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Kartellverfahren 20.07.2026 14:53:00

Sika-Aktie tiefer: Im EU-Kartellverfahren stärker unter Druck

Sika-Aktie tiefer: Im EU-Kartellverfahren stärker unter Druck

Die EU-Kommission hat gegen den Schweizer Bauchemiekonzern Sika und mehrere weitere Hersteller ein Kartellverfahren verschärft.

Die Wettbewerbshüter verschickten Mitteilungen der Beschwerdepunkte wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei chemischen Zusatzstoffen für Zement, Beton und Mörtel.

Nach vorläufiger Einschätzung der Kommission sollen die Unternehmen zwischen 2021 und 2022 künftige Preiserhöhungen abgesprochen haben, wie es in einer Mitteilung vom Montag hiess. Hintergrund seien stark gestiegene Rohstoffkosten infolge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewesen. Die mutmassliche Abstimmung sei über nationale Branchenverbände erfolgt, welche gemeinsame Mitteilungen zur Rechtfertigung der Preiserhöhungen vorbereitet hätten.

Betroffen sind laut der Kommission in Deutschland unter anderem Sika, Cemex, Mapei, Master Builders Solutions und MC Bauchemie sowie der Branchenverband Deutsche Bauchemie. Auch in Frankreich und Spanien erhob die Behörde Vorwürfe gegen Sika und weitere Hersteller sowie die dortigen Branchenverbände.

Nun können sich Adressaten äussern

Mit der Mitteilung der Beschwerdepunkte informiert die EU-Kommission die Unternehmen formell über ihre Vorwürfe. Die Adressaten können nun Akteneinsicht beantragen und sich zu den Anschuldigungen äussern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Geldbussen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Die Untersuchung geht unter anderem auf unangekündigte Durchsuchungen im Oktober 2023 zurück. Damals bestätigte Sika, dass die EU-Kommission mehrere Standorte des Unternehmens in der EU und in der Türkei durchsucht habe. Konzernchef Thomas Hasler erklärte damals, Sika kooperiere "in vollem Umfang" mit den Behörden und verwies auf eine Null-Toleranz-Politik bei Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht.

to/cg

Brüssel/Baar (awp) Die Wettbewerbshüter verschickten Mitteilungen der Beschwerdepunkte wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei chemischen Zusatzstoffen für Zement, Beton und Mörtel.

Nach vorläufiger Einschätzung der Kommission sollen die Unternehmen zwischen 2021 und 2022 künftige Preiserhöhungen abgesprochen haben, wie die Behörde am Montag mitteilte. Hintergrund seien stark gestiegene Rohstoffkosten infolge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewesen.

Sika kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, erklärte ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zum laufenden Verfahren könne sich der Konzern aber nicht äussern.

Nun können sich Adressaten äussern

Die mutmassliche Abstimmung zu den Preisen ist laut der EU-Kommission über nationale Branchenverbände erfolgt, die gemeinsame Mitteilungen zur Rechtfertigung der Preiserhöhungen vorbereitet hätten. Vom Verfahren betroffen seien in Deutschland unter anderem Sika, Cemex, Mapei, Master Builders Solutions und MC Bauchemie sowie der Branchenverband Deutsche Bauchemie. Auch in Frankreich und Spanien erhob die Behörde Vorwürfe gegen Sika und weitere Hersteller sowie die dortigen Branchenverbände Synad (Frankreich) und Anfah (Spanien).

Mit der Mitteilung der Beschwerdepunkte informiert die EU-Kommission die Unternehmen formell über ihre Vorwürfe. Die Adressaten können nun Akteneinsicht beantragen und sich zu den Anschuldigungen äussern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Geldbussen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Die Untersuchung geht unter anderem auf unangekündigte Durchsuchungen im Oktober 2023 zurück. Damals bestätigte Sika, dass die EU-Kommission mehrere Standorte des Unternehmens in der EU und in der Türkei durchsucht habe. Konzernchef Thomas Hasler erklärte damals, Sika kooperiere "in vollem Umfang" mit den Behörden und verwies auf eine Null-Toleranz-Politik bei Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht.

Preise wirken sich auf Baukosten aus

Die Zusatzstoffe werden nach Angaben der EU-Kommission vor allem eingesetzt, um die Herstellungsprozesse und die Leistungsfähigkeit von Zement zu verbessern. Chemische Zusatzmittel werden demnach Beton und Mörtel beigemischt, um deren Leistungsfähigkeit, Haltbarkeit und Verarbeitbarkeit zu erhöhen. Die Preise von Zement, Beton und Mörtel haben demnach unmittelbar Einfluss auf die Baukosten.

Die Sika-Aktie notiert an der SIX zeitweise 1,48 Prozent im Minus bei 156,05 Franken.

to/cg/mk/ls

Brüssel/Baar (awp)

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Bildquelle: Sika AG
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