Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.

JPMorgan Chase Aktie 1161460 / US46625H1005

Notenbank-Debatte 05.09.2026 23:01:00

JPMorgan-Analyse: Wenn die Fed seltener tagt - Risiken und Chancen für Aktieninvestoren

JPMorgan-Analyse: Wenn die Fed seltener tagt - Risiken und Chancen für Aktieninvestoren

Fed-Chef Kevin Warsh der New York Times zufolge über eine Reduzierung der jährlichen FOMC-Sitzungen nachdenken. Warum JPMorgan und Barclays diese Pläne kritisch beäugen.

• Warsh soll laut New York Times über weniger FOMC-Sitzungen pro Jahr nachdenken
• Der aktuelle Acht-Sitzungs-Rhythmus der Fed besteht seit den frühen 1980er Jahren
• Barclays und die DWS Group rechnen im Fall einer Reform mit mehr Marktvolatilität

Warsh bringt Reform des Sitzungskalenders ins Gespräch

JPMorgan Wealth Management berichtet unter Berufung auf die New York Times, dass Fed-Chef Kevin Warsh Kollegen Ende Juli 2026 mitgeteilt haben soll, dass er über eine Reduzierung der planmässigen FOMC-Sitzungen nachdenke. Warsh brachte die Idee demnach bei der FOMC-Sitzung im Juli ein, nachdem die Notenbank die Zinsen erneut in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen hatte. Er habe den Vorschlag als Diskussionspunkt und nicht als formalen Politikvorschlag präsentiert. Es sei weiterhin offen, ob und in welchem Umfang sich der Sitzungskalender ändern werde. Bei seiner Anhörung zur Bestätigung im April habe Warsh Senator Ruben Gallego gegenüber erklärt, vier Sitzungen im Jahr seien zu wenig, mehr als vier Termine halte er dagegen für angemessen.

Der Acht-Sitzungs-Rhythmus hat eine lange Geschichte

Der Federal Open Market Committee (FOMC) wurde mit dem Banking Act von 1935 als zentrales Gremium zur Koordinierung der Geldpolitik im Federal-Reserve-System geschaffen, das Gesetz schreibt mindestens vier Sitzungen pro Jahr vor. In der Praxis tagte die Fed über weite Strecken deutlich häufiger; 1956 kam das Gremium auf 19 Sitzungen, während es 1978 auf zwölf reguläre Termine plus mehrere Krisenschaltungen kam. Nach Angaben von JPMorgan führte erst der damalige Fed-Chef Paul Volcker 1981 den bis heute gültigen Rhythmus von acht Sitzungen pro Jahr ein. Laut einem Bericht von Investing.com datieren die Barclays-Analysten Michael McLean und Jonathan Millar die Umstellung dagegen auf das Jahr 1980, als Volcker den Kalender von zehn auf acht Sitzungen kürzte, um ihn an ein neues geldpolitisches Rahmenwerk mit Fokus auf Bankreserven statt auf den Leitzins anzupassen. Dieses Rahmenwerk sei nach drei Jahren wieder verworfen worden, der Acht-Sitzungs-Kalender habe sich jedoch gehalten. Auch bei einem reduzierten Kalender bleibt der Fed laut JPMorgan die Möglichkeit ausserplanmässiger Sitzungen erhalten, die vom Vorsitzenden oder von mindestens drei FOMC-Mitgliedern einberufen werden können, wie zuletzt im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie geschehen.

