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Geändert am: 30.09.2022 22:11:24

Erneuter Stabilisierungsversuch: SMI und DAX letztlich fester -- US-Börsen geben vor dem Wochenende deutlich nach -- Asiatische Börsen schliessen mehrheitlich im Minus

Der US-Aktienmarkt notierte vor dem Wochenende klar im Minus. Der heimische und der deutsche Aktienmarkt zeigten sich im Freitagshandel mit festeren Notierungen. Die asiatischen Börsen verloren auch am letzten Handelstag der schwachen Woche an Wert.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt lockte am Freitag wieder mehr Anleger an.

Der SMI stieg zu Handelsbeginn und blieb im weiteren Verlauf in der Gewinnzone. Er ging mit Gewinnen von 1,39 Prozent bei 10'267,55 Einheiten ins Wochenende.

Die Nebenwerteindizes SPI und SLI folgten der positiven Tendenz des Leitindex. Der SPI schloss 1,48 Prozent höher bei 13'166,38 Zählern, der SLI beendete die Woche 1,84 Prozent im Plus bei 1'538,08 Punkten.

Zum Ende dieser Börsenwoche gelang es den Investoren am Schweizer Aktienmarkt, die entstandenen Schäden der letzten Tage einzudämmen. Für den September und auch das dritte Quartal dämmt er damit die Verluste zumindest ein. Händler sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem Rezessions- Inflations- und Zinssorgen auch in den letzten Tagen immer wieder für Verkaufswellen an den Märkten gesorgt hatten.

Der Markt sei denn auch auf kurze Sicht überverkauft, hiess es in einem Kommentar. Anleger hätten ihre Aktienpakete abgebaut und stattdessen zuletzt Cash gehortet. "Die Stimmung am Markt ist so schlecht wie seit 2009 nicht mehr."

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt zeigte am Freitag eine Stabilisierung und ging in Grün ins Wochenende.

Der DAX stieg zum Börsenstart und blieb daraufhin auf grünem Terrain. Zur Schlussglocke stand ein Plus von 1,16 Prozent bei 12'114,36 Zählern an der Tafel.

Für etwas Zuversicht sorgte im DAX, dass sich die 12'000er-Marke schon den zweiten Tag in Folge als Unterstützungsmarke erwies.

Für das deutsche Börsenbarometer neigte sich ein tiefroter Monat dem Ende zu. Anhaltende Inflations-, Zins- und Konjunktursorgen drückten den DAX seit Ende August um etwa 5,5 Prozent. "Die Stimmung bleibt geradezu depressiv", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners auch mit Blick auf das Ringen um die Marke von 12'000 Punkten bei gleichzeitigem 22-Monats-Tief im US-Standardindex S&P 500.

Unter den Einzelwerten standen die Papiere der Porsche AG weiter im Fokus. Die Sportwagentochter von Volkswagen feierte tags zuvor inmitten angespannter Finanzmärkte den grössten deutschen Börsengang seit der Telekom im Jahr 1996. Der Ausgabepreis je Vorzugsaktie von 82,50 Euro konnte im XETRA-Handel bisher verteidigt werden.

WALL STREET

Am Freitag zeigten sich die US-Börsen deutlich schwächer.

Der Dow Jones musste zum Handelsschluss einen Verlust von 1,71 Prozent auf 28'725,51 Punkte verbuchen. Zum Handelsstart hatte er 0,35 Prozent leichter bei 29'123,03 Punkten notiert und war anschliessend sogar in die Gewinnzone gedreht, bevor die Anleger wieder kalte Füsse bekamen und sich zurückzogen. Der technologielastige NASDAQ Composite schloss bei 10'575,62 Zählern um 1,51 Prozent tiefer. Er hatte anfänglich 0,37 Prozent auf 10'697,71 Zähler verloren, war dann zunächst ebenfalls ins Plus gedreht, konnte die Gewinne im späten Handel aber nicht mehr verteidigen und fiel klar auf rotes Terrain.

