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Verlangsamung 04.02.2026 17:47:00

Novartis-Aktie dreht ins Plus: Nachahmer verursachen Umsatzerosion - gemischter Ausblick

Novartis-Aktie dreht ins Plus: Nachahmer verursachen Umsatzerosion - gemischter Ausblick

Novartis ist im Schlussquartal 2025 nahezu auf der Stelle getreten.

Dies lag an der Umsatzerosion durch Nachahmer. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt das Management einen gemischten Ausblick.

Wie Novartis am Mittwoch mitteilte, kletterten die Umsätze im vierten Quartal auf 13,3 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab dies ein Minus von 1 Prozent. Damit hat sich das Wachstumstempo gegenüber dem Vorquartal (+8%) deutlich verlangsamt, nachdem es in den ersten beiden Quartalen jeweils zweistellig war.

Beim operativen Gewinn verbuchten die Basler einen Anstieg um 2 Prozent auf 3,6 Milliarden. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 2,4 Milliarden nach 2,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang sei vor allem höheren Ertragssteuern geschuldet, heisst es in der Mitteilung weiter.

Für Analysten ist aber vor allem der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn entscheidend. Mit 4,9 Milliarden legte dieser um 1 Prozent zu und traf damit den AWP-Konsens von 4,9 Milliarden.

Im gesamten Geschäftsjahr 2025 setzte Novartis 54,5 Milliarden Franken um (+8%). Zu konstanten Wechselkursen resultierte ein Plus von ebenfalls 8 Prozent. Damit erreicht das Unternehmen das vom Management in Aussicht gestellt Nettowachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Unter dem Strich verblieb ein Jahresgewinn von 14 Milliarden nach knapp 12 Milliarden im Vorjahr.

Die Aktionäre erhalten eine auf 3,70 von 3,50 Franken erhöhte Dividende.

Im laufenden Jahr strebt die Novartis-Führung zu konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstuum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Für den operativen Kerngewinn wird ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet.

Novartis schippert 2026 durch unruhige Gewässer

Bei Novartis müssen sich Investoren 2026 auf ein bewegtes Jahr einstellen. Denn der Pharmakonzern wird die steilste Patentklippe seiner Geschichte erleben. Entsprechend dürfte die Geschäftsentwicklung im ersten Semester durch rückläufige Umsätze und Gewinne gekennzeichnet sein, bevor es ab der zweiten Jahreshälfte wieder bergauf gehen soll.

Wegfallende Patente werden den Umsatz in 2026 mit rund 4 Milliarden US-Dollar belasten, erklärte Novartis-Chef Vas Narasimhan am Mittwoch vor den Medien. Dabei würden die Auswirkungen in der ersten Jahreshälfte deutlich stärker ausfallen als im zweiten Semester.

Grund dafür sei, dass die ersten Nachahmer für die Milliarden-Mittel Entresto, Promacta und Tasigna erst ab der zweiten Jahreshälfte 2025 in den USA auf den Markt kamen. Entsprechend sei die Vergleichsbasis vor allem für die ersten sechs Monate noch deutlich höher. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollte sich der Effekt dann abschwächen.

Trotz dieser leichten Delle im laufenden Jahr geht das Management davon aus, die mittelfristigen Ziele zu erreichen. "Bereits 2027 erwarten wir eine Rückkehr zum Gewinnwachstum", so Narasimhan.

Derweil hat Novartis im Jahr 2025 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Pharmakonzern setzte 54,5 Milliarden US-Dollar um, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde das vom Management in Aussicht gestellte Nettowachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erfüllt. Unter dem Strich verblieb ein Jahresgewinn von 14 Milliarden nach knapp 12 Milliarden im Vorjahr.

Die Aktionäre sollen an dem Erfolg über eine auf 3,70 von 3,50 Franken erhöhte Dividende beteiligt werden.

