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ETFs 03.09.2025 13:15:46

Value-ETFs: Warum Substanzwerte jetzt wieder punkten

Value-ETFs: Warum Substanzwerte jetzt wieder punkten

Die jüngsten Quartalszahlen von Nvidia zeigen ein paradoxes Phänomen: Trotz weiterhin beeindruckender Wachstumsraten reagierten die Märkte enttäuscht.

Der Grund liegt in den astronomischen Erwartungen, die Growth-Aktien mittlerweile erfüllen müssen. Wenn selbst ein Umsatzplus von 56 Prozent auf 46.7 Mrd. Dollar und ein Ausblick von 54 Mrd. Dollar für das nächste Quartal die Aktie fallen lassen, ist das ein deutliches Signal für überhitzte Bewertungen im Growth-Segment.

Diese Entwicklung rückt Value-Investing wieder ins Rampenlicht. Während Growth-Titel bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 50 oder mehr gehandelt werden, weisen Value-Aktien oft fundamentale Niedrig- oder Unterbewertungen auf. Die aktuelle Marktphase zeigt typische Anzeichen einer Trendwende: Growth-Momentum lässt nach, Bewertungen normalisieren sich, und defensive Qualität wird wieder geschätzt.

In diesem Umfeld profitieren Value-ETFs von mehreren strukturellen Vorteilen: Sie investieren in etablierte Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, die oft auch attraktive Dividendenrenditen bieten. Gerade in einem unsicheren Marktumfeld, geprägt von geopolitischen Spannungen und Zinssorgen, bieten diese Titel stabilere Erträge als hochbewertete Technologiewerte. Die historische Analyse zeigt, dass Value-Strategien in längeren Zeiträumen oft überlegen abschneiden. Nach Jahren der Growth-Dominanz deutet sich eine Normalisierung an. Professionelle Investoren beginnen bereits, ihre Portfolios entsprechend umzuschichten - ein Trend, der sich in den kommenden Quartalen verstärken dürfte. Eine interessante Option für US-Value-Engagement ist der JPMorgan Active US Value UCITS ETF EUR Hedged (acc) . Mit nur 152 Positionen fokussiert er sich auf ausgewählte US-Value-Titel unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien. Die grössten Positionen umfassen Wells Fargo mit 3.5 Prozent, Bank of America mit 3.0 Prozent und Western Digital mit 1.8 Prozent. Der ETF ist noch recht jung und ist mit einem Fondsvolumen von 3 Mio. Fr. vorerst ein kleiner Nischenanbieter. Die Gesamtkostenquote beträgt 0.49 Prozent, die Erträge werden thesauriert und die Replikation erfolgt physisch.

Für die europäische Perspektive bietet sich der iShares Edge MSCI Europe Value Factor UCITS ETF als etablierte Lösung mit beeindruckender Langzeitperformance an. Seit seiner Auflage 2015 erzielte er knapp 96 Prozent Gesamtrendite und demonstriert damit die Stärke europäischer Substanzwerte. Die systematische Titelauswahl erfolgt über einen Wertfaktor basierend auf dem Kurs-Buchwertverhältnis und dem operativem Cashflow. Das Fondsvolumen von 1.845 Mio. Fr. bei einer TER von 0.25 Prozent macht ihn kosteneffizient, die Erträge werden thesauriert und die Replikation erfolgt physisch mittels Sampling. Top-Holdings sind British American Tobacco mit 4.6 Prozent, Siemens mit 3.7 Prozent und Novartis mit 3.6 Prozent, während die regionale Verteilung Grossbritannien zu 22.9 Prozent, Deutschland zu 21.6 Prozent und Frankreich zu 19.6 Prozent ausweist.

Wer eine global diversifizierte Value-Strategie bevorzugt, findet im Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF 1C die breiteste Streuung mit 400 Positionen weltweit. Die geografische Verteilung mit einem US-Anteil von 37 Prozent, Japan mit 22.8 Prozent und Grossbritannien mit 9.5 Prozent ermöglicht ein ausgewogenes Engagement in entwickelten Märkten. Das Fondsvolumen von 2.181 Mio. Fr. bei einer TER von 0.25 Prozent unterstreicht Popularität und Kosteneffizienz. Der hohe Technologie-Anteil von knapp 26 Prozent zeigt, dass auch Tech-Werte mittlerweile Value-Charakteristika aufweisen können.

Fazit: Value-ETFs bieten attraktive Alternativen zum aktuellen Growth-Overkill, wobei jeder der drei vorgestellten Ansätze unterschiedliche Stärken aufweist. Während aktive Strategien wie der JPMorgan ETF höhere Kosten durch potenzielle Mehrrenditen rechtfertigen müssen, überzeugen die passiven Varianten durch niedrige TER und bereits bewiesene Langzeitperformance. Die unterschiedlichen regionalen Schwerpunkte ermöglichen eine massgeschneiderte Value-Allokation je nach individueller Risikobereitschaft und Diversifikationsbedürfnissen.

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Gold & Silber: Ausblick 2026 mit Torsten Dennin

Gold & Silber im Crash – was steckt hinter dem Preisrücksetzer?
Nach starken Kursanstiegen bei Gold und Silber kam es Anfang 2026 zu historischen Rücksetzern . Doch was waren die Ursachen? Und wie geht es jetzt weiter mit den Edelmetallen und dem «digitalen Gold» Bitcoin?

Im Gespräch mit Prof. Dr. Torsten Dennin, CIO von Asset Management Switzerland AG und Rohstoffexperte, analysieren wir:

Warum Silber innerhalb weniger Tage über 30 % verlor
Parallelen zum „Silver Thursday“ 1980
Welche Rolle die Fed und Zinserwartungen spielten
⚖️ Warum Silber stärker schwankt als Gold
Ob Gold wirklich ein „sicherer Hafen“ ist
Wie hoch die ideale Goldquote im Portfolio sein sollte
⛏️ Warum Gold- und Silberminen 2026 besonders spannend sein könnten
Warum 2026 ein Rohstoffjahr werden könnte (Öl, Kupfer, Agrarrohstoffe)
₿ Und was der Bitcoin-Rücksetzer mit Tech-Aktien gemeinsam hat

Spannend: Torsten Dennin hatte bereits im September eine Gold-Prognose von 4.200–4.400 USD und Silber bei 60–80 USD genannt – beide Ziele wurden erreicht bzw. übertroffen.

Ist der Rücksetzer nur eine gesunde Korrektur oder der Beginn einer grösseren Trendwende?
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