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Geändert am: 01.04.2026 22:02:07

Hoffnung auf Ende des Nahost-Konflikts: SMI und DAX schliessen freundlich -- Aufschläge an den US-Börsen -- Asiens Börsen letztlich mit Gewinnen

Der heimische sowie der deutsche Leitindex präsentierten sich zur Wochenmitte mit Gewinnen. Auch US-Anleger waren weiter in Kauflaune. Die Börsen in Fernost konnten ebenfalls kräftig zulegen.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich zur Wochenmitte mit Gewinnen.

Der SMI hatte deutlich fester eröffnet und verzeichnete auch anschliessend Gewinne. Letztlich beendete er die Sitzung mit einem deutlichen Plus von 1,68 Prozent bei 12'991,25 Punkten.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI folgten der Tendenz des Leitindex und schlossen mit kräftigen Zuwächsen von 1,67 Prozent bei 18'133,98 Zählern bzw. 1,76 Prozent bei 2'070,33 Punkten.

Der Schweizer Aktienmarkt wurde am Mittwoch wie auch die Finanzmärkte weltweit von Hoffnungen auf ein mögliches Ende im Iran-Krieg angetrieben. Bereits am Vorabend wurde die Wall Street beflügelt, in der Nacht schwappte die Stimmung dann auf die asiatischen Märkte über. Allerdings gibt es weiterhin teils widersprüchliche Aussagen, insbesondere über die wichtige Strasse von Hormus. "Auch in der Vergangenheit verpuffte oft der von Trump geschürte Optimismus, es ist Vorsicht angesagt", mahnten Börsianer.

Der Markt verfolge aber aktuell wohl einen pragmatischen Ansatz, erklärte ein Händler. "Da eine weitere Eskalation im Nahost-Konflikt zunächst ausgeblieben sei, gelten die extrem hohen Ölpreise als eingepreist und der Fokus liegt nun darauf, die massiv gestörte Logistik des schwarzen Goldes wiederherzustellen", sagte er.

Die USA wollen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Strasse von Hormus derweil anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem "nichts zu tun", sagte US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus. "Wenige Stunden zuvor hat Trump noch mit der Besetzung der Insel Kharg gedroht und wollte iranisches Öl beschlagnahmen. Turbulenzen sind mit solchen Kehrtwenden weiter unvermeidlich", kommentierte ein Händler.

Vom iranischen Parlament kamen zwischenzeitlich Aussagen hinzu, wonach die Strasse von Hormus nicht geöffnet oder irgendwelche Verhandlungen geführt würden. "Nicht nur Trump muss das Ende des Krieges wollen, sondern auch der Iran. Und wenn sich beide Seiten nicht einigen, könnte es nochmal ungemütlich werden", hiess es am Markt.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex zeigte sich am Mittwoch mit Zuschlägen.

Der DAX bewegte sich nach einem sehr positiven Start auch anschliessend klar in der Gewinnzone. Schlussendlich ging er 2,73 Prozent höher bei 23'298,89 Punkten in den Feierabend.

Der deutsche Aktienmarkt ist dank Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges mit kräftigen Gewinnen in den April gestartet und hat seine jüngste Erholung damit fortgesetzt. Im März hatte der deutsche Leitindex wegen des Iran-Krieges rund zehn Prozent eingebüsst. Der Optimismus im Iran-Krieg machte sich auch bei den gesunkenen Ölpreisen bemerkbar, die derzeit wichtigster Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger sind.

Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump und des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian hatten am Vorabend bereits an den US-Börsen für Zuversicht gesorgt. Medienberichten zufolge forderte Peseschkian "Garantien" für ein Kriegsende. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi sagte, er stehe im Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Trump rechnet derweil mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen und kündigte eine "wichtige" Rede zum Stand des Krieges in der Nacht auf Donnerstag an.

Nachrichten von konjunktureller Seite zeigten Licht und Schatten. So rechnen führende Forschungsinstitute damit, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland - nicht zuletzt wegen der Folgen des Iran-Kriegs - 2026 nur noch 0,6 Prozent betragen wird. Vor rund einem halben Jahr hatten sie noch mit einem etwa doppelt so starken Wachstum gerechnet. Dagegen verbesserte sich die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone im März trotz des Ölpreisschocks zum dritten Mal in Folge.

WALL STREET

Die Trump-Rally lief auch am Mittwoch an den US-Börsen noch ein Stückchen weiter nach oben.

Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 46'566,48 Punkten in den Feierabend.
Auch der NASDAQ Composite schloss fester und gewann am Ende 1,16 Prozent auf 21'840,95 Zähler.

Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatte die Wall Street bereits am Vortag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen. Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit dem Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen. Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Laut Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, wird es sich um eine "wichtige Rede" handeln. Sie ist für Donnerstag um 3.00 Uhr MESZ angesetzt.

"Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es eindeutig noch zu früh, um schon jetzt 'Entwarnung' zu geben. Marktteilnehmer werden konkrete Fortschritte in Richtung Deeskalation sehen wollen, und nicht nur positiv klingende Rhetorik, bevor sie das Risikoniveau wesentlich erhöhen", warnt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone vor übertriebener Euphorie.

ASIEN

An den Börsen in Asien ging es am Mittwoch kräftig nach oben.

In Tokio notierte der Nikkei 225 am Mittwoch letztlich 5,24 Prozent höher bei 53'739,68 Punkten.

Auch auf dem chinesischen Festland ging es nach oben: Der Shanghai Composite gewann schlussendlich 1,46 Prozent auf 3'948,55 Zähler.

In Hongkong stieg der Hang Seng letztlich um 2,04 Prozent auf 25'294,03 Punkte.

Deutlich gestiegene Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende im Iran befeuerten am Mittwoch die asiatischen Aktienbörsen und entfachten ein Kursfeuerwerk. Es scheine Optimismus zu geben, da sowohl US-Präsident Donald Trump als auch die iranische Seite den Wunsch geäussert hätten, den Konflikt zu beenden, fassen die UOB-Analysten den Optimismus zusammen. Laut Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen.

Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bestätigte indes einen direkten Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff - bislang hatte der Iran jede Verhandlung mit den USA bestritten - auch wenn Araghchi betonte, dass dies nicht bedeute, in Verhandlungen zu stehen. Und auch bei der faktisch vom Iran gesperrten Seestrasse von Hormus gibt es Bewegung: Die Vereinigten Arabischen Emirate bereiten sich darauf vor, den USA und anderen Verbündeten bei der gewaltsamen Öffnung des Seeweges zu helfen, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die Ölpreise reagierten bislang nur bedingt auf die politische Lage im Nahen Osten. Solange die Strasse von Hormus nicht vollständig wieder geöffnet sei, dürften Anleger wahrscheinlich weiterhin bei Kursschwäche kaufen, meint Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent mit nächstem Fälligkeitstermin in Juni steigt um 1,4 Prozent auf 105,46 US-Dollar. Der am Vortag zuletzt gehandelte Terminkontrakt mit Lieferung im Mai war mit über 118 Dollar deutlich höher gehandelt worden.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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