Zum Ende eines trüben Börsenmonats hat die Wall Street am Freitag anfängliche Gewinne wieder eingebüsst. Die zuletzt dominanten Zins- und Inflationssorgen rückten einmal mehr stärker in den Fokus der Anleger. Die US-Notenbank Fed stemmt sich seit geraumer Zeit mit starken Zinserhöhungen gegen die hohe Inflation und hat weitere kräftige Zinserhöhungen signalisiert. Nun sagte die Vizechefin der Notenbank, Lael Brainard, zwar, dass man die Auswirkungen der steigenden Kreditkosten auf die Stabilität der Weltmärkte beobachten müsse. Die Anleger reagierten darauf jedoch nur kurz erleichtert.

Die Sorgen in Bezug auf eine weiter steigende Inflation haben am Freitag zudem neue Nahrung erhalten. Denn der Inflationsdruck in den USA hat im August erneut zugenommen. Der Kern-PCE-Deflator stieg um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg um 4,6 Prozent im Vormonat. Der Deflator ist der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindikator.

Zudem hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Grossraum Chicago im September deutlich abgekühlt. Der Index der Uni Michigan für die Verbraucherstimmung hat sich im September dagegen aufgehellt. "Bei der Abwägung zwischen Wachstum und Inflation wird sich die Fed für die Inflation entscheiden", sagte Desmond Lawrence, Senior Investment Strategist bei State Street Global Advisors. "Das ist der Grund für die Unruhe, die wir vor allem in der letzten Woche hatten". "Dies ist eine Art Erleichterungsrally nach dem jüngsten grossen Ausverkauf", so Lawrence. "Wir haben aber immer noch eine sehr nüchterne Einschätzung für die kommenden Monate".

Unter den Einzelwerten büssten Nike deutlich ein. Der US-Sportartikelhersteller hat nach einem Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal angesichts hoher Lagerbestände im Vorfeld des wichtigen Weihnachtsgeschäfts einen trüben Ausblick gegeben. Der Abbau wird dem Management zufolge mit stärkeren Rabattaktionen einhergehen. Im gegenwärtigen Umfeld mit hohen Inflationsraten, unsicherer Verbrauchernachfrage und Umsatzrückgängen in China wird dies zusätzlich auf die Margen drücken.

ASIEN

Asiens Börsen schlossen vor dem Wochenende am Freitag überwiegend unterhalb der Nulllinie.

Der Nikkei in Japan verlor letztlich 1,84 Prozent auf 25'937,21 Punkte.

Für den Shanghai Composite ging es bis Handelsende um 0,55 Prozent auf 3'024,39 Zähler runter. In Hongkong gewann der Hang Seng dagegen zu Handelsschluss 0,33 Prozent auf 17'222,83 Einheiten hinzu.

Verluste in unterschiedlichem Ausmass verzeichneten die asiatischen Börsen am Freitag. Deutliche Abschläge werden in Japan verzeichnet, an den anderen Börsen ging es dagegen nur minimal nach unten. Die Wall Street musste gestern am Vortag kräftig Federn lassen, weil die gängigen Ängste vor steigenden Zinsen und drohender Rezession für neue Verkaufswellen sorgte. Daneben drückte die Lage im Ukrainekrieg auf die Stimmung, wo Russland die Annexion ukrainischer Territorien vollzieht.

Dass die japanische Industrieproduktion im August besser ausfiel als erwartet, sorgte nicht für Erleichterung, zumal gute Konjunkturdaten eher die Straffungspolitik der Notenbanken befeuern, wie die Entwicklung an der Wall Street gerade erst zeigte. Eine Operation zum Kauf von Staatsanleihen durch die Bank of Japan entsprach im Umfang der vorhergehenden Aktion und half den Kursen ebenfalls nicht auf die Sprünge.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


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Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com


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