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05.07.2026 16:27:37
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Presseschau vom Wochenende 27 (04./05. Juli)
Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:
FINMA: Finma-Präsidentin Marlene Amstad möchte mehr Transparenz bezüglich Regelverstössen von Banken schaffen können. "Wir schliessen im Durchschnitt 40 Enforcement-Verfahren pro Jahr ab. Über gerade einmal 5 Prozent der abgeschlossenen Fälle dürfen wir die Öffentlichkeit informieren", sagte Amstad im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Sie wirbt auch dafür, dass die Finma künftig Bussen verhängen kann. Eine Regelverletzung sei ein Versuch, sich dem fairen Wettbewerb zu entziehen, sagte sie. Eine Busse stelle diesen wieder her. (NZZaS, S. 35; sh. separate Meldung)
ARBEITSMARKT I: Die UBS streicht Tausende Stellen, Novartis 550, Takeda 280, Sunrise knapp 150. Diese und andere News machten zuletzt Schlagzeilen. Eine Abbauwelle schwappt durchs Land und die Erwerbslosenquote steigt, wie die "Sonntagszeitung" schreibt. Swissmem-Präsident Martin Hirzel spricht von einer "Super-Rezession" mit dem Verlust von 6600 Arbeitsplätzen in der Industrie im Jahr 2025. Doch die Abbauwellen seien längst auch auf andere Branchen übergeschwappt, sagt eine Wirtschaftsanwältin mit Spezialgebiet Arbeitsrecht. Die Schweiz sei zu teuer für Blue Collars, also lagert man aus. Das sei im Grunde nicht neu, genauso wenig wie der immer stärker werdende Franken. Und als wäre das nicht genug, komme mit KI bereits das nächste Übel für Büro-Jobs. Hirzel fordert indes Massnahmen der Politik zur Stärkung der Wirtschaft, wie einen besseren Marktzugang und er kritisiert die Blockade bei Freihandelsabkommen. (SoZ, S. 35-36)
ARBEITSMARKT II: Die Generation Z, auf deren Schultern die Kosten der überstrapazierten Vorsorgesysteme lasten, droht in noch nie da gewesener Zahl aus dem Berufsleben auszuscheiden, bevor sie überhaupt richtig darin angekommen ist. "Erstmals trifft es auch die Gutausgebildeten", sagt die Ökonomin Monika Bütler gegenüber der "NZZ am Sonntag". So ist die Zahl der Stellenausschreibungen für Berufseinsteiger primär wegen der künstlichen Intelligenz stark zurückgegangen. Gleichzeitig gab es unter den Jungen noch nie so viele IV-Rentner wie heute. Die Zahl steigt vor allem wegen psychischer Erkrankungen, die unter anderem auch mit der Belastung durch berufliche Unsicherheit zusammenhänge. "Ich beneide diese Generation nicht darum, in der heutigen Zeit in den Arbeitsmarkt einsteigen zu müssen", sagt der Organisationsforscher Hans Rusinek. Er betont: "Der Markt hängt schief." Firmen seien angesichts von KI je länger, desto weniger bereit, ihren Angestellten die Fähigkeiten beizubringen, die für spätere Positionen verlangt würden. (NZZaS, S. 11)
TOURISMUS: Schweiz Tourismus hat den gesetzlichen Auftrag, Gäste ins Land zu locken. Aufgrund der Wachstumsskepsis in der Bevölkerung - Stichwort Overtourism - ist dieser Auftrag aber zunehmend umstritten. So hat Schweiz Tourismus die Strategie und die Kommunikation angepasst und Anfang 2024 verkündet, dass neu die geografische und zeitliche Verteilung der Besuchermassen im Vordergrund stehen soll. Das Ziel: eine Entlastung der touristischen Hotspots. In der Leistungsvereinbarung mit dem Bund wird verlangt, dass kleinere und mittlere Destinationen gegenüber den 50 grössten Destinationen Marktanteile gewinnen oder zumindest halten. Dieses Ziel wurde bisher klar verfehlt, heisst es in einer Analyse der "NZZ am Sonntag". In der Logiernächte-Statistik sind keine Hinweise auf eine bessere Verteilung erkennbar - weder räumlich noch zeitlich. Im Gegenteil: Seit der Einführung der neuen Strategie haben die Grossen ihren Vorsprung gar weiter ausgebaut. Sie steigerten die Übernachtungen gegenüber 2023 um 1,7 Millionen Logiernächte, ein Plus von über 6 Prozent. Die rund 130 kleineren Destinationen verzeichneten dagegen weniger als 2 Prozent Wachstum. Schweiz Tourismus räumt ein, dass sich die Besucherströme bisher nicht verlagert haben. Die Organisation ist jedoch der Meinung, dass es noch zu früh sei für eine Bilanz. (NZZaS, S. 35)
US-ZÖLLE I: Bundespräsident Guy Parmelin steht in der Kritik, weil er bei seinem USA-Besuch im Zollstreit keinerlei Zugeständnisse abringen konnte und gleichzeitig den USA einseitig entgegenkommen will. SP-Ständerätin Franziska Roth will nun dafür sorgen, dass die geplanten Lockerungen bei der Zulassung amerikanischer Autos und Medizinprodukte den Kommissionen zur Konsultation vorgelegt werden, wie die "Sonntagszeitung" schreibt. Der Bundesrat hingegen plant, die Änderungen auf dem Verordnungsweg ohne Mitsprache des Parlaments durchzudrücken. Dagegen gibt es Widerstand, sowohl aus der Politik als auch von den Autoimporteuren. Die Branche warnt vor Sicherheitsrisiken, wenn US-Autos erleichtert zugelassen werden. (SoZ, S. 2-3)
US-ZÖLLE II: Nach dem Nein des Nationalrats zum Mercosur-Abkommen und wegen Drohungen neuer US-Importzölle arbeitet eine Gruppe nach Informationen der "NZZ am Sonntag" an einer Lösung. Das Gremium um die Ständeräte Benedikt Würth (Mitte/SG) und Damian Müller (FDP/LU) wollen ihren Entwurf im August der Aussenpolitischen Kommission vorstellen, wie die Zeitung schrieb. Die US-Regierung wirft der Schweiz vor, zu wenig gegen Zwangsarbeit zu unternehmen. Der Entwurf solle eine ähnliche Wirkung wie die EU-Verordnung gegen Zwangsarbeit haben. Ein entsprechender Passus könnte im Zollstreit mit den USA nützen, sagte die Staatssekretärin für Wirtschaft, Helene Budliger Artieda, laut der Zeitung in Gesprächen mit Parlamentsmitgliedern. (NZZaS, S. 12)
mk/
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