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08.05.2026 22:22:00
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SpaceX-Börsengang im Visier: Warum Anleger jetzt auch auf die Amazon-Aktie schielen
SpaceX könnte Anlegern einen historischen Börsengang bescheren. Doch wer heute schon auf Weltraumwirtschaft setzen will, findet bei Amazon den spannendsten Gegenentwurf.
• Amazon baut mit Leo, Globalstar und AWS-Anbindung einen ernsthaften Starlink-Gegenentwurf auf
• Pure-Play vs. breiteres Geschäftsmodell
Dass SpaceX mit einer angepeilten Bewertung von mehr als zwei Billionen US-Dollar vor dem wohl grössten Börsendebüt aller Zeiten stehen könnte, gilt längst als eines der meistbeachteten Börsenthemen des Jahres. Elon Musks KI- und Weltraumfirma soll bei einer möglichen Aktienplatzierung rund 75 Milliarden US-Dollar erlösen wollen. Damit würde SpaceX den bisherigen IPO-Rekord von Saudi Aramco deutlich übertreffen.
Für Anleger ist der geplante Börsengang aber nicht nur wegen seiner Grösse brisant. Ein erfolgreiches SpaceX-IPO dürfte die Raumfahrtbranche insgesamt stärker in den Fokus rücken. Besonders spannend wird dabei die Frage, welche börsennotierten Unternehmen bereits heute eine vergleichbare Zukunftsfantasie bieten. Eine der wenigen echten Antworten führt ausgerechnet zu Amazon.
Warum Amazon ein ernstzunehmender SpaceX-Konkurrent ist
Denn der Konzern arbeitet mit Amazon Leo an einem eigenen Satellitennetz im niedrigen Erdorbit. Wie CEO Andy Jassy im diesjährigen Shareholder-Letter schrieb, hat der Konzern bereits mehr als 200 Satelliten ins All gebracht. Der offizielle Start ist für Mitte 2026 geplant, in den kommenden Jahren sollen weitere Tausende Satelliten folgen.
Der entscheidende Punkt ist die Einbindung in Amazons bestehendes Ökosystem. Leo soll laut Jassy nicht nur schnelle Internetverbindungen ermöglichen, sondern sich "nahtlos in AWS integrieren". Damit adressiert Amazon vor allem Unternehmen, Regierungen und Organisationen, die Konnektivität mit Cloud, Datenspeicherung, Analyse und KI-Anwendungen verbinden wollen.
Mit der Übernahme von Globalstar erweitert Amazon den Angriff auf Elon Musks SpaceX. Das ergänzte Amazon-Leo-D2D-System soll Mobilfunknetzbetreibern helfen, Sprach-, Text- und Datendienste auch ausserhalb klassischer Mobilfunknetze anzubieten. Zudem sollen über Amazon Leo künftig Satellitendienste für bestimmte iPhone- und Apple-Watch-Modelle bereitgestellt werden.
Der Unterschied zu Elon Musks SpaceX
Trotz der Fortschritte bleibt der Abstand zu SpaceX erheblich. Laut Reuters kommt Starlink bereits auf rund 10'000 Satelliten im All, während Amazon Leo gerade einmal 3'236 Satelliten geplant hat - und erst 243 betreibt. Auch die Globalstar-Übernahme dürfte das Problem nicht lösen, denn Amazon ist beim Ausbau seines Netzes weiter stark von externen Raketenstarts abhängig.
Genau hier liegt der wichtigste Unterschied. SpaceX kontrolliert mit seinen eigenen Raketen einen zentralen Teil der Wertschöpfungskette selbst. Gleichzeitig ist Starlink längst mehr als ein Zukunftsprojekt: Laut Reuters hat der Satelliteninternetdienst sein operatives Ergebnis im vergangenen Jahr auf 4,42 Milliarden US-Dollar verdoppelt und damit den Verlust der Raumfahrtsparte auffangen können.
Damit wäre SpaceX im Fall eines Börsengangs der direktere Zugang zu Raumfahrt, Starlink und Musks KI-Ambitionen. Anleger würden also stärker auf ein konzentriertes Zukunftsthema setzen, allerdings auch auf ein Geschäftsmodell mit hohem Kapitalbedarf und grossen technologischen Erwartungen.
Warum Amazon dennoch die einzige echte Alternative ist
Amazon ist also kein reiner SpaceX-Ersatz. Im Gegensatz zu Musks Raumfahrtunternehmen ist Amazon keine Pure-Play-Aktie, dafür aber breiter abgesichert. Der Konzern verbindet Kapitalstärke, AWS, Unternehmenskunden, Apple-Anbindung und mit Globalstar zusätzliches Satelliten-Know-how.
Genau deshalb könnte Amazon derzeit die überzeugendste börsennotierte Alternative zur SpaceX-Fantasie sein. Kein anderer Mega-Cap verbindet Cloud-Infrastruktur, globale Kundenbeziehungen, mobile Satellitendienste und eigene Ambitionen im niedrigen Erdorbit in vergleichbarer Form. Für Anleger bedeutet das: Bei SpaceX wäre man einem grösseren Risiko ausgesetzt, könnte bei einem Boom der Raumfahrtbranche aber entsprechend stärker profitieren. Amazon hingegen wirkt wie der breiter abgesicherte Gegenentwurf, bei dem das bestehende Geschäftsmodell mögliche Risiken des Satellitenprojekts abfedert.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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