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Geändert am: 30.03.2026 22:01:46

Iran-Krieg eskaliert weiter: SMI und DAX fester -- Wall Street schliesslich uneins -- Asiens Börsen letztlich überwiegend im Minus -- Nikkei sackt ab

Sowohl der heimische als auch der deutsche Aktienmarkt präsentierten sich am Montag in Grün. Die US-Börsen bewegten sich auf unterschiedlichen Seiten der Nulllinie. Die Börsen in Fernost bewegten sich am Montag vorwiegend auf tieferem Niveau.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt zeigte sich am Montag stärker.

So startete der SMI mit einem kleinen Minus und wechselte anschliessend zwischen Gewinnen und Verlusten hin und her. Im Laufe des Tages setzte er sich in der Gewinnzone fest und ging schliesslich 0,78 Prozent höher bei 12'668,67 Punkten aus dem Handel.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI folgten der Tendenz des Leitindex. Sie beendeten den Handel 0,69 Prozent stärker bei 17'673,08 Stellen bzw. 0,72 Prozent fester bei 2'013,72 Einheiten.

Von einem Stimmungsumschwung könne angesichts der andauernden Kämpfe im Nahen Osten jedoch keine Rede sein. Die dreitägige Aufwärtsreise bis zur Mitte der Vorwoche habe sich als klassische Bullenfalle entpuppt, hiess es in Marktkreisen. Die Skepsis an den Märkten hinsichtlich der Frage, ob die Friedensgespräche erfolgreich sein werden, bleibe vorerst gross, schrieb die Zürcher Kantonalbank in einer Einschätzung. Die Fristverlängerung der USA gegenüber Iran für ein Waffenstillstandsabkommen habe die Märkte nur bedingt beruhigt.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex notierte am Montag höher.

Der DAX eröffnete die Sitzung im Minus und zeigte sich zunächst volatil. Am Mittag drehte er jedoch ins Plus und hielt sich dann auf grünem Terrain. Er beendete die Sitzung 1,18 Prozent höher bei 22'562,88 Zählern.

Gestützt von vagen Hoffnungen auf Fortschritte im Nahost-Konflikt hat der deutsche Aktienmarkt am Montag zugelegt. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer neuen und vernünftigeren Regierung" im Iran, um die Militäroperation zu beenden. Es seien "grosse Fortschritte erzielt" worden. Sollte es jedoch keine Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Strasse von Hormus geben, drohte er dem Iran mit massiven Angriffen und der Zerstörung der Energie-Infrastruktur des Landes.

Die Gemengelage an den Finanzmärkten bleibe angesichts der unverminderten Kriegshandlungen in der Golfregion von grosser Unsicherheit geprägt, bemerkte Marktanalyst Timo Emden. "Statt aufsteigender Wolken aus der Friedenspfeife verdichtet sich der geopolitische Nebel über den Märkten. Während diplomatische Fortschritte ausbleiben, dominieren militärische Spannungen. Die Börse handelt derzeit weniger Fakten, sondern vor allem Eskalationsrisiken. Aufflackernde Hoffnungen auf Verhandlungen werden postwendend durch neue Angriffe und Drohkulissen zunichtegemacht", kommentierte der Experte.

WALL STREET

Die US-Börsen bewegten sich in der neuen Börsenwoche auf unterschiedlichem Terrain.

Der Dow Jones hat den Montagshandel etwas höher begonnen und verblieb auch weiterhin auf höherem Niveau. Er ging 0,11 Prozent fester bei 45'216,72 Stellen aus dem Handel.
Der NASDAQ Composite verzeichnet Verluste, nachdem er zur Startglocke noch mit Aufschlägen notierte. Schlussendlich verlor das Börsenbarometer 0,73 Prozent auf 20'794,64 Einheiten.

Nach zweitägigen Kursverlusten infolge des Iran-Konflikts unternahm die Wall Street zu Wochenbeginn einen zaghaften Erholungsversuch. Die Marktlage blieb aufgrund von widersprüchlichen Nachrichten jedoch äusserst instabil, sodass sich die US-Börsen nach einem positiven Start schliesslich uneinheitlich zeigten.

Während US-Präsident Donald Trump zwar Hoffnung auf eine diplomatische Lösung mit einem "vernünftigeren Regime" schürt, verstärken die USA gleichzeitig ihre Truppenpräsenz vor Ort und schliessen eine Bodenoffensive nicht aus - eine Eskalationsgefahr, die durch anhaltende iranische Raketenangriffe auf Israel und die Golfstaaten befeuert wird, so Dow Jones Newswires. Diese tiefgreifende Verunsicherung spiegelt sich vor allem im Ölmarkt wider, wo der Preis für Brent-Öl auf über 114 Dollar kletterte. Experten wie Henry Allen von der Deutschen Bank warnten vor den gravierenden Marktauswirkungen des ungelösten Konflikts, während Analysten von Kepler bereits vor massiven logistischen Störungen warnten: Sollte neben der Strasse von Hormus auch die Meerenge Bab al-Mandab blockiert werden, drohen durch Umleitungen um das Kap der Guten Hoffnung verdoppelte Transitzeiten und explodierende Transportkosten für Rohöl.

ASIEN

Die Börsen in Fernost präsentierten sich am Freitag mehrheitlich mit Abschlägen.

In Tokio zeigte sich der Nikkei 225 letztlich kräftige 2,79 Prozent tiefer bei 51'885,85 Zählern.

Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite dagegen 0,24 Prozent stärker bei 3'923,29 Indexpunkten.

In Hongkong schloss der Hang Seng 0,81 Prozent im Minus bei 24'750,79 Punkten.

An den asiatischen Aktienmärkten setzte sich am Montag der Kursrutsch der Wall Street vom Wