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"Debatte anstossen" 14.06.2024 17:55:00

Rheinmetall-Aktie letztlich tiefrot nach zeitweiser Handelsaussetzung: Rheinmetall-Aktie von hoher Volatilität betroffen

Rheinmetall-Aktie letztlich tiefrot nach zeitweiser Handelsaussetzung: Rheinmetall-Aktie von hoher Volatilität betroffen

Die Rheinmetall-Aktie geriet am Freitag in den Blick der Anleger.

Die Rheinmetall-Aktie rutschte am Freitag im XETRA-Handel letztlich um 5,30 Prozent auf 479,20 Euro ab. Zeitweise wurde sie wegen hoher Volatilität gar vom Handel ausgesetzt. Im Tagestief ging es bis auf 460,10 Euro nach unten. Auch andere Rüstungswerte geraten unter Druck. So verlor die HENSOLDT-Aktie letztlich 2,92 Prozent auf 31,92 Euro, das RENK-Papier schloss 2,85 Prozent schwächer bei 24,02 Euro.

Wie der Aktionär berichtet, dürfte der zeitweilige Kursrutsch damit zusammenhängen, dass die Rheinmetall-Aktie unter die Marke von 500 Euro je Anteilsschein fiel, was wiederum zahlreiche Stop-Loss-Aufträge nach sich gezogen haben dürfte. Schon im April hatte ein ähnlicher volatiler Handel für kräftige Abschläge gesorgt, die anschliessend jedoch wieder reduziert werden konnten.

Munition statt Bremsen - Rheinmetall übernimmt Mitarbeiter von Continental

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will vom Autozulieferer Continental gezielt dort nicht mehr benötigte Mitarbeiter übernehmen. Das sehe eine nun unterzeichnete Absichtserklärung vor, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. So sollen bis zu 100 Mitarbeiter des vor der Schliessung stehenden Conti-Bremsenwerks in Gifhorn zu Rheinmetall nach Unterlüss in der Lüneburger Heide wechseln. Der Rüstungskonzern errichtet dort eine neue Munitionsfabrik.

"Hier passt alles zusammen", sagte Rheinmetall-Personalvorstand Peter Sebastian Krause laut Mitteilung. "Wir sind davon überzeugt, dass die Continental-Beschäftigten hervorragende Qualitäten mitbringen, die für uns bei Rheinmetall von hohem Wert sein können." An weiteren Conti-Standorten sollen die dortigen Mitarbeiter gezielt über mögliche Perspektiven bei Rheinmetall informiert werden.

"Die tiefgreifenden Veränderungen in allen Industrien lassen sich nur gemeinsam bewältigen", sagte Continental-Personalvorständin Ariane Reinhart. Für Zulieferer sei Rheinmetall nun bereits der dritte Partner im Rahmen der Initiative "Von Arbeit in Arbeit". Ziel sei es, "den Beschäftigten der von der Transformation betroffenen Standorte neue Perspektiven zu ermöglichen", so Reinhart. Der Zulieferer will neben Gifhorn auch die Standorte Schwalbach und Wetzlar in Hessen dicht machen.

Dritter Partner nach Stiebel Eltron und Siemens

Conti hatte vor knapp einem Jahr angekündigt, sein defizitäres Bremsenwerk in Gifhorn bis Ende 2027 zu schliessen und sucht seither gezielt nach Unternehmen, die einen Teil der bisher 900 Mitarbeiter übernehmen. Der Haustechnikhersteller aus Stiebel Eltron hat bereits angekündigt, einen Teil des Werkes und 300 Mitarbeiter zu übernehmen, um dort künftig Teile für Wärmepumpen herzustellen. Siemens Mobility will bis zu 100 Mitarbeiter für sein Bahntechnikwerk in Braunschweig übernehmen.

Rheinmetall rechten angesichts des sprunghaften Anstiegs der Waffennachfrage seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit einem stark wachsenden Geschäft. In Unterlüss wurde im Februar mit dem Bau einer neuen Munitionsfabrik begonnen. Bereits im kommenden Jahr solle die Produktion anlaufen. Unterlüss ist bereits der grösste Produktionsstandort des Rüstungskonzerns. Neben Munition werden hier auch Militärfahrzeuge wie der Schützenpanzer Puma hergestellt. Derzeit hat Rheinmetall an dem Standort 2500 Mitarbeiter.

Rheinmetall wehrt sich gegen Kritik zum BVB-Sponsoring

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Kritik an seinem Sportsponsoring zurückgewiesen. Die Werbeverträge sollten eine Debatte anstossen, "ob solch ein Engagement eines Rüstungskonzerns nun, nach der Zeitenwende, normal ist oder eben noch nicht", sagte Peter Sebastian Krause als Personalvorstand des Düsseldorfer DAX-Unternehmens der "Süddeutschen Zeitung". Bislang sei die Resonanz sehr erfreulich, sagte der Manager. Rheinmetall hatte zuletzt Verträge mit Champions-League-Finalist BVB (Borussia Dortmund) und Eishockey-Traditionsclub Düsseldorfer EG abgeschlossen.

Nach Bekanntgabe des Rheinmetall-Deals hatte es grosse Kritik für den BVB gegeben. Pazifisten, Menschenrechtsorganisationen und auch Teile der Fans hatten die Dortmunder dafür kritisiert, dass sie Geld von einem Rüstungskonzern nehmen.

Das Sponsoring habe auch den Grund, "mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit bei potenziellen Bewerbern" zu erzeugen, so Krause. Rheinmetall muss aufgrund der grossen Nachfrage nach Rüstungsgütern nach eigenen Angaben im laufenden Jahr 5000 Stellen in Deutschland besetzen.

Deutschlands grösster Rüstungskonzern ist mit seinen rund 30 000 Beschäftigten auf Wachstumskurs, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine schnellte die Nachfrage nach Munition, Panzern und Flugabwehr-Geschützen in die Höhe. Seit Anfang 2022 stieg der Auftragsbestand um rund 10 Milliarden Euro auf 24 Milliarden Euro an, der Umsatz soll in diesem Jahr 10 Milliarden Euro erreichen.

Für die Rheinmetall-Aktie geht es am Freitag via XETRA zeitweise 4,51 Prozent auf 483,40 Euro nach unten.

/tas/DP/men

DÜSSELDORF (awp international)

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