Marktbeobachter erwarten mögliche Folgen für die Volatilität

Warsh hat die Kommunikation der Notenbank bereits seit Amtsantritt gestrafft, unter anderem durch deutlich kürzere Sitzungsstatements und den Verzicht auf die Teilnahme an den Zinsprognosen im Rahmen der Summary of Economic Projections. Laut JPMorgan könnte ein reduzierter Sitzungskalender dazu führen, dass Marktteilnehmer einzelnen Konjunkturdaten und Fed-Kommentaren zwischen den Terminen mehr Gewicht beimessen. George Catrambone, Leiter des Bereichs Fixed Income Americas bei der DWS Group, geht laut CNBC davon aus, dass weniger Sitzungen die Volatilität erhöhen würden, da geringere Transparenz Marktteilnehmer zu mehr Absicherung und einer breiteren Streuung möglicher Ergebnisse zwinge. Die Fed-Präsidenten Neel Kashkari aus Minneapolis und Anna Paulson aus Philadelphia äusserten sich gegenüber CNBC offen für eine Diskussion über den Sitzungskalender. Barclays warnt zugleich laut Investing.com, dass ein selteneres Sitzungsschema das Gremium weniger reaktionsfähig auf konjunkturelle Entwicklungen machen und die verbleibenden Termine mit mehr Informationsgewicht und Unsicherheit belasten könnte. JPMorgan verweist zudem darauf, dass die Fed trotz der Diskussion bereits Sitzungstermine für den Rest dieses Jahres und für 2027 veröffentlicht hat, wobei die veröffentlichten Kalender revidiert werden können. Anleger sollten sich laut JPMorgan an ihrem Anlagehorizont, ihrem Liquiditätsbedarf und einer breiten Diversifikation orientieren, statt auf Schlagzeilen rund um den Fed-Kalender zu reagieren.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: tlegend / Shutterstock.com
In eigener Sache

Trading Signals: Take-Two Interactive - Das GTA VI-Fieber steigt

Gut fünf Wochen vor dem Verkaufsstart von GTA VI nimmt die Aktie von Take-Two Interactive Fahrt auf. Gut möglich, dass der Konzern schon vor dem Release des Gaming-Blockbusters die Prognose erhöht.

Weiterlesen!

Analysen zu JPMorgan Chase & Co.

  • Alle
  • Kaufen
  • Hold
  • Verkaufen
  • ?
15:21 JPMorgan Chase Outperform RBC Capital Markets
14:49 JPMorgan Chase Hold Jefferies & Company Inc.
25.09.26 JPMorgan Chase Hold Jefferies & Company Inc.
08.09.26 JPMorgan Chase Hold Jefferies & Company Inc.
03.08.26 JPMorgan Chase Hold Jefferies & Company Inc.
Eintrag hinzufügen

Erfolgreich hinzugefügt!. Zu Portfolio/Watchlist wechseln.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Kein Portfolio vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen des neuen Portfolios angeben. Keine Watchlisten vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen der neuen Watchlist angeben.

CHF
Hinzufügen

Wo sind Aktien noch günstig? Chancen abseits des KI-Hypes – Wallstreet Live mit Tim Schäfer

KI-Aktien, Halbleiter und grosse US-Technologiewerte dominieren seit geraumer Zeit die Börse. Doch während dort die Bewertungen teilweise deutlich gestiegen sind, stellt sich für langfristige Anleger eine andere Frage: Wo gibt es abseits des KI-Booms noch interessante Unternehmen zu attraktiven Bewertungen?

Im Gespräch mit direkt aus New York geht es um unterschätzte Branchen, abgestürzte Qualitätsaktien und die Frage, wie Anleger interessante Unternehmen finden können, wenn gerade nicht der grosse Hype dahintersteht.

https://bxplus.ch/wall-street-live-mit-tim-schaefer/

Wo sind Aktien noch günstig? Chancen abseits des KI-Hypes – Wallstreet Live mit Tim Schäfer

Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 14’479.44 19.97 S2B9EU
Short 14’789.16 13.81 SL4BRU
Short 15’321.33 8.98 BSUBQU
SMI-Kurs: 13’927.52 13.10.2026 17:30:39
Long 13’351.86 19.97 SXBKNU
Long 13’046.29 13.88 SUTB5U
Long 12’494.96 8.98 SZ4B3U
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com