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Reale Fundamente? 02.09.2026 04:13:00

Japan-ETFs: Die Doppelwette auf Nippons Comeback

Japan-ETFs: Die Doppelwette auf Nippons Comeback

Im Juli 2026 gehörte ausgerechnet ein Einzelmarkt zu den meistgekauften ETF-Produkten Europas: Der iShares MSCI Japan ETF sammelte allein in diesem Monat 1,57 Mrd. Euro ein und reihte sich zwischen breite Welt- und US-Fonds in die Spitzengruppe ein.

Der Hintergrund ist eine Rally, die seit Monaten kaum an Tempo verliert. Getrieben wird sie von einer selten klaren politischen Linie: Japans Premierministerin Sanae Takaichi setzt auf expansive Fiskalpolitik und staatliche Programme für Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Verteidigung und Schiffbau. Dazu kommt eine Revolution in den Chefetagen. Seit 2023 drängt die Börse Tokio Unternehmen mit Marktkapitalisierungen unter Buchwert, ihr Kapital produktiver einzusetzen. Die Folge sind Rekord-Aktienrückkäufe, steigende Dividenden und der Abbau jener Überkreuzbeteiligungen, die das Management früher vor Aktionärsdruck schützten.

Auffällig ist, worauf viele Anleger dabei zunehmend setzen: auf ein Comeback des Yen. Die Währung war zuletzt kein Freund, sondern ein Bremsklotz, wenn es besonders um auf Yen lautende Anlagen ging. Der Yen fiel im Juli auf 163,99 je Dollar, den schwächsten Stand seit 1986, und selbst eine koordinierte Intervention Japans und der USA Ende Juli verpuffte binnen zwei Wochen immerhin zur Hälfte. Doch immer mehr Marktteilnehmer glauben, dass eine nachhaltige Trendwende hin zu einem wieder stärkeren Yen bevorstehen könnte.

Der Grund: Die Bank of Japan hob ihren Leitzins im Juni auf 1,0 Prozent an, den höchsten Stand seit 31 Jahren, und der Markt preist weitere Schritte ein. Grosse Adressen positionieren sich bereits: Australiens zweitgrösste Pensionskasse hat ihre grösste Yen-Übergewichtung seit Jahren aufgebaut, in der Erwartung, dass die Zinswende den Yen dreht. Wer heute ungesichert einsteigt, wettet also doppelt, auf weiter steigende japanische Aktien und auf einen erstarkenden Yen. Wie lässt sich das umsetzen?

Der UBS Core MSCI Japan UCITS ETF JPY acc ist der breite, günstige Einstieg. Mit einer TER von 0.12 Prozent, physischer Vollreplikation und einem Fondsvolumen von 4'074 Mio. Fr. bildet er den MSCI Japan mit 167 Titeln ab, von Mitsubishi UFJ über Toyota bis Tokyo Electron. Die Erträge werden thesauriert, die Währung nicht abgesichert. Auf ein Jahr steht ein Plus von 27.3 Prozent zu Buche, über fünf Jahre knapp 42 Prozent. Ein solides Fundament, das die Yen-Schwäche allerdings ungefiltert mitträgt.

Konzentrierter, technologielastiger und mit der stärksten Bilanz präsentiert sich der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D. Er ist mit 0.09 Prozent TER der günstigste Japan-ETF überhaupt, repliziert physisch und schüttet halbjährlich aus, zuletzt mit einer Ausschüttungsrendite von rund 1.5 Prozent. Das Fondsvolumen beträgt 1'854 Mio. Fr. Der Nikkei 225 ist kursgewichtet und dadurch stark auf wenige Schwergewichte fokussiert: Fast Retailing, Advantest und Tokyo Electron stellen zusammen bereits rund 29 Prozent des Portfolios. Das erklärt die Ausnahmeperformance von 45.6 Prozent auf Jahressicht, bedeutet aber auch die höchste Volatilität der drei Fonds mit fast 27 Prozent.

Wer die Aktienchance will, aber die Währungswette doch meiden möchte, wird im iShares MSCI Japan CHF Hedged UCITS ETF (Acc) fündig. Er sichert das Yen-Risiko gegenüber dem Franken ab und macht damit sichtbar, wie viel die Währung kostet: Auf ein Jahr steht ein Plus von 34.5 Prozent, also gut sieben Prozentpunkte mehr als beim ungesicherten UBS-Pendant auf denselben Index. Der Preis dafür ist eine deutlich höhere TER von 0.64 Prozent, dazu kommen physisches Sampling statt Vollreplikation und ein kleineres Volumen von 239 Mio. Fr.

Fazit: Japans Rally ruht auf realen Fundamenten. Für Euro- und Franken-Anleger bleibt die Währung aber der entscheidende Hebel. Ungesicherte Produkte sind eine Wette darauf, dass der schwache Yen seinen Boden gefunden hat, gesicherte Produkte bieten die Aktienstory ohne dieses Kalkül. Wer sich für die ungesicherte Variante entscheidet, sollte wissen, dass er zwei Trends gleichzeitig braucht.

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Bildquelle: Andresr / Shutterstock.com,Jim Barber / Shutterstock.com

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