Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
Trading Signals 07.07.2026 14:03:00

Trading Signals: Gold: Kollektiver Irrtum?

Trading Signals: Gold: Kollektiver Irrtum?

Die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik lastete in den vergangenen Monaten auf dem Goldpreis - sollte sich diese Perspektive als falsch erweisen, könnte das Edelmetall einen Rebound erleben.

Seit knapp sieben Woche steht Kevin M. Warsh an der Spitze der US-Notenbank. Am 22. Mai hat der Harvard-Absolvent den Chefsessel übernommen. Er löste Jerome Powell ab, der dem Druck aus dem Weissen Haus bis zuletzt Stand hielt. US-Präsident Donald Trump hatte auf Zinssenkungen gepocht und zu diesem Zweck vor persönlichen Attacken auf den Fed Chairman nicht zurückgescheut. Wer geglaubt hatte, der Nachfolger würde seine Forderung so schnell wie möglich erfüllen, sieht sich eines Besseren belehrt.

An der ersten Sitzung unter der Leitung von Kevin Warsh hat der Offenmarktausschuss den Leitsatz Mitte Juni auf der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Gleichzeitig schlug der neue Fed-Chef, angesichts einer durch den Iran-Konflikt angeheizten Inflation, strenge Töne an. In ihrem Ausblick deutet die Notenbank für das laufende Jahr nun sogar die Möglichkeit einer Straffung der Geldpolitik an. Noch im März hatte sie eine Lockerung in den Raum gestellt.

Enge Verbindung zum Zinsniveau

Von der Taube zum Falken - dieser Schwenk warf Gold schon vor dem Führungswechsel beim Fed aus der Bahn. Bis in den Januar hinein hatten die Märkte daraufgesetzt, dass die USA im laufenden Jahr weitere Zinssenkungen bekommen. Da Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft, ist eine solches Szenario für das Edelmetall förderlich. Gleiches gilt umgekehrt. Folgerichtig nahm der nach dem Allzeithoch von knapp 5,600 US-Dollar je Feinunze aufgekommene Verkaufsdruck mit der Eskalation im Nahen Osten zu.

Zuletzt hat sich die Notierung stabilisiert. Als Rückhalt entpuppte sich der horizontale Widerstand im Bereich von 4.000 US-Dollar. Ausgehend von diesem Niveau zog die Feinunze an den vergangenen Tagen leicht an. Jetzt kommt die zweite Säule der US-Geldpolitik ins Spiel. Neben der Inflation kümmert sich das Fed um den Arbeitsmarkt und peilt hier Vollbeschäftigung an. Im Juni 2026 ist der Jobmotor ins Stocken geraten. Ausserhalb der Landwirtschaft baute die US-Wirtschaft 57.000 neuen Stellen auf. Laut Reuters hatten Ökonomen im Schnitt mit 110.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet. Dem nicht genug: Die Zahlen für den April wurden vom Arbeitsministerium von zunächst gemeldeten 172.000 auf 129.000 neue Jobs revidiert. Die Arbeitslosenrate ist dagegen im Juni überraschenderweise um 10 Basispunkte auf 4.2 Prozent geschrumpft.

Spannende Inflationsdaten

Die Reaktion des Goldpreises auf den "Nonfarm Payroll"-Report spricht dennoch dafür, dass die geldpolitischen Erwartungen einmal mehr kippen könnten. Noch preisen die Geldmärkte für die erste Fed-Sitzung nach der Sommerpause im September eine Zinserhöhung ein. Doch die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei weniger als 50 Prozent. Für den Fall, dass der Inflationsdruck nachlässt, könnte diese Quote weiter schrumpfen. Heute in einer Woche publiziert das U.S. Bureau of Labor Statistics den Consumer Price Index (CPI) für Juni. Nachdem der Ölpreis im Berichtsmonat um mehr als ein Fünftel eingebrochen ist, dürfte die Teuerung deutlich zurückgekommen sein. Kevin Warsh selbst betonte jüngst an einer EZB-Konferenz in Portugal, dass sich die Inflationserwartungen und -gefahren in den vergangenen Wochen abgeschwächt haben.

