| ETF Experten-Kolumne |
22.12.2025 10:15:00
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Zurück zur Einfachheit
ETFs gelten als Sinnbild des modernen Investierens: günstig, transparent, effizient. Sie standen aber auch lange für passives Anlegen, für Vernunft statt hohe Gebühren. Die Idee war bestechend einfach: Ein ETF bildet einen gängigen Marktindex nach, ohne aktive Titelauswahl, ohne versteckte Strategien und Kosten. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutete das: klare Strukturen, tiefe Gebühren und eine solide Basis für die Chance auf langfristigen Vermögensaufbau.
Doch wie so oft, wenn etwas zu erfolgreich wird, wird es komplizierter. Heute finden sich unter dem ETF-Label Produkte auf Futures, synthetische Konstrukte oder gar «ETPs auf ETFs» mit mehr oder weniger durchsichtigen Strategien. Die Einfachheit für die Retailkundinnen und Kunden ist am Verschwinden. Gleichzeitig erleben aktive Strategien starken Rückenwind, die meist auch wesentlich mehr kosten. Nur: Rund drei Viertel der aktiven Fonds schlagen ihre passiven Pendants langfristig nicht, wenn man die Kosten berücksichtigt. Und das ist auch bei ETFs nicht viel anders.
Die ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 zeigt zudem: Der Markt wächst rasant. ETFs machen zwar erst 16 % aller Publikumsfonds aus, vereinen aber bereits 26 % des Fondsvermögens. Seit 2021 fliesst der Grossteil der Neugelder in ETFs. Doch die Vielfalt ist überwältigend: Tausende Produkte, zum Teil nur mit minimalen Unterschieden, ergänzt durch zunehmend komplexe Konstrukte, die nicht per se schlecht sind, aber für viele Anlegerinnen und Anleger schwer verständlich bleiben. Die Auswahl wird damit für viele Anlegerinnen und Anleger zur Herausforderung.
Vergessen wir nicht, dass mangelndes Finanzwissen und die Angst Fehler zu machen die grössten Hindernisse beim Anlegen überhaupt sind.
Was Kundinnen und Kunden wirklich brauchen
Was also wünschen sich Kundinnen und Kunden wirklich? Nicht Komplexität, sondern Klarheit. Eine überschaubare Auswahl an soliden, gut verständlichen Produkten mit fairen Preisen und klarer Kommunikation. Denn Vertrauen entsteht nicht durch komplizierte Konstrukte, sondern durch Verständlichkeit. Und ja: Wer die Chance nutzen will, den Markt zu schlagen, kann dies mit aktiven ETFs versuchen. Die dahinterliegenden Strategien sollten jedoch verstanden und die höheren Kosten realistisch gegen die Renditechancen abgewogen werden. Die drei Punkte, die ETF-Nutzerinnen und Nutzer laut Studie übrigens am meisten schätzen, sind: Tiefe Kosten, breite Diversifikation und die Chance auf solide Performance. Passive ETFs erfüllen genau diese Kriterien.
Der Weg zurück zur Einfachheit könnte heute für unsere Kundinnen und Kunden der modernste Schritt überhaupt sein. Weniger Produktdschungel, mehr Orientierung. Denn am Ende zählt nicht die grösste Auswahl, sondern die verständlichste Lösung. ETFs sind stark, weil sie einfach und kostengünstig sind. Und genau das sollten sie bleiben.
Mehr Informationen zu unseren einfachen und transparenten ETF-Lösungen bei PostFinance finden Sie hier.
Zum Autor
Philipp Merkt, Chief Investment Officer und Leiter Asset Management Solutions bei PostFinance
Seit dem 1. April 2022 ist Philipp Merkt Chief Investment Officer und Leiter Asset Management Solutions bei PostFinance. Er präsidiert und verantwortet daher auch den Anlageausschuss von PostFinance. 2015 kam er von einer Grossbank zu PostFinance und ist seitdem in unterschiedlichen Führungspositionen bei PostFinance tätig. Zuletzt war er Leiter des Privat- und Geschäftskundenbereichs der Region Mittelland/Nordwestschweiz. Philipp Merkt bringt 25 Jahre Erfahrung in der Bankenbranche mit und ist unter anderem auch Stiftungsrat der Rendita Freizügigkeitsstiftung. Er hat einen Masterabschluss in Informatik und Wirtschaft der Universität Fribourg sowie einen MBA der Universitäten Rochester NY und Bern.
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