Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
Expertenkolumne 06.10.2026 11:39:41

Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in den USA

Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in den USA

Die Zahl der Beschäftigten in den USA stieg im September lediglich um 29'000 und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig wurden die beiden vorangegangenen Arbeitsmarktberichte insgesamt um 60'000 Stellen nach unten korrigiert, wobei sich die Anpassung relativ gleichmässig auf Juli und August verteilte.

Die Arbeitslosenquote stieg derweil auf 4,2%. Auf nicht gerundeter Basis entspricht dies jedoch lediglich einem Anstieg um rund 3 Basispunkte. Der Anstieg war zudem eher auf eine höhere Erwerbsbeteiligung als auf eine schwächere Beschäftigungsentwicklung zurückzuführen.

Was bedeutet das

Der aktuelle Bericht bestätigt insgesamt die Einschätzung, dass vom Arbeitsmarkt derzeit kein nennenswerter Inflationsdruck ausgeht. Gleichzeitig treiben KI und demografische Entwicklungen strukturelle Veränderungen voran. Wir erwarten, dass sich die Kerninflation von PCE und CPI im Zeitverlauf langsam dem aktuellen Trend der zugrunde liegenden Inflation der Lohnstückkosten von 2% annähert. Voraussetzung dafür ist, dass der Druck durch nicht lohnbezogene Kosten – etwa Zölle, Energiepreise und Preisanpassungen bei Computerkomponenten – nachlässt.

Das Arbeitskräfteangebot dürfte aufgrund von Pensionierungen und einer geringeren Zuwanderung nur schwach wachsen. Gleichzeitig fehlt ein stärkerer konjunkturbedingter Beschäftigungsanstieg. Das dürfte das Wachstum der nominalen und realen Arbeitseinkommen insgesamt dämpfen und wirft die Frage auf, wie lange der reale Konsum in den USA angesichts höherer Energiekosten robust bleiben kann.

Wie geht es weiter

Wir gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins im Oktober unverändert belassen wird. Weitere Anhebungen sind zwar möglich, aber keineswegs garantiert.

Weitere Anpassungen der Geldpolitik dürften eher eine Feinabstimmung als den Beginn eines anhaltenden Zinserhöhungszyklus darstellen. Der Core-PCE erscheint nach den jüngsten Korrekturen stabil, liegt jedoch weiterhin über dem Zielwert. Gleichzeitig hat die Fed die Geldpolitik über höhere Zinsen bereits deutlich gestrafft, während der Arbeitskostendruck gedämpft bleibt. Vor diesem Hintergrund ist auch eine längere Zinspause der Fed denkbar.

Von Tiffany Wilding, Economist, PIMCO

Weitere Links:


Bildquelle: Michael A. Bennett / Shutterstock.com,kropic1 / Shutterstock.com