Ein taubenhaftes Szenario

Der vom Fed besonders starke beachtete PCE Preisindex wird erst am 30. Juli publiziert - zu spät für die Entscheidungsträger im Fed. Der Offenmarktausschuss trifft bereits am Tag zuvor den letzten Beschluss vor der Sommerpause. Sollte sich die Aussicht auf eine Zinserhöhung tatsächlich als kollektiver Irrtum entpuppen oder auch nur die Zweifel daran zunehmen, könnte Gold weiter Schwung aufnehmen. Das gilt umso mehr, da es schwer vorstellbar ist, dass Kevin Warsh ohne Not den Falken gibt. Vielmehr dürfte der Fed-Chef kaum zögern und Trumps innigen Wunsch erfüllen, sobald die Datenlage das auch nur einigermassen hergibt.

Die kurzfristige Spekulation auf einen Rebound beim wichtigsten Edelmetall lässt sich über einen Call Warrant mit Knock-Out ins Portfolio implementieren. Leonteq preist ein Knock-Out Level von 3.525,6814 US-Dollar ein. Damit liegt die dem Ausübungspreis entsprechenden Marke knapp 15 Prozent unter dem Goldpreis. Aus dieser Konstellation resultiert ein Hebel von 6.8. Achtung: Sollten die Falken im Fed die Oberhand behalten und das Edelmetall dem Abwärtstrend treu bleiben, drohen überproportionale Verluste.

Trading Idee Gold
Basiswert Gold
Produktgattung Call Warrant mit Knock-Out
Investmentrichtung Long
Emittent Leonteq
ISIN / Valor CH1537202603 / 153720260
Laufzeit Open End
Stand 07.07.26 09:15 Uhr
Kurs Hebelprodukt 4.882 Franken
Basispreis variabel 3.525,6814 USD
Knock-out-Schwelle 3.525,6814 USD
Hebel 6.83
Abstand zum Knock-out 14.63%
Stop-Loss 2.90 Franken
Ziel 7.50 Franken (54%)

Werbung

Disclaimer:

Die Trading Signals ist ein Service der finanzen.net GmbH in Kooperation mit dem Dienstleister H&I GmbH. Für die Produktauswahl und den Inhalt des Artikels ist allein der genannte Dienstleister verantwortlich.

Der Dienstleister versichert, dass Analysen unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemässen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit abgefasst werden. Wir weisen Sie darauf hin, dass finanzen.net aktuell oder in den letzten zwölf Monaten eine entgeltliche Werbungskooperation mit Emittenten von Strukturierten Produkten eingegangen ist. Weiterhin empfehlen wir Interessenten vor einem möglichen Investment in die in diesem Artikel genannten Wertschriften den jeweils relevanten und rechtlich ausschliesslich massgeblichen Wertpapierprospekt (Basisprospekt, die dazugehörigen Endgültigen Bedingungen sowie etwaig Nachträge dazu auf der Seite des jeweiligen Emittenten zu lesen, um sich möglichst umfassend zu informieren. Insbesondere gilt dies für die Risiken eines möglichen Investments in die genannten Wertschriften.


Bildquelle: Bulent camci / Shutterstock.com

Struki Kompakt (5/7): So handelst du Strukturierte Produkte in der Schweiz – jetzt bei Finanz.Punkt.

In der 5. Episode unserer siebenteiligen Finanzpunkt-Serie geht es um Marktstruktur und Risiken bei Strukturierten Produkten. Im Zentrum stehen Handelsplätze in der Schweiz, Liquidität, Preisbildung und die Frage, worauf Anlegerinnen und Anleger beim Kauf besonders achten sollten.
In dieser Folge geht es um:
die Marktstruktur für Strukturierte Produkte in der Schweiz
Unterschiede zwischen Börse und OTC-Plattformen
Emittentenrisiko und Besicherung
Preisbildung, Liquidität und Spread
warum der Handelszeitpunkt wichtig ist
Regulierung und Anlegerschutz
typische Fehler von Privatanlegern
Warrants, Volatilität und zu weit entfernte Basispreise
konservative Hebelstrategien bei Hebelprodukten
warum der direkte Kontakt mit Emittenten helfen kann

️ Jetzt reinhören auf Spotify oder Apple Podcast
Spotify: Spotify
Apple Podcast: Apple

Struki Kompakt (5/7): So handelst du Strukturierte Produkte in der Schweiz – jetzt bei Finanz.Punkt.