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Geändert am: 11.06.2026 22:03:48

EZB-Leitzinsentscheid im Fokus: Wall Street beendet Handel stark -- SMI schlussendlich im Plus -- DAX schliesst stabil -- Börsen in Fernost letztlich mehrheitlich in Rot

Der heimische Aktienmarkt bewegte sich am Donnerstag auf positivem Terrain. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich empfindlich. Die Wall Street notierte kräftig im Plus. Die asiatischen Börsen gaben am Donnerstag mehrheitlich nach.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt tendierte am Donnerstag oberhalb der Nulllinie.

Der SMI fiel zu Beginn zurück, drehte dann jedoch auf grünes Terrain und beendete den Handelstag 0,49 Prozent höher bei 13'529,65 Punkten.
Die Nebenwertindizes SPI und SLI folgten der Tendenz des Leitindex und gingen 0,35 Prozent fester bei 19'077,88 Zählern bzw. 0,11 Prozent stärker bei 2'153,65 Zählern in den Feierabend.

Der Schweizer Aktienmarkt notierte am Donnerstag im Plus, und der SMI hielt sich über der Marke von 13'500 Punkten. Viele Investoren hielten sich allerdings an der Seitenlinie auf - aus zwei Gründen. Der eine ist der Krieg im Nahen Osten, der andere die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat wie erwartet beschlossen, seine Geldpolitik zu straffen. Wie die EZB mitteilte, steigt der Satz für Bankeinlagen um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent.

Im Nahen Osten scheint der Frieden wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Die USA und der Iran haben sich erneut gegenseitig beschossen, und es gab heftige gegenseitige Drohungen. Beim Ölpreis hielten sich die Auswirkungen allerdings in Grenzen. Er näherte sich zuletzt sogar wieder der Marke von 90 US-Dollar pro Fass an. Börsianer sprachen von einem "Gewöhnungseffekt".

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt zeigten sich am Donnerstag verunischert.

So notierte der DAX zum Börsenstart kaum verändert und pendelte im Anschluss zunächst weiter um die Nulllinie. Im Tagesverlauf verzeichnete der deutsche Leitindex dann zeitweise deutliche Kursschwankungen. Letztlich ging er 0,06 Prozent fester bei 24'209,71 Zählern aus dem Handel.

Der über weite Strecken des Handels freundliche deutsche Aktienmarkt wurde am Donnerstagnachmittag nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verunsichert. Die erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte nur wenig Einfluss auf die Kurse.

"Die USA werden den Iran heute Nacht 'sehr hart' treffen", schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. "In nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Insel Kharg und andere wichtige Öl-Infrastrukturstandorte einnehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte übernehmen", fügte er hinzu.

Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter hoben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an. Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann.

WALL STREET

Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag kräftig im Plus.

Der Dow Jones Industrial eröffnete die Sitzung minimal höher und baute seine Gewinne anschliessend deutlich aus. Sein Schlussstand: 50'831,35 Punkte (+1,83 Prozent).
Der Techwerteindex NASDAQ Composite startete moderat fester und notierte im weiteren Verlauf merklich höher. Er ging mit einem Aufschlag von 2,54 Prozent bei 25'809,66 Punkten in den Feierabend.

Die US-Börsen bauten ihre Gewinne im Handelsverlauf aus. US-Präsident Donald Trump hat die für den heutigen Abend geplanten Militärschläge gegen den Iran überraschend abgesagt. Als Begründung verwies der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social auf laufende Verhandlungen, die inzwischen die höchste Führungsebene in Teheran erreicht hätten. Die schon davor gute Marktentwicklung begründete Julian Emanuel von Evercore ISI mit der Angst vieler Anleger am Vorabend des Börsengangs von SpaceX, künftige Kursgewinne zu verpassen.

An den Börsen setzte sich zugleich die zuletzt beobachtete Entwicklung im Technologiesektor fort: Halbleiterwerte zeigten relative Stärke, während Softwaretitel unter Druck gerieten. Besonders deutlich traf es Oracle, nachdem der Konzern mit seinen Quartalszahlen auf einen weiterhin hohen Kapitalbedarf hingewiesen hatte. Analysten von Vital Knowledge verwiesen darauf, dass erhebliche Investitionen nötig seien, um die Kapazitäten für den stark wachsenden Auftragsbestand auszubauen.

ASIEN

Die Börsen in Asien notierten am Donnerstag mehrheitlich mit Verlusten.

Der Nikkei 225 in Japan stieg schlussendlich minimale 0,06 Prozent auf 64'217,27 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland ging es jedoch nach unten: Der Shanghai Composite gab 0,16 Prozent ab auf 3'987,02 Zähler.

In Hongkong notierte der Hang Seng letztlich 0,65 Prozent tiefer bei 24'249,29 Einheiten.

An den ostasiatischen Aktienmärkten ging es am Donnerstag auf breiter Front nach unten mit den Indizes. Belastend wirkten laut Marktteilnehmern der anhaltende Ausverkauf bei Technologieaktien und die verstärkten militärischen Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Die USA erklärten, sie hätten mehrere militärische Ziele im Iran angegriffen, woraufhin Teheran Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte und Verbündete im Nahen Osten durchführte. US-Präsident Donald Trump hatte die Angriffe angekündigt mit dem Ziel, den Druck auf den Iran zu verstärken.

Weil ohne eine Vereinbarung die wichtige Ölpassage, die Strasse von Hormus, weiter kaum passierbar bleiben dürfte, zogen in der Folge ziehen die Ölpreise auch wieder an, was wiederum Inflationsbefürchtungen hervorruft. Am Vortag waren neue Inflationszahlen aus den USA zwar weitgehend wie erwartet ausgefallen, sie zeigten damit aber auch das erwartet weiter zu hohe Niveau im Vergleich zum Inflationsziel der US-Notenbank. Neue Hinweise werden später am Tag von den Produzentenpreisdaten erwartet.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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