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Grüne Zukunft 16.05.2022 20:47:00

So will Shopify CO2-neutral werden

So will Shopify CO2-neutral werden

Viele Unternehmen wollen ihre Umweltbilanz verbessern. Ein Unternehmen, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, sich für eine grünere Zukunft einzusetzen, ist Shopify.

• Umfrage: Viele Unternehmen betreiben Greenwashing
• Shopify hat sich verpflichtet, sich für eine grünere Zukunft einzusetzen
• Unternehmen reicht Kompensation von CO2 nicht aus

Nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen weltweit wollen ihre Umweltbilanz verbessern und haben Geld und Ressourcen für eine grünere Zukunft zugesagt. Wie "The Street" berichtet, befinden sich laut Invesco-Stratege Brandon Knott 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts auf dem Weg zu einer "Netto-Null-CO2-Verpflichtung".

Viele Unternehmen betreiben Greenwashing

Doch nicht immer halten die Unternehmen was sie versprechen. So habe eine kürzlich durchgeführte Harris Poll-Umfrage für Google Cloud unter 1'491 Führungskräften in 16 Ländern ergeben, dass 96 Prozent zwar mindestens ein Programm für eine grünere Zukunft eingeführt haben, 58 Prozent der Führungskräfte jedoch angaben, dass ihre Organisation Greenwashing betreibe - das Unternehmen erscheine also umweltfreundlicher, als es tatsächlich ist.

Laut Umfrage wollten zwar 65 Prozent der Befragten "Nachhaltigkeitsbemühungen vorantreiben", jedoch wüssten sie nicht, "wie sie dies tatsächlich tun sollen", während nur 36 Prozent der Teilnehmer angaben, dass ihre Organisationen überhaupt über die Tools verfügten, um die eigenen Bemühungen zu messen, so "The Street". Lediglich 17 Prozent der Befragten verwendeten der Umfrage zufolge diese Messungen, um ihre Leistung basierend auf den Ergebnissen zu verbessern.

Shopify will grüner werden

Eines der Unternehmen, das sich verpflichtet hat, sich für eine grünere Zukunft einzusetzen, ist das kanadische Unternehmen Shopify, das für seine gleichnamige E-Commerce-Software bekannt ist.

Wie "The Street" berichtet, begann Shopify 2019 mit der Datenerfassung und startete ein CO2-Buchhaltungsprogramm, das das Unternehmen auf den Weg zur CO2-Neutralität führen sollte. "Nun, da wir viel wissen, was wir emittiert haben, um unser Geschäft zu führen, wollen wir Projekte unterstützen, die unseren Emissionen entgegenwirken", zitiert "The Street" Stacy Kauk, Head of Sustainability bei Shopify. Shopify-CEO Tobias Lütke schrieb in einem Brief, der im Shopify-Blog im September 2019 veröffentlicht wurde: "Shopify hat viele Schritte unternommen, um ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen - unter anderem sind wir klimaneutral geworden. Wir setzen erstklassige Standards, indem wir Kompensationen für das gesamte CO2 kaufen, das dieses Unternehmen jemals verursacht hat und verursachen wird. Ausserdem entscheiden wir uns für erneuerbare Energien, um unsere Einrichtungen zu heizen und zu betreiben."

Bei der Kompensation von CO2 können Unternehmen zum Beispiel Emissionsgutschriften oder Genehmigungen erwerben, die es ihnen erlauben, eine bestimmte Menge Kohlendioxid oder andere Treibhausgase auszustossen. Doch laut Lütke reiche das nicht aus. In seinem Brief schrieb er, dass "Klimakompensationen […] oft undurchsichtig und irreführend" sind. "Einige entstehen, indem Filter in die Schornsteine besonders schmutziger Fabriken eingebracht werden, die eigentlich gar nicht in Betrieb sein sollten. Die grössten Käufer von Klimakompensationen sind oft die grössten Umweltverschmutzer, die sich von ihrer Schuld freikaufen wollen", so der Shopify-CEO.

