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23.02.2026 07:39:39

MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

MONTAG: In Schanghai ruht der Handel wegen des chinesischen Neujahrsfests. In Tokio wird der Geburtstag des Kaisers begangen und in Moskau der Tag des Verteidigers des Vaterlandes.

+++++ TAGESTHEMA +++++

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den globalen Zollsatz auf 15 Prozent zu erhöhen. Dieser soll viele der Zölle ersetzen, die vom Obersten Gerichtshof der USA am Freitag für illegal erklärt worden waren. In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte der Präsident, der neue Satz werde sofort in Kraft treten. Er sagte, seine Entscheidung zur Erhöhung des Zollsatzes sei das Ergebnis einer "gründlichen, detaillierten und vollständigen Überprüfung des lächerlichen, schlecht geschriebenen und ausserordentlich anti-amerikanischen" Urteils des Obersten Gerichtshofs. Das Gericht wies die Argumentation der Regierung zurück, dass ein Gesetz aus dem Jahr 1977, der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), die Zölle implizit autorisiere. Trump hatte darauf sofort einen globalen Zoll von 10 Prozent unter einer anderen Rechtsgrundlage wieder in Kraft gesetzt - Section 122 des Trade Act von 1974. Diesen Satz erhöhte er schon wenig später auf 15 Prozent. Section 122 erlaubt Zölle von bis zu 15 Prozent für 150 Tage. Nach diesem Zeitraum sollen diese Abgaben laut Trump durch eine längerfristige Zollbefugnis ersetzt werden - Section 301 des Trade Act. Diese Bestimmung würde dauerhaftere Abgaben ermöglichen, erfordert aber monatelange Untersuchungen, bevor Zölle verhängt werden können.

Die 6-3-Entscheidung entzog Trump ein diplomatisches Werkzeug, das er aggressiv nutzte, um US-Handelsabkommen neu zu gestalten und Dutzende Milliarden Dollar von Unternehmen einzunehmen, die ausländische Waren importieren. Es ist unklar, ob die USA dieses Geld an Länder und Unternehmen zurückzahlen werden, die Preiserhöhungen hinnehmen mussten. Das Gericht erklärte nicht, dass Rückerstattungen notwendig seien. Trump betonte, dass er keine Pläne für einen Rückzug habe.

Section 122 wurde ursprünglich konzipiert, um Zahlungsbilanzprobleme auf den Devisenmärkten zu bewältigen. Einige Gelehrte argumentieren, sie sei obsolet geworden, als die USA den Goldstandard aufgaben und ein System flexibler Wechselkurse einführten. Sie wurde noch nie zuvor für Zölle verwendet. Die Trump-Regierung hat noch nicht dargelegt, gegen welche Länder sie mit den längerfristigen Zöllen nach Section 301 vorgehen will. Das Büro des US-Handelsbeauftragten muss jedoch für jede Nation separate Untersuchungen abschliessen. Der Abschluss dieser Untersuchungen dauert in der Regel ein Jahr oder länger. Trump erklärte, die Untersuchungen würden in fünf Monaten abgeschlossen sein - eine Anspielung auf die 150-Tage-Frist für seine neuen globalen Zölle.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:00 DE/Hella GmbH & Co KGaA, vorläufiges Jahresergebnis

10:00 IT/Enel SpA, Kapitalmarkttag und Strategie 2026-2028

22:30 US/JP Morgan Chase & Co, Company Update 2026

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- DE

10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex Februar

PROGNOSE: 88,1

zuvor: 87,6

Lagebeurteilung

PROGNOSE: 86,3

zuvor: 85,7

Geschäftserwartungen

PROGNOSE: 90,0

zuvor: 89,5

- US

16:00 Auftragseingang Industrie Dezember

PROGNOSE: +0,2% gg Vm

zuvor: +2,7% gg Vm

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 25.132,00 -0,6

E-Mini-Future S&P-500 6.877,50 -0,7

E-Mini-Future Nasdaq-100 24.859,75 -0,8

Topix (Tokio) Feiertag

Hang-Seng (Hongk.) 27.077,24 +2,5

Shanghai-Comp. Feiertag -1,3

Freitag:

INDEX zuletzt +/- %

DAX 25.260,69 +0,9

DAX-Future 25.296,00 +1,0

XDAX 25.253,18 +0,9

MDAX 31.823,39 +1,1

TecDAX 3.721,50 +0,6

SDAX 18.023,92 +0,2

Euro-Stoxx-50 6.131,31 +1,2

Stoxx-50 5.258,66 +0,9

Dow-Jones 49.625,97 +0,5

S&P-500 6.909,51 +0,7

Nasdaq Composite 22.886,07 +0,9

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Die europäischen Aktienmärkte werden zum Handelsstart am Montag zunächst im Minus erwartet. Anleger sind erst einmal verunsichert angesichts des Zollchaos nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs am Freitag und warten ab, bis sich möglicherweise mehr Klarheit ergibt. Der DAX am Morgen zunächst bei 25.070 Punkten gesehen nach einem Xetra-Schluss am Freitag mit 25.261. Damit würde er die Gewinne aus dem späten Handel am Freitag in Reaktion auf das Urteil wieder abgeben. Nach der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofes, dass Präsident Trump mit der Einführung pauschaler Importzölle auf Basis eines Notstandsgesetzes seine Befugnisse überschritten habe, verkündete Trump direkt neue Handelsbarrieren. Dies werde nun zum Start in die Woche eingepreist, heisst es. Laut Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, führt diese Entscheidung zu kurzfristigen Vorteilen für Staaten mit bislang höheren "reziproken Zöllen", während bestehende sektorale Ausnahmen - etwa für energie- oder technologiebezogene Produkte - voraussichtlich bestehen blieben.

