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25.05.2022 15:42:39

Studie: Engagierter Klimaschutz dämpft Erwärmung im Alpenraum

Wien (awp/sda/apa) - Ein engagierter globaler Klimaschutz kann die weitere Erwärmung in den Alpen dämpfen. Das zeigt die laut Forschern bisher detaillierteste Studie zur Entwicklung des Klimas in den Alpen in den nächsten Jahrzehnten, an der auch Wissenschaftler von Meteoschweiz beteiligt waren.

Zwar wird es demnach auch bei Einhaltung des Pariser Klimaziels im gesamten Alpenraum bis zum Jahr 2100 um etwa 0,5 bis 1,5 Grad Celsius wärmer als im Zeitraum 1981 bis 2010. Doch die Temperatur würde bei Einhaltung des Klimaabkommens auf diesem Niveau langfristig stabilisiert, wie die nun im Fachjournal "Climate Dynamics" veröffentlichte Studie zeigt.

Die Wissenschaftler von Meteoschweiz, der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Météo-France haben anhand regionaler Klimamodelle die Entwicklung von Temperatur, Niederschlag und Schneebedeckung bis zum Jahr 2100 berechnet - und zwar für drei unterschiedliche Szenarien der künftigen weltweiten Treibhausgas-Emissionen.

Temperatur steigt auf jeden Fall

Sehr einheitliche Ergebnisse für den gesamten Alpenraum lieferte die Studie für die Temperatur: Bis 2100 muss in allen Regionen und in allen Höhenlagen der Alpen mit einer weiteren Erwärmung gerechnet werden.

Deren Ausmass hängt stark von den globalen Klimaschutzmassnahmen ab: Wird das Pariser Klimaabkommen eingehalten, steigen zwar in den kommenden 20 bis 30 Jahren im gesamten Alpenraum zu allen Jahreszeiten die Temperaturen um 0,5 bis 1,5 Grad Celsius, doch dann stabilisieren sie sich auf diesem Niveau langfristig. Die Forscher bezeichnen dies als "unvermeidlichen Klimawandel".

Macht die Menschheit weiter wie bisher und werden global keine Klimaschutzmassnahmen gesetzt, reicht die mögliche Bandbreite der Erwärmung je nach Jahreszeit und Region von 2 bis 7 Grad Celsius. Am stärksten steigt dabei die Temperatur in allen Regionen im Sommer. Alle Höhenlagen sind in diesem Szenario von der Erwärmung betroffen, wobei ab etwa 1000 Meter über Meer die Werte noch stärker steigen als in tieferen Lagen.

Einheitliche Trends beim Niederschlag

Mehr Unsicherheiten als bei der Temperatur zeigen die Studienergebnisse beim Niederschlag. Doch auch hier konnten die Wissenschaftler einheitliche Trends für alle Regionen und alle Jahreszeiten orten - etwa jenen zu grösseren täglichen Niederschlagsmengen.

"Die Zahl der Tage mit leichtem Niederschlag geht zurück, dafür gibt es aber mehr Tage mit grossen Regen- oder Schneemengen", wird der Klimaforscher Andreas Gobiet von der ZAMG in einer Mitteilung zitiert. Bei Einhaltung des Paris-Ziels nimmt demnach die Niederschlagsintensität bis zum Jahr 2100 um fünf Prozent zu, ohne globalen Klimaschutz um zehn bis 20 Prozent.

Jahreszeitlich betrachtet zeigt ein Grossteil der Modellergebnisse eine Abnahme der Niederschlagsmenge im Sommer und eine Zunahme im Frühling, Herbst und Winter.

Die prognostizierte Zunahme der Niederschlagsmenge im Winter bedeutet keine positive Nachricht für die Skigebiete, speziell für jene in niedrigeren Lagen: Denn durch die Erwärmung wird vor allem unterhalb von etwa 1500 Meter über Meer öfter Regen statt Schnee fallen beziehungsweise der Schnee schneller wieder schmelzen. Das Ausmass des globalen Klimaschutzes spiele auch bei der Entwicklung der Schneelage eine wichtige Rolle, betonen die Forscher.


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