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Stolpersteine 10.04.2026 23:32:00

ETF-Sparplan richtig starten: Ohne typische Anfängerfehler

ETF-Sparplan richtig starten: Ohne typische Anfängerfehler

Für viele Anleger stellt ein ETF-Sparplan einen einfachen Start ins Thema Geldanlage dar. Diese Anfängerfehler sollten dabei vermieden werden.

ETF-Sparplan als guter Start ins Thema Geldanlage
• Klare Strategie nötig, Diversifikation beachten
• Impulsverkäufe vermeiden, Rebalancing nicht vergessen

Das Einrichten eines ETF-Sparplans stellt für viele Anleger einen einfachen Start ins Thema Geldanlage dar. Allerdings gibt es einige Stolpersteine, mit denen insbesondere Investment-Anfänger sich konfrontiert sehen. Diese können jedoch vermieden werden, wenn einige Punkte beachtet werden.

Nicht auf den "perfekten" Einstiegszeitpunkt warten

Der erste Fehler, den ETF-Anfänger begehen, ist auf einen "guten" Startpunkt zum Investieren zu warten. Aus Angst vor Verlusten oder vor Fehlern wird das Einrichten des Sparplans immer weiter nach hinten verschoben. Andere denken möglicherweise sie könnten voraussagen, wann die Kurse steigen oder ihren Höhepunkt erreicht haben. Da niemand die Zukunft kennt, bleibt dies jedoch ein Blick in die Glaskugel.

Besser als auf das perfekte Timing zu warten ist einfach zu starten, denn wer lange wartet, dem entgeht Rendite. Je länger mit dem Investieren in ETFs gewartet wird, desto weniger kommt von Kursgewinnen und vom Zinseszins beim Anleger an. Wer am Anfang unsicher ist, kann erstmal nur kleine Raten in einen ETF-Sparplan investieren und diese sukzessive steigern, wenn mehr Erfahrung gewonnen wurde.

Fehlende Strategie und Zielsetzung

Ein weiterer Stolperstein liegt in der fehlenden Strategie bei ETF-Investments. Wer eine langfristige Anlagestrategie mit einer klaren Zielsetzung wählt, behält eher die Ruhe, auch wenn es mal zu erhöhter Volatilität kommt. Mit einer klaren Strategie können auch besser die ETFs ausgewählt werden, die den eigenen Zielen entsprechen. So sollte sich vorm Investieren einmal klar gemacht werden, welches Anlageziel verfolgt wird - etwa Rücklagen für eigene Kinder oder die Finanzierung eines Hauses oder auch die Altersvorsorge.

Es sollte auch bedacht werden, wie hoch die monatliche Sparrate angesetzt werden soll, schliesslich soll das Geld langfristig angelegt werden. Doch auch wie lange der Anlagehorizont angedacht ist, ist eine wichtige Fragestellung. Wer länger investiert bleiben will, kann auch Schwankungen besser aussitzen.

Zu viele ETFs

Zur Zielsetzung passt auch der Hinweis, dass bei Investments in ETFs nicht immer je mehr desto besser gilt. Wer in zu viele Fonds gleichzeitig investiert, kann leicht den Überblick verlieren, ausserdem werden die Investments dann unnötig komplex. Für Anfänger sind zwei bis vier ETFs völlig ausreichend. Dadurch bleibt auch der Verwaltungsaufwand überschaubar und die Transaktionskosten steigen nicht ins Unermessliche.

Die mit ETFs verbundenen Kosten sollten insgesamt nicht aus den Augen verloren werden. Gern wird lediglich auf die Rendite geschielt, über Jahre können versteckte Spreads, Transkations- und Fondskosten jedoch summieren und die Nettorendite schmälern. Eine geringe Gesamtenkostenquote des ETFs ist daher zu bevorzugen. Auf der anderen Seite sollten unnötige Transaktionen und Umschichtungen vermieden werden.

Bei der ETF-Auswahl sollte zudem auf Diversifikation geachtet werden.

