swiss-Verwaltungsrats
Bei der Swiss kommt es zu einem Wechsel im Präsidium: Verwaltungsratspräsident Reto Francioni, der die Fluggesellschaft unter anderem durch die Corona-Pandemie führte, tritt im Sommer 2026 nach zehn Jahren an der Spitze nicht mehr zur Wiederwahl an.
Die Nachfolge übernimmt mit Ablauf der nächsten Generalversammlung Dieter Vranckx, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Vranckx ist derzeit Vizepräsident des Swiss-Verwaltungsrats und Geschäftsleitungsmitglied der Swiss-Mutter Lufthansa.
Für die Swiss ist der designierte Präsident ein bekanntes Gesicht: Von 2021 bis Mitte 2024 war er bereits Konzernchef der Airline. Aktuell ist er beim Mutterkonzern als Chief Commercial Officer für die Bereiche Globale Märkte, kommerzielle Steuerung der Hubs, Customer Experience sowie Konzernmarkenführung verantwortlich. Vranckx wurde 1973 geboren und hat sowohl die schweizerische als auch die belgische Staatsbürgerschaft.
Der abtretende Gremiumsleiter Francioni, geboren 1955, war unter anderem CEO der Deutschen Börse und Präsident der Schweizer Börse. Seit 2006 ist der Schweizer ausserdem Professor für angewandte Finanzmarktforschung an der Universität Basel.
Die Lufthansa-Aktie gewinnt im XETRA-Handel zeitweise 6,21 Prozent auf 8,21 Euro.
Dow Jones Newswires/Zürich (awp)
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