Schweizerische Nationalbank Aktie 131926 / CH0001319265
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24.04.2026 14:04:00
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Gegen die Frankenstärke: SNB-Vize sieht Erfolg bei Deviseninterventionen
SNB-Vizepräsident Antoine Martin hat sich mit Blick auf Massnahmen gegen die Frankenstärke positiv geäussert.
Der Schweizer Franken habe nach dem Ausbruch des Kriegs im Iran an Wert verloren. Man sei besorgt über die Frankenstärke, aber seit Beginn des Konflikts habe sich die Lage recht positiv entwickelt, so Martin.
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SNB-Präsident: Ob wir am Devisenmarkt aktiv waren, geben wir erst später bekannt
Der Schweizer Franken wird in Krisen als sicherer Hafen stärker nachgefragt, und die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat zu Beginn des Iran-Kriegs betont, sie habe eine erhöhte Bereitschaft für Interventionen am Devisenmarkt. Ob es tatsächlich zu Deviseninterventionen gekommen ist, wollte SNB-Präsident Martin Schlegel in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (Freitagausgabe) aber nicht verraten.
Mit Blick auf die Ankündigung, aktiv zu bleiben, sagte er: "Wir haben dies getan, weil eine schnelle und abrupte Aufwertung des Frankens die Preisstabilität gefährden würde." Ob dieser dann auch tatsächlich Interventionen gefolgt sind, kommuniziert die SNB erst zu einem späteren Zeitpunkt: "Ob wir am Devisenmarkt aktiv waren, geben wir erst mit einem Quartal Verzögerung bekannt. Ich muss Sie auf Ende Juni vertrösten."
Auf scharfe Kritik von Vertretern der Uhrenbranche, wie etwa Swatch-Chef Nick Hayek oder Breitling-CEO Georges Kern, die Notenbank tue zu wenig gegen den starken Franken, ging Schlegel indes nicht direkt ein. "Die SNB führt die Geld- und Währungspolitik im Gesamtinteresse des Landes. Wir können und dürfen unsere Geldpolitik nicht auf einzelne Branchen oder Bevölkerungsgruppen ausrichten."
Die Nationalbank übersehe aber nicht die Herausforderungen der Unternehmen: "Ich habe grossen Respekt vor den Firmen in der Schweiz, insbesondere den Exporteuren, die sich täglich im internationalen Wettbewerb behaupten müssen."
UBS-Regulierung "verhältnismässig, gezielt und effektiv"
Über den andauernden Iran-Krieg zeigte Schlegel sich derweil besorgt: "Die Stimmung bei den Zentralbanken und Finanzministerien ist nicht gut. Der Hauptgrund ist der Konflikt im Nahen Osten", sagte er mit Blick auf das IWF-Treffen vergangene Woche.
Die entscheidende Frage sei, wie lange der Konflikt andauert und ob die Energiepreise hoch bleiben. "Wenn sich die Energiepreise rasch wieder normalisieren, wäre der Einfluss auf Inflation und Wirtschaftswachstum wohl nur vorübergehend", so Schlegel. "Sollte der Konflikt jedoch länger anhalten und die Energiepreise hoch bleiben, sind deutlich grössere Auswirkungen zu erwarten."
Derweil betonte der Präsident in dem NZZ-Interview auch erneut den Standpunkt der SNB in Sachen UBS-Regulierung, insbesondere auch mit Blick auf die umstrittene vollständige Unterlegung der ausländischen Beteiligungen mit Eigenkapital: "Nach der Krise der Credit Suisse haben die Behörden diese analysiert und daraus geeignete Massnahmen abgeleitet. Die vollständige Kapitalunterlegung von ausländischen Beteiligungen ist absolut zentral, um die Widerstandsfähigkeit der systemrelevanten Banken zu erhöhen." Insgesamt halte die SNB die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen für "verhältnismässig, gezielt und effektiv, um die Schwachstellen zu beheben".
SNB-Präsident sieht erhöhte Unsicherheit für Schweizer Wirtschaft
Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich laut SNB-Direktoriumspräsident Martin Schlegel auch auf die Schweiz aus. So sei die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Schweizer Wirtschaft und der Inflation "deutlich gestiegen".
