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Ermittlungen 23.01.2026 17:56:00

Nestlé-Aktie tiefer: Strafuntersuchung nach Säuglingstod

Nestlé-Aktie tiefer: Strafuntersuchung nach Säuglingstod

In Frankreich sind nach dem Tod von zwei Säuglingen Ermittlungen wegen möglicherweise verunreinigter Babymilch eingeleitet worden.

In Frankreich sind nach dem Tod von zwei Säuglingen Ermittlungen wegen möglicherweise verunreinigter Babymilch eingeleitet worden. Zugleich sind sämtliche betroffenen Chargen landesweit aus dem Verkauf genommen worden, wie die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Freitag im Sender BFM-TV erklärte.

Die beiden Kinder hatten laut Behörden ein von Nestlé zurückgerufenes Milchpulver konsumiert, das wegen einer möglichen bakteriellen Verunreinigung aus dem Handel genommen worden war. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Produkt und den Todesfällen sei bislang jedoch nicht nachgewiesen worden, sagte die Ministerin. Eine akute wissenschaftliche Warnlage bestehe derzeit nicht.

Rist rief Eltern dazu auf, auf der staatlichen Internetplattform "Rappel Conso" zu prüfen, ob ihre Produkte betroffen seien. In diesem Fall sollten die Packungen beiseitegelegt und neue gekauft werden.

Sollten Kinder kürzlich Milch aus einer betroffenen Dose getrunken haben, ohne Symptome zu zeigen, bestehe kein Anlass zur Sorge, erklärte die Ministerin weiter. Bei Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall solle jedoch ein Arzt aufgesucht werden, falls die Milch aus einer zurückgezogenen Charge stamme.

Nestlé spricht Trauerfamilien sein Beileid aus

Nestlé sprach in einer Reaktion auf die zwei Strafuntersuchungen den Trauerfamilien der verstorbenen Babys sein "aufrichtigstes Beileid" aus. "Wie von den Behörden erklärt, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen diesen tragischen Ereignissen und dem Verzehr unserer Produkte", erklärte Nestlé France in einer Mitteilung an die französische Nachrichtenagentur AFP.

"Wir (...) stehen den Behörden weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung und arbeiten in voller Transparenz zusammen, um zu jeder notwendigen Klärung beizutragen, wie wir es seit dem ersten Tag tun", erklärte der Lebensmittelhersteller.

Rückruf betrifft rund 60 Länder

Nestlé hatte am 5. Januar einen gross angelegten Rückruf mehrerer Produktionschargen von Marken wie Guigoz und Nidal gestartet, nachdem in Produkten das Gift Cereulid aus einer Zutat in geringen Mengen entdeckt worden war. Mittlerweile betrifft der Rückruf gegen 60 Länder.

Die giftige Substanz wird unter bestimmten Bedingungen von Bakterien der Art Bacillus cereus gebildet und kann heftiges Erbrechen auslösen. Auch die französischen Konzerne Danone und Lactalis kündigten Rückrufe an. In der Schweiz ist unter anderem der Anbieter Hochdorf mit einem Produkt der Marke Bimbosan betroffen.

Laut dem Landwirtschaftsministerium stehen die Rückrufe im Zusammenhang mit einer Rohstofflieferung eines einzelnen Herstellers in China. Beim Unternehmen soll es sich um Cabio Biotech handeln, wie die Tamedia-Zeitungen unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit am Freitag berichteten.

Nestlé treibt Verkauf seiner Wassersparte voran und holt Gebote ein

Nestlé hat den geplanten Teilverkauf seines Wassergeschäfts konkretisiert und holt einem Medienbericht zufolge erste Gebote ein. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern forderte Interessenten auf, noch im Januar Angebote für eine Beteiligung einzureichen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend berichtete.

Die Agentur berief sich auf Personen, die anonym bleiben wollten, weil es sich um eine vertrauliche Angelegenheit handelt. Laut dem Bericht arbeiteten die Investmentgesellschaften Blackstone, KKR, Bain Capital sowie Clayton Dubilier & Rice an möglichen Offerten. Nestlé werde dabei von der Bank Rothschild beraten. Diskutiert werde zudem eine Fremdfinanzierung von zwei bis drei Milliarden Euro.

Zu der rund fünf Milliarden Euro schweren Sparte gehören unter anderem die Marken Perrier und San Pellegrino. Der Konzern hatte Ende 2024 angekündigt, das Wassergeschäft auszugliedern. Ein Sprecher von Nestlé wollte sich gegenüber Bloomberg nicht äussern.

Im Schweizer Handel an der SIX verlor die Nestlé-Aktie schlussendlich 0,98 Prozent auf 72,47 CHF.

Bordeaux/Vevey (awp/afp)

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Bildquelle: Taina Sohlman / Shutterstock.com,Ken Wolter / Shutterstock.com
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