"Wir haben 2019 festgestellt, dass es nicht viele Emissionsgutschriften gibt, die (Kohlendioxid einfangen). Wir haben festgestellt, dass es wirklich keinen Markt für die Entfernung von Kohlenstoff gibt und dass es dort kein Nachfragesignal gibt", gibt "The Street" Kauk wieder . Da die CO2-Abscheidung derzeit noch sehr teuer sei, die Nachfrage jedoch steigen müsste, damit die Preise sinken und die Preise wiederum sinken müssten damit die Nachfrage steigt, erklärte Shopify-CEO Lütke, das Unternehmen sei bereit für die Abscheidung auch einen höheren Preis zu zahlen. "Wir haben erkannt, dass wir, wenn wir Projekte unterstützen wollen, die tatsächlich Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen, dies laut sagen müssen. Wir mussten ein Nachfragesignal aussenden, das den Markt für die Kohlenstoffentfernung etablieren würde.", so Kauk laut "The Street".

Shopify ruft Nachhaltigkeitsfonds ins Leben

Vor wenigen Jahren rief Shopify dann einen Nachhaltigkeitsfonds ins Leben. Dieser umfasst alle Umweltinvestitionen von Shopify - zu Beginn war das der jährliche Kauf von abgeschiedenem Kohlenstoff im Wert von einer Million US-Dollar, klimaneutrale Betriebsabläufe, eine klimaneutrale Plattform und nachhaltige Büros. Laut eigenen Angaben verpflichtet sich das Unternehmen, "jährlich mindestens 5 Millionen US-Dollar im Kampf für unsere Umwelt auszugeben". Ausserdem erklärte es Shopify-CEO Lütke in seinem Brief zum Ziel des Unternehmens, sein finanzielles Engagement jährlich auf Grundlage des Umsatzwachstums zu erhöhen.

In seiner letzten Kaufrunde habe das Unternehmen zugestimmt, zur CO2-Abscheidung sogar 13,5 Millionen US-Dollar für neun verschiedene Projekte bereitzustellen, berichtet "The Street". Insgesamt habe Shopify seit 2019 32 Millionen US-Dollar für Projekte zur CO2-Abscheidung ausgegeben. Es gebe 22 vom Fonds unterstützte Unternehmen, die auf das Ziel von Shopify hinarbeiten, "innovative Wege zu finden, um grüne Energie voranzubringen". Der Shopify Sustainability Fund umfasst zwei Portfolios: das Frontier-Portfolio, das in Technologien und Unternehmen investiert, die Kohlendioxid dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen und das Evergreen-Portfolio, das Schlüssellösungen, die Kohlenstoffdioxidemissionen vorübergehend beseitigen oder reduzieren, umfasst. Wobei es Shopifys Ziel sei, jedes Jahr den grössten Teil des Fonds in das Frontier-Portfolio zu stecken, erklärt das Unternehmen.

Auch Händler und Käufer sollen Klimaauswirkungen angehen

So konnte Shopify sein Ziel der Nettoklimaneutralität laut "The Street" in kurzer Zeit erreichen. Und das Unternehmen will seine Bemühungen auch auf Händler und Käufer ausweiten. "Wir werden unseren Händlern und ihren Käufern die Möglichkeit geben, sich an unseren Bemühungen zu beteiligen.", so Lütke in seinem Brief. Er erklärte schon damals, Nachhaltigkeit werde "ein Kernprinzip des Shopify Fulfillment Network bleiben, mit einem Schwerpunkt auf nachhaltiger Verpackung". Inzwischen hat Shopify auch "eine App entwickelt, die es Händlern ermöglicht, sich für die Kompensation der Zustellung sämtlicher Bestellungen zu entscheiden", wie das Unternehmen in seinem Blog schreibt.

Redaktion finanzen.ch


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