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Rechtsrahmen im Blick 26.12.2025 23:02:00

Synthetische ETFs: Welche regulatorischen Risiken Anleger kennen sollten

Synthetische ETFs: Welche regulatorischen Risiken Anleger kennen sollten

Synthetische ETFs gelten als effiziente Alternative zur physischen Indexabbildung, bringen jedoch besondere regulatorische Anforderungen mit sich.

• Synthetische ETFs - häufig als Swap-ETFs bezeichnet - nutzen Derivate, wobei das Kontrahentenrisiko im Fokus regulatorischer Anforderungen steht
• Hohe Transparenz- und Besicherungsanforderungen sollen Risiken aus Sicherheiten und Derivatekontrakten begrenzen
• In der Schweiz sind synthetische ETFs bei Sicherheiten ausgeschlossen, Risiko- und Derivatevorschriften gelten über das FMIA (Financial Market Infrastructure Act)

Synthetische ETFs bilden einen Index nicht über den direkten Kauf der enthaltenen Wertpapiere nach. Stattdessen werden Derivate genutzt, meist in Form von Swap-Vereinbarungen mit Banken. Die Indexentwicklung wird über einen Tauschvertrag geliefert, während der ETF selbst einen separaten Sicherheitenkorb hält. In der Schweiz dürfen Fonds jedoch nicht in synthetische ETFs als Sicherheiten investieren, sondern nur in liquide und qualitativ hochwertige Wertpapiere wie Staatsanleihen oder grosse Standardwerte.

Kontrahenten- und Gegenparteirisiko

Da synthetische ETFs von Swap- und anderen Derivatekontrakten abhängen, rückt der jeweilige Handelspartner - meist eine Investmentbank - in den Mittelpunkt des Risikos. Fällt dieser Kontrahent aus, kann der ETF die zugesicherte Indexperformance unter Umständen nicht mehr vollständig erhalten. Die Schweizer Regulierung verlangt, dass offene Swap-Positionen durch hochwertige Sicherheiten abgesichert werden, um Verluste zu begrenzen.

Transparenz und Bedeutung der Sicherheiten

Ein weiterer Punkt ist die Transparenz der Sicherheiten. Anders als physisch replizierende ETFs, die offenlegen, welche Aktien sie halten, arbeiten synthetische ETFs mit einem Sicherheitenportfolio. In der Schweiz muss dieses Portfolio bestimmte Kriterien erfüllen: keine anderen synthetischen ETFs, hohe Liquidität und hohe Qualität der Vermögenswerte. Die regelmässige Offenlegung der Struktur ist notwendig, damit Anleger Risiken realistisch einschätzen können.

Regulierung von Derivaten

Swap-Vereinbarungen gelten als Derivate und unterliegen in der Schweiz dem Financial Market Infrastructure Act (FMIA/FinfraG). Dieses Regelwerk sorgt für Transparenz, Risikobegrenzung und Meldungen an die zuständigen Aufsichtsstellen. Bei ausserbörslich gehandelten (OTC-)Swaps können zusätzliche Risiken entstehen, weshalb eine sorgfältige Auswahl der Kontrahenten und der Sicherheiten zentral ist.

Risiko für Anleger

In der Schweiz gilt: Obwohl synthetische ETFs mit Derivaten arbeiten, ist das Risiko durch strenge Vorschriften zu Besicherung und Kontrahentenwahl begrenzt. Anleger sollten die Komplexität dieser Produkte verstehen und sich bewusst sein, dass die Schweizer Vorschriften spezifisch synthetische ETFs als Sicherheiten ausschliessen, wodurch das Kontrahentenrisiko deutlich kontrollierter ist.

Redaktion finanzen.ch

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