Rückblick: Fest - Das Urteil des Obersten Gerichts der USA zur Unrechtmässigkeit der Trump-Zölle sorgte für ein en Schub nach oben. Für Euphorie sorgte es aber nicht, weil viele Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die Zölle damit nicht vom Tisch sind und ausserdem eine neue Phase erhöhter Unsicherheit droht. Trump könne die Zölle auf andere Weise umsetzen, hiess es. Für Rückenwind sorgten auch positive Konjunkturdaten aus der Eurozone. DerStoxx-Subindex der Konsumgüterhersteller stellte mit einem Plus von 2,7 Prozent den Branchengewinner. Zu den grösseren Gewinnern gehörten Aktien von Luxusgüterherstellern. Hier ragten Moncler mit einem Plus von 13,4 Prozent heraus nach einem über den Erwartungen ausgefallenen Umsatz. Im Sog zogen auch andere Branchenwerte an. Ausserdem hiess es von Bernstein, das Zollurteil sei eine ausgezeichnete Nachricht für die Luxusgüterindustrie, die stark in die USA exportiere. In Zürich gewannen Sika nach gut ankommenden Geschäftszahlem 3,5 Prozent. Bei Danone überschatteten Rückrufe von Säuglingsnahrung ansonsten gute Geschäftszahlen - der Kurs verlor 0,7 Prozent. Air LIquide gewannen 4,8 Prozent, gestützt von einem höheren Margenziel.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Freundlich - Adidas schlossen nach dem Zollurteil in den USA 2,2 Prozent fester und lagen mit an der DAX-Spitze. Die Aktie hatte auf die Einführung der Zölle besonders negativ reagiert, weil sie insbesondere Länder in Südostasien besonders hart trafen, in denen Adidas produziert. Im MDAX gewannen Puma 1,4 Prozent. Siemens zogen um 1,9 Prozent an und machten weiter Boden gut, nachdem das Papier nach starken Quartalszahlen zuletzt unter Druck geraten war. Bayer waren mit minus 4,2 Prozent DAX-Schlusslicht. Hier wurde weiter schnelle Einigungsfantasie auf den milliardenschweren Vergleich zum Unkrautvernichter Glyphosat in den USA ausgepreist. Fitch hatte den Ausblick für Bayer auf "negativ" gesenkt. Die Änderung des Ausblicks spiegele die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem vorgeschlagenem Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar wider, erläuterten die Bonitätswächter. Thyssenkrupp führten mit gut 5 Prozent Aufschlag den MDAX an, nach einer Kaufempfehlung durch Jefferies.

XETRA-NACHBÖRSE

Auffälligkeiten bei Einzelwerten waren am Freitag nicht zu beobachten.

USA - AKTIEN

Freundlich - Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump als unrechtmässig verurteilt hatte, ging es mit den Kursen nach oben. Davor hatten die Indizes noch leicht nachgegeben, nachdem das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 noch schwächer ausgefallen war, als Ökonomen ohnehin schon erwartet hatten und der Preisanstieg der persönlichen Ausgaben im Dezember einen Tick höher als erwartet ausgefallen war. Das Zollurteil rückte die Daten und auch die anhaltenden Sorgen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten in den Hintergrund. Dass die Reaktion nicht noch positiv ausfiel, erklärten Marktteilnehmer damit, dass es der Trump-Regierung gelingen dürfte, andere Mittel und Wege zu finden, die Zölle zu rechtfertigen und damit aufrecht zu erhalten. Daneben befürchten viele Akteure nun eine Phase erhöhter Unsicherheit mit Blick darauf, wie Trump reagieren wird. In einer ersten Reaktion bezeichnete er das Urteil als "Schande" und drohte umgehend mit Ersatzzöllen und einem globalen Zoll von 10 Prozent. Am Aktienmarkt waren unter anderem Aktien aus dem Transportsektor gesucht. Nvidia legten um 1,0 Prozent zu. Das KI-Chip-Flaggschiff will laut Medienberichten nur noch 30 Milliarden Dollar in die neueste Finanzierungsrunde des ChatGPT-Entwicklers OpenAI investieren. Zuvor habe Nvidia bis zu 100 Milliarden Dollar investieren wollen, so die Financial Times. Akamai Technologies stürzten um 14,0 Prozent ab. Zwar hatte der Cloud-Dienstleister Geschäftszahlen über der Markterwartung vorgelegt. Allerdings verstimmten hohe Investitionen. Sie sollen im laufenden Jahr 23 bis 26 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen verglichen mit 19 Prozent im Jahr 2025.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

February 23, 2026 01:39 ET (06:39 GMT)

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Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 13’499.17 19.50 BMKSEU
Short 13’786.93 13.61 SRPB6U
Short 14’296.14 8.86 B5HSYU
SMI-Kurs: 12’958.59 11.03.2026 17:30:50
Long 12’413.12 19.50 SYUBYU
Long 12’146.14 13.90 SZEBLU
Long 11’608.39 8.89 BBWS3U
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