Der Nahost-Konflikt mache die globale Wirtschaftslage "sehr unsicher" und die gestiegenen Energiepreise würden in den kommenden Monaten die Inflation in vielen Ländern weiter erhöhen, erklärte Schlegel am Freitag an der Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). "Das globale Wachstum dürfte sich vorübergehend verlangsamen."
In der Schweiz könnte das Wachstum laut Schlegel kurzfristig "eher verhalten ausfallen", auch wenn die SNB mittelfristig eine gewisse Belebung erwarte. In den kommenden Quartalen würden zudem die höheren Energiepreise die Inflation auch in der Schweiz weiter anheben.
Erhöhte Bereitschaft
Der Aufwertungsdruck auf die Schweizer Währung habe Anfang Jahr und mit der Eskalation im Nahen Osten zugenommen, sagte Schlegel. "In unsicheren Zeiten wird der Franken als sicherer Hafen gesucht."
Die SNB beobachte entsprechend die Lage laufend. "Und wenn nötig werden wir die Geldpolitik anpassen." Eine solche Anpassung erfolge dann, wenn die monetären Bedingungen nicht mehr angemessen seien und die Preisstabilität ohne Anpassung gefährdet wäre. "Dann zögern wir nicht zu handeln."
Sowohl beim SNB-Leitzins als auch bei den Devisenmarktinterventionen habe die SNB "den vollen Handlungsspielraum", betonte Schlegel. "Unsere Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, ist wegen des Konflikts im Nahen Osten erhöht." Damit könne die SNB einer "raschen und übermässigen" Aufwertung des Frankens entgegenwirken.
Geldpolitik wirkt expansiv
Im vergangenen Jahr habe die SNB den Leitzins in zwei Schritten auf Null gesenkt, und ihn an den letzten drei Lagebeurteilungen nicht mehr angepasst, erinnerte Schlegel. Zurzeit wirke die Geldpolitik der SNB expansiv. Die tiefen Zinsen wirkten primär über die Kredite und den Wechselkurs. "Sie machen Kredite günstiger, fördern Investitionen und unterstützen damit die konjunkturelle Entwicklung."
Das zeige sich auch in den Daten: Das Wachstum der Kredite habe über das letzte Jahr zugenommen. Und beim Wechselkurs machten die im Vergleich zum Ausland tiefen Zinsen den Franken weniger attraktiv. Das Ziel der Geldpolitik der SNB sei aber immer die Preisstabilität - dies unter Berücksichtigung der Konjunktur, betonte Schlegel.
Stabilität wird wertvoll
Auch Bankratspräsidentin Barbara Janom Steiner verwies in ihrer Rede vor den SNB-Aktionärinnen und Aktionären auf die gestiegene Unsicherheit angesichts des aktuellen Weltgeschehens. "Wir leben in einer neuen westlichen Welt, einer Welt, in der sich die Wertehaltung massgeblich verändert." In dieser Welt würden die Rechtsstaatlichkeit, freie Meinungsäusserung, demokratische Errungenschaften und internationale Organisationen und Staatenbündnisse in Frage gestellt.
In einem solchen Umfeld werde Stabilität zu einem besonders wertvollen Gut, sagte die Bankratspräsidentin. Genau dafür stehe die Nationalbank seit jeher. "Gerade dann, wenn Märkte unter Druck geraten, Inflation anzieht oder globale Krisen Unsicherheit schaffen, zeigt sich, wie wichtig eine besonnene und unabhängige Zentralbank ist."
Die stabilitätsorientierte Geldpolitik der SNB sei das Resultat klarer Prinzipien: "Institutionelle Unabhängigkeit, fachliche Kompetenz und eine konsequente Ausrichtung am gesetzlichen Auftrag". Die Nationalbank entziehe sich bewusst kurzfristigen politischen Einflüssen. "Gerade das macht sie zu einem verlässlichen Orientierungspunkt in einem oft unruhigen Umfeld."
ys/
Zürich (awp)
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