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24.06.2026 22:59:00
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Iran-Deal steht (vielleicht): Wer sind die Gewinner?
Es ist ein Wendepunkt mit Fragezeichen. Präsident Trump hat die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet, die den Krieg dauerhaft beenden, die Seeblockade aufheben und den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus binnen 30 Tagen wieder auf volle Kapazität bringen soll.
Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran, dauerhaft auf Atomwaffen zu verzichten. Die Märkte reagierten unmittelbar: Die Ölsorten Brent und WTI fielen auf unter 80 Dollar je Barrel, der durchschnittliche Benzinpreis in den USA rutschte erstmals seit Kriegsbeginn unter vier Dollar je Gallone. Schon im Mai hatten die hohen Spritpreise den US-Konsum erstaunlich wenig gebremst, die Einzelhandelsumsätze stiegen kräftig. Fällt diese Belastung nun weg, dürfte sich der Effekt noch verstärken.
Doch der 14-Punkte-Rahmen lässt Spielraum. Ob die zunächst gebührenfreie Passage über die ersten 60 Tage hinaus bestehen bleibt, ob der Kongress die Sanktionsaufhebung mitträgt und ob Israel die Vereinbarung respektiert, bleibt offen. Trump selbst räumte ein, dass eine Verlängerung der gebührenfreien Durchfahrt nicht schriftlich fixiert ist, sondern auf einem Einvernehmen beruhe. Für Anleger heisst das: Die Entspannung ist greifbar, ihre Nachhaltigkeit aber ungewiss. Deshalb: Wer auf die Profiteure der neuen Lage setzen will, sollte breit und über mehrere Wirkungskanäle streuen.
Der direkteste Nutzniesser ist die Reisebranche, die gleich doppelt von sinkenden Kerosinkosten und wieder offenen Flugrouten profitiert. Der US Global Investors Travel UCITS ETF bündelt weltweit Fluggesellschaften, Hotelketten und Kreuzfahrtunternehmen, von Delta und United über Marriott und Hilton bis Booking und Ryanair. Der aktiv gemanagte Fonds kostet 0.69 Prozent jährlich. Er ist allerdings mit 17 Mio. Fr. Fondsvolumen klein. Über fünf Jahre legte er gut 25 Prozent zu, bei einer hohen Volatilität von rund 20 Prozent. Aber als kleine Beimischung vertretbar.
Eine indirekte Wette ist der europäische Konsument. Sinkende Energiepreise wirken wie eine Steuersenkung und kehren als Kaufkraft zurück, was zyklische Konsumtitel überproportional begünstigt. Der State Street SPDR MSCI Europe Consumer Discretionary UCITS ETF versammelt mit LVMH, Richemont, Inditex, Hermès und Ferrari die Schwergewichte des europäischen Markenkonsums. Mit 0.18 Prozent Gesamtkostenquote ist er günstig, repliziert physisch und thesauriert. Nach schwachen Jahren zog der Fonds zuletzt deutlich an, allein über drei Monate um gut 9 Prozent. Das Fondsvolumen liegt bei 55 Mio. Fr.
Als Profiteur sinkender Risikoprämien rückt schliesslich die Golfregion in den Blick. Der iShares MSCI Saudi Arabia Capped UCITS ETF bildet den saudischen Leitmarkt ab, dominiert von Finanzwerten wie Al Rajhi Bank und Saudi National Bank sowie dem Ölkonzern Saudi Aramco. Bei 411 Mio. Fr. Volumen und 0.60 Prozent TER liefert er Zugang zu einer Region, der ein stabilisierter Naher Osten zugutekommt: Eine wieder freie Schifffahrt am Golf, abnehmende Kriegsrisiken und ein berechenbareres Investitionsumfeld stützen die Bewertungen. Dass die historische Rivalität zwischen Riad und Teheran fortbesteht, bleibt dabei ein Unsicherheitsfaktor.
Fazit: Die Iran-Entspannung eröffnet ein klares Chancenfeld, von der Reisebranche über den europäischen Konsum bis zu den Golfmärkten. Anleger sollten jedoch im Blick behalten, dass die Vereinbarung noch nicht abschliessend gesichert ist und ein Rückschlag jederzeit möglich erscheint.
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