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Mitarbeiter-Memo 03.10.2022 17:58:00

Credit Suisse-Aktie erneut kräftig unter Druck: Anleger befürchten Kollaps - CEO sieht Strategieüberprüfung auf Kurs

Credit Suisse-Aktie erneut kräftig unter Druck: Anleger befürchten Kollaps - CEO sieht Strategieüberprüfung auf Kurs

Der CEO der Credit Suisse hat sich angesichts negativer Schlagzeilen und eines taumelnden CS-Aktienkurses erneut an die Mitarbeitenden gewandt.

Die Bank sei mit ihrer Strategieüberprüfung "gut auf Kurs", versicherte CEO Ulrich Körner in einem Memo vom Freitag, das AWP vorliegt. Eine CS-Pressesprecherin bestätigte den Inhalt.

Es werde zweifellos bis Ende Oktober noch "mehr Lärm" an den Märkten und in den Medien geben, schrieb Körner in dem Memo. Er könne den Mitarbeitenden nur raten, "diszipliniert und weiterhin nahe an Kunden und Kollegen" zu bleiben. Details des Umbauplans könne die Bank vor dem 27. Oktober nicht bekanntgeben, bekräftigte er.

Die Performance des Aktienpreises solle nicht über die starke Kapitalbasis und Liquiditätsposition der Bank hinwegtäuschen, heisst es in dem Memo weiter. "Ich weiss, dass es nicht einfach ist, angesichts der vielen Artikel in den Medien fokussiert zu bleiben - vor allem angesichts der viele unrichtigen Behauptungen."

Der Aktienkurs der CS war in den vergangenen Tage auf neue Rekord-Tiefstwerte von unter 4 Franken abgesackt, auf Jahressicht hat der CS-Titel nun 55 Prozent verloren. Der Kurszerfall erfolgte nach zahlreichen Spekulationen über die bevorstehende Restrukturierung und Berichte über eine mögliche Kapitalerhöhung durch die angeschlagene Grossbank. Bereits in der vergangenen Woche hatte die CS-Führung die Belegschaft mit einem Memo zu beruhigen versucht.

CS-Aktien zum Wochenstart erneut im freien Fall

Bei der CS sorgen weitere Medienberichte vom Wochenende für erneut tiefere Notierungen. Die schon arg gebeutelten Aktien der Credit Suisse geben am Montagmorgen zeitweise zweistellig nach markieren damit ein neues Allzeittief. Am Nachmittag wird das Minus allmählich etwas kleiner. Als Grund für die erneuten Verluste gilt laut Händlern, dass immer mehr Anleger einen finanziellen Kollaps der Grossbank befürchten. "Wir haben das Wochenende damit verbracht, darüber zu diskutieren, ob die Credit Suisse nun endgültig pleitegeht oder nicht, während die Führungskräfte der Bank ihr Wochenende damit verbrachten, den Anlegern zu versichern, dass die Bank über eine starke Kapitalposition und Liquidität verfügt, um einen weiteren Kursabsturz zu vermeiden", fasst eine Händlerin die aktuelle Gemengelage zusammen.

Am Montag verlor das CS-Papier an der SIX nun 0,93 Prozent auf 3,939 Franken. Bei 3,518 Franken markierten sie zuvor ein neues Allzeittief. Seit Anfang Jahr haben sie somit nun mehr als 60 Prozent ihres Wertes verloren.

Laut Börsianern wird derzeit wild über die Finanzkraft der Gruppe und die möglicherweise anstehenden Restrukturierungen diskutiert. Ausdruck dieser Spekulationen sei, dass die Preise für Absicherungspapiere gegen eine Pleite der Bank - sogenannte Credit Default Swaps - massiv angestiegen seien.

"Das bedeutet, dass der Markt einen Ausfall einer der grössten Schweizer Banken aggressiv einpreist", heisst es in einem Kommentar der Swissquote-Experten. Und sie fügen an: "Ist das möglich? Ja, es ist möglich, aber höchst unwahrscheinlich." Denn die CS sei mit Sicherheit "too big to fail".

Am Freitag hatte das Management in diesem Zusammenhang noch Durchhalteparolen ausgegeben. Die Performance des Aktienpreises solle nicht über die starke Kapitalbasis und Liquiditätsposition der Bank hinwegtäuschen, hatte es in einem Memo an die Mitarbeiter geheissen, welches publik wurde. Ausserdem sei die Bank mit ihrer Strategieüberprüfung "gut auf Kurs".

Am Wochenende gab es ausserdem einen Bericht der "NZZ am Sonntag". Demnach soll es Gespräche mit Grossinvestoren über eine mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung, wie spekuliert worden war, gar nicht gegeben haben. Vor gut einer Woche hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Situation vertrauten Personen geschrieben, die Credit Suisse habe bereits vor einigen Wochen damit begonnen, bedeutende Anleger auf eine Kapitalerhöhung einzustimmen.

Laut den Swissquote-Experten braucht die Bank nun entweder ein "Weihnachtswunder", dass der neue CEO wie versprochen die Bank innert 100 Tagen auf Vordermann bringt. Die Alternative wäre gemäss dem Kommentar, dass die CS von einem Konkurrenten übernommen wird. Und auch eine Rettung durch den Staat sei nicht mehr auszuschliessen.

Einig sind sich alle Experten darin, dass die Zeit drängt. Die Analysten von JPMorgan können sich daher auch vorstellen, dass das Strategie-Update vorgezogen wird. Die Ergebnisse einer umfassenden Strategieüberprüfung sollen eigentlich zusammen mit den Resultaten zum dritten Quartal am 27. Oktober kommuniziert werden.

tp/cf

Zürich (awp)


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Bildquelle: Simon Zenger / Shutterstock.com,Pincasso / Shutterstock.com