Die Frage nach dem Risiko

Denn ein weiterer wichtiger Punkt, über den man sich Gedanken machen sollte, ist das Risiko, das man mit seinen Investments bereit ist einzugehen. So gilt es beim Investieren ein Gleichgewicht zwischen Risiko und Rendite herzustellen. Wichtig ist jedoch, dass das eigene Sicherheitsbedürfnis bei der Auswahl von ETFs nicht ignoriert wird. Sonst drohen Impulsentscheidungen, die zulasten der Rendite gehen können. Wer auf einen Mix aus verschiedenen Anlagen wie Aktien, Anleihen und anderen Assets setzt, kann seinem Risikoprofil entsprechend gezielt investieren.

Dementsprechend stellt das Investieren in breit gestreute ETFs im Gegensatz zu spezialisierten Themen-ETFs einen weiteren Tipp für Anfänger dar. So gibt es immer wieder Trendthemen am Markt wie beispielsweise künstliche Intelligenz, Quantencomputer, Blockchain, Cannabis oder Wasserstoff, die zeitweise einen regelrechten Hype erfahren. Sie locken mit viel Wachstumspotenzial und dementsprechend hoher Rendite, solche Hypes sind häufig jedoch auch mit grosser Volatilität verbunden und bergen einen grossen Anteil Spekulation.

Beim Investieren in ETFs ist es jedoch wichtig - gerade als Anfänger - sich nicht nur auch einzelne Branchen oder Unternehmen zu fokussieren, sondern sich breit aufzustellen, um eine bessere Diversifikation zu gewährleisten und Klumpenrisiken somit zu vermeiden.

Von der Vergangenheit auf die Zukunft schliessen wollen

Wer sich bei der Auswahl seiner ETFs zu sehr von der Entwicklung in der Vergangenheit leiten lässt, begeht einen weiteren klassischen Anfängerfehler. Denn die Geschichte gibt nichts zwangsläufig auch Hinweise auf die Entwicklung in der Zukunft. Hierbei gibt es einige Punkte zu beachten: Die Top-Performer der Vergangenheit müssen nicht unbedingt zu den Überfliegern in der Zukunft gehören. Dies gilt oftmals insbesondere für Themen-ETFs. Wer nur die hohe Rendite in der Vergangenheit beachtet, übersieht oftmals die starken Schwankungen, die ebenso damit einhergegangen sein können. Es besteht hier die Gefahr, starke Risiken zu übersehen. Natürlich wirkt eine hohe Rendite in der Vergangenheit attraktiv. Allerdings sollte bei der Auswahl von ETFs nicht nur die Rendite, sondern weitere Kriterien wie Replikationsmethode, Kostenstruktur und Diversifikation ebenso Beachtung finden. Am Ende ist wieder ausschlaggebend, dass der gewählte ETF zur eigenen Zielsetzung passt.

Impulsverkäufe bei Kursverlusten

Wie bereits beschrieben, kann es bei Geldanlagen gemäss der Entwicklung an den Märkten immer wieder zu teils starken Schwankungen kommen. Ein Anfängerfehler bei ETF-Investment besteht darin, solche Turbulenzen nicht auszuhalten, sondern in Panikverkäufe zu verfallen. Kursverluste können immer wieder erfolgen und sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Auf lange Sicht gehen die Kurse auch nach Krisen jedoch immer wieder auf Erholung. Es bietet sich an, nicht jeden Tag ins Depot zu schauen, wenn es schwerer fällt mit etwaigen Verlusten umzugehen. Es gilt einen kühlen Kopf zu bewahren und diszipliniert zu bleiben.

Rebalancing nicht vergessen

Ein letzter wichtige Hinweis besteht darin, das ETF-Depot regelmässig ins Gleichgewicht zu bringen, also Rebalancing zu betreiben. Wer seine ETF-Sparpläne einmal einrichtet und dann nie wieder anpasst begeht einen klassischen Anfängerfehler. Aus diesem Grund bietet es sich ein, einmal im Jahr über Depot zu gehen und zu schauen, ob die Investments noch immer der gewünschten Gewichtung entsprechen. In einem Jahr, in dem sich Aktien besonders gut entwickelt haben, können diese schnell übergewichtet im Depot werden, was auch das Risiko steigen lässt - möglicherweise mehr, also man dies ursprünglich wollte. Daher sollte in regelmässigen Abständen das gewünschte Anlageverhältnis wieder hergestellt werden.

Martina Köhler, Redaktion finanzen.ch

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