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Geändert am: 09.06.2026 22:06:20

Iran-Krieg bleibt im Fokus: SMI letztlich im Plus -- DAX schlussendlich deutlich leichter -- Wall Street beenden Handel schwächer -- Börsen in Fernost schliessen überwiegend fester

Der heimische Aktienmarkt verzeichnete Gewinne. Der deutsche Aktienmarkt rutschte ins Minus. An der Wall Street ging es in unterschiedliche Richtungen. Anleger in Asien griffen am Dienstag fast allerorts beherzt zu.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt tendierte am Dienstag zu leichten Aufschlägen.

Der SMI zeigte sich zur Startglocke etwas schwächer, schaffte im Verlauf aber den Sprung in die Gewinnzone. Er schloss die Sitzung 0,27 Prozent höher bei 13'356,31 Puntken ab.
Die Nebenwertindizes SPI und SLI eröffneten die Sitzung ebenfalls tiefer und folgten anschliessend der Tendenz des Leitindex. Sie gingen 0,16 Prozent fester bei 18'882,16 Zählern bzw. 0,28 Prozent stärker bei 2'137,72 Zählern in den Feierabend.

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag nach einem schwachen Start erholt und im Handelsverlauf ins Plus gedreht. Für Unterstützung sorgten eine vorübergehende Entspannung im Nahostkonflikt sowie deutlich gesunkene Ölpreise. Gleichzeitig blieben die Anleger angesichts der geopolitischen Risiken und der geldpolitischen Unsicherheiten vorsichtig.

Die Stimmung wurde weiterhin von den Entwicklungen im Nahen Osten geprägt. Zwar haben der Iran und Israel nach der Eskalation zu Wochenbeginn ihre gegenseitigen Angriffe vorerst eingestellt, die Lage gilt jedoch nach wie vor als fragil. Die jüngsten Spannungen hatten Befürchtungen geweckt, die Bemühungen um eine Beendigung des Konflikts könnten ins Stocken geraten. "An einen schnellen Frieden zu glauben, erscheint eher Wunschdenken", kommentierte ein Marktbeobachter.

Entsprechend aufmerksam verfolgten die Anleger die Entwicklung am Ölmarkt, der derzeit als wichtigster geopolitischer Seismograf für die Finanzmärkte gilt. Nachdem die Preise am Vortag kräftig gestiegen waren, gaben sie nun wieder deutlich nach. "Zwischen Krisenrauschen, geldpolitischen Fragezeichen und der KI-Euphorie als strukturellem Wachstumstreiber fehlt Anlegern derzeit ein verlässliches Navigationssignal", so ein Marktbeobachter. Ohne klare Leitplanken bleibe das Marktumfeld aber schwer navigierbar.

DEUTSCHLAND

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt verliess am Dienstag der Mut.

So notierte der DAX zum Sitzungsstart knapp tiefer, drehte im Verlauf aber in die Gewinnzone. Am Abend ging es jedoch wieder nach unten, sodass er 0,74 Prozent schwächer bei 24'433,06 Zählern aus dem Handel ging.

Der DAX konnte seinen Gewinne am Dienstag nicht verteidigen. Anleger blickten auf diesem Niveau weiter von unten auf die 21-Tage-Linie, die der DAX zu Wochenbeginn im Zuge des jüngsten globalen Ausverkaufs unterschritten hatte. Der Charttechniker Martin Utschneider vom Broker Robomarkets schrieb am Morgen mit Blick auf den DAX, das Kräfteverhältnis zwischen Bullen und Bären sei vorerst ausgeglichen. In Asien war vor allem in Südkorea eine kräftige Erholung angesagt nach den dort sehr deutlichen Montagsverlusten, die in Europa nicht oder weniger stark zur Geltung gekommen waren.

WALL STREET

Die US-Börsen präsentierten sich am Dienstag uneins.

Der Dow Jones Industrial eröffnete die Sitzung wenig bewegt. Im Verlauf fiel er jedoch auf rotes Terrain zurück, wo er sich grösstenteils aufhielt. Im Späthandel ging es jedoch leicht aufwärts. Er schloss 0,17 Prozent höher bei 50'870,94 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite legte zum Start noch zu, drehte im Verlauf allerdings ins Minus. Letztlich verabschiedete er sich 0,97 Prozent tiefer bei 25'678,82 Zählern.

Die US-Aktienmärkte gerieten am Dienstag im Handelsverlauf teilweise deutlich unter Druck. Belastet wurden sie vor allem durch erneute Kursverluste bei zuvor stark gelaufenen Halbleiterwerten. Zudem sorgten Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Konflikt für Verunsicherung unter den Anlegern. Im weiteren Verlauf konnten die Indizes ihre zwischenzeitlichen Tiefstände jedoch teilweise wieder wettmachen.

Im Fokus der Anleger stehen zudem mehrere grosse Kapitalmarkttransaktionen. Der bevorstehende Börsengang von SpaceX sowie die Kapitalmassnahmen bei grossen Technologiekonzernen könnten die hohe Nachfrage nach KI-Aktien auf die Probe stellen. Marktbeobachter verweisen auf die Gefahr, dass das zusätzliche Aktienangebot die Aufnahmekapazität der Investoren belastet und die Volatilität erhöht.

Auch Unternehmen aus dem KI-Sektor drängen verstärkt an den Kapitalmarkt. Nach Anthropic hat inzwischen auch OpenAI eine Aktienplatzierung beantragt. Angesichts der milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur wächst jedoch die Diskussion, ob sich diese Ausgaben langfristig ausreichend auszahlen werden. Die anstehenden Börsengänge gelten daher als wichtiger Test für das Vertrauen der Anleger in den KI-Boom.

ASIEN

Die Börsen in Asien erholten sich am Dienstag weitestgehend von ihrem schwachen Wochenstart.

So gewann der Nikkei 225 in Japan schlussendlich 2,17 Prozent auf 65'416,63 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland ging es ebenfalls nach oben: Der Shanghai Composite legte unterdessen 1,28 Prozent zu auf 4'010,03 Zähler.

In Hongkong notiert der Hang Seng hingegen 0,37 Prozent tiefer bei 24'565,90 Einheiten.

Nach dem heftigsten Ausverkauf des Vortages seit März gingen die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag mehrheitlich auf Erholungskurs. Die zum Wochenbeginn teilweise heftig unter die Räder geratenen Halbleiter- und KI-Aktien fungierten als Treiber der Erholung. Übergeordnet stützte auch die leichte Entspannung im Nahen Osten, wo die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran offenbar keine Fortsetzung finden. Die Marktstimmung habe sich "stabilisiert, da beide Seiten ihre Bereitschaft signalisiert hätten, die Kämpfe vorerst einzustellen." Dies habe die "Märkte in einen teilweisen Erholungsmodus versetzt", erläuterte NAB-Analyst Rodrigo Catril.

Weiterhin extrem volatil zeigte sich der südkoreanische KOSPI, der nach dem Vortageseinbruch von über 8 Prozent nun über 8 Prozent wieder gutmachte - begleitet von erneuten der Volatilität geschuldeten Handelsunterbrechungen. Händler sprachen von Schnäppchenkäufen. Gestützt wurde die Börse in Seoul auch durch eine Aufwärtskorrektur der BIP-Daten für das erste Quartal. Das BIP-Wachstum wurde vor allem durch starke Halbleiterexporte getragen. Die revidierten BIP-Daten dürfte die Wachstumsprognose für 2026 um 0,1 Prozentpunkte anheben, urteilte Barclays-Ökonom Bum Kim Son.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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