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| Milliardenjagd |
03.05.2025 23:01:00
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Chinas Tech-Giganten decken sich vor Exportstopp mit NVIDIA-Chips ein
Chinas Tech-Giganten wie ByteDance, Alibaba und Tencent haben sich massenhaft NVIDIA-Chips gesichert - aus Angst vor den US-Exportbeschränkungen. Das steckt hinter dem Mega-Deal.
• H20-Chip wurde speziell für Exportauflagen angepasst
• Unternehmen suchen Alternativen zur Umgehung der Regeln
Inmitten wachsender geopolitischer Spannungen zwischen den USA und China haben grosse chinesische Technologiekonzerne in einem regelrechten Wettlauf gegen die Zeit Milliarden in den Erwerb spezieller KI-Chips von NVIDIA investiert. Wie das Wirtschaftsmagazin Nikkei Asia berichtet, haben Unternehmen wie ByteDance, Alibaba und Tencent massiv NVIDIA H20-Chips eingekauft - aus Angst vor den US-Exportbeschränkungen.
ByteDance, Alibaba & Co.: Eilkäufe im Umfang eines Jahresvorrats
Laut dem Bericht sicherten sich die drei Tech-Giganten gemeinsam rund eine Million H20-Chips - was nahezu einem Jahresvorrat entspricht. Diese Chips wurden gezielt vor dem Inkrafttreten der neuen US-Beschränkungen im April 2025 geordert. Laut Investing.com, unter Berufung auf Nikkei Asia, soll insbesondere ByteDance besonders offensiv zugegriffen haben. Gemeinsam mit anderen Tech-Konzernen wurden demnach Eilaufträge im Wert von über 12 Milliarden US-Dollar aufgegeben. Ein erheblicher Teil dieser Bestellungen wurde dem Bericht zufolge noch vor dem Inkrafttreten der neuen Regeln ausgeliefert.
H20-Chips: Die "genehmigungsfreundliche" Variante des H100
Die NVIDIA H20-Chips sind eine abgewandelte Variante des leistungsstarken H100-Modells, das im Zentrum zahlreicher KI-Anwendungen steht. Die H20-Version wurde speziell angepasst, um den US-Exportauflagen zu entsprechen - mit reduzierter Rechenleistung, aber ausreichend Kapazität für anspruchsvolle KI-Inferenzaufgaben.
Gerade in China erfreuen sich die H20-Chips hoher Beliebtheit, aufgrund des Preis-Leistungs-Ratios und der Verfügbarkeit. Das macht sie besonders attraktiv für Unternehmen, die grosse Rechenzentren mit KI-Systemen betreiben - wie etwa für Chatbots, Empfehlungssysteme oder maschinelles Lernen.
NVIDIA rechnet mit Milliardenverlust
Der US-Konzern NVIDIA bleibt von den Entwicklungen nicht unberührt. Bereits Anfang April gab das Unternehmen bekannt, dass es durch die neuen Exportbeschränkungen einen Umsatzeinbruch von rund 5,5 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2025 erwartet.
Damit unterstreicht NVIDIA, wie sehr der chinesische Markt - trotz politischer Spannungen - für die eigene Geschäftsentwicklung von Bedeutung ist. China war in den letzten Jahren ein wachstumsstarker Absatzmarkt für KI-Hardware.
Huawei als Profiteur? Alternativen rücken in den Fokus
Da nun keine neuen Lieferungen der H20-Chips mehr nach China erfolgen dürfen, richten chinesische Tech-Firmen ihren Blick auf heimische Alternativen. Besonders Huaweis Ascend-Chips gelten Berichten zufolge als möglicher Ersatz. Gleichzeitig prüfen mehrere Unternehmen laut Investing.com, unter Berufung auf Nikkei Asia, Möglichkeiten, die Exportbeschränkungen durch die Gründung ausländischer Tochtergesellschaften zu umgehen.
Diese Entwicklung kommt nicht überraschend: Die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz in China wächst rasant. Treiber sind unter anderem Anwendungen wie DeepSeek, das in den beliebten Messenger WeChat von Tencent integriert wurde.
Tech-Konflikt zwischen USA und China verschärft sich
Der massive H20-Deal verdeutlicht, wie sehr geopolitische Spannungen inzwischen direkte Auswirkungen auf den globalen Technologiemarkt haben. Während die USA versuchen, durch Exportkontrollen den chinesischen Zugang zu High-End-KI-Technologie einzuschränken, arbeiten Chinas Unternehmen mit Hochdruck daran, ihre Versorgungssicherheit langfristig zu sichern - zum Beispiel mit Milliardeninvestitionen und eigenen Chipentwicklungen.
Die nächsten Monate könnten entscheidend sein: Es bleibt abzuwarten, ob chinesische Alternativen in puncto Leistung und Skalierbarkeit mit NVIDIA konkurrieren können - oder ob der globale KI-Wettlauf in eine neue Phase eintritt.
Redaktion finanzen.ch
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