Preise bleiben wichtiges Thema

Neben der Patentklippe steht auch bei Novartis das Thema Preisgestaltung weit oben auf der Liste der Themen, die das Unternehmen interessiert. Das Kernproblem laut Narasimhan darin, dass "Innovationen in der Branche überwiegend durch die USA finanziert werden, während die Preisdifferenz zu Europa immer grösser geworden ist", wie er im Interview mit AWP sagte.

Um die Preise zwischen den USA und Europa wieder anzugleichen, müssen sich im Urteil des Novartis-Chefs drei Dinge ändern. Erstes müssten neue Medikamente "fairer" bewertet werden. "Aktuell werden sie in Europa oft mit sehr alten Vergleichspräparaten gemessen".

Steigen sollen auch die Budgets für "innovative" Therapien und die Politik muss laut Narasimhan innovationsfreundlicher werden. "Wenn diese drei Punkte umgesetzt würden, könnten wir das innerhalb von drei bis fünf Jahren ausbalancieren."

Schweiz weiter attraktiv

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, aus Preisgründen Mittel vom Schweizer Markt fernzuhalten, sagte er: "Das möchten wir vermeiden. Es könnte jedoch zu Verzögerungen bei Markteinführungen kommen oder zu alternativen Modellen."

Gleichzeitig machte der Manager klar, dass die Schweiz in puncto Forschung und Produktion in Europa der attraktivste Markt für Novartis sei. "Rund die Hälfte unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung erfolgt in der Schweiz. Das liegt an der Offenheit für internationale Talente, stabilen Rahmenbedingungen und starker staatlicher Unterstützung."

So reagiert die Novartis-Aktie

Die Aktien von Novartis geben am Mittwoch nur anfangs nach. Analysten verweisen auf einen insgesamt durchzogenen Zahlenkranz: Zwar entwickelten sich einzelne Produkte und die Marge besser als erwartet, schwächere Umsätze sowie ein vorsichtiger Ausblick auf 2026 dämpfen jedoch die Stimmung.

Die Novartis-Aktie zeigte sich an der SIX stellenweise im Minus, drehte anschliessend aber ins Plus und schloss 1,56 Prozent höher bei 118,70 CHF. Die Titel hatten seit April 2025 allerdings stetig nach oben tendiert und gut 35 Prozent dazugewonnen.

Im Zentrum der Analystenkritik stehen die unter den Erwartungen ausgefallenen Umsätze im vierten Quartal und die Guidance für 2026. Diese signalisiert zwar weiterhin ein tief einstelliges Umsatzwachstum, impliziert aber beim operativen Ergebnis (Core-EBIT) einen leichten Rückgang. Dabei erwarten die Auguren einen zunehmenden Margendruck durch die beschleunigte Generika-Erosion bei wichtigen Produkten.

So zeigt sich etwa die ZKB zurückhaltend. Zwar habe der Core-EBIT trotz eines deutlich schwächeren Umsatzes im vierten Quartal den Konsens erreicht, doch liege die Guidance für 2026 leicht unter den Markterwartungen.

Auch UBS zeichnet ein durchwachsenes Bild: Die Umsätze hätten den Konsens um drei Prozent verfehlt, insbesondere wegen schwächerer Beiträge von Kisqali und Entresto. Cosentyx und Pluvicto hätten dagegen positiv überrascht. Bereinigt um einmalige Rabatteffekte falle das Bild etwas weniger negativ aus.

Vontobel betont den Druck durch Generika, der sowohl den Umsatz als auch die Profitabilität stärker belastet habe als in früheren Jahren. Zusätzlich wirke sich die Avidity-Akquisition negativ auf die Marge aus, da die übernommenen Projekte höhere F&E-Investitionen erforderten. Positiv verweist Vontobel auf einen erwarteten regen Newsflow im Laufe des Jahres 2026.

hr/gab

Basel (awp)

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Bildquelle: Gil C / Shutterstock.com,lucarista / Shutterstock.com
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Novartis am 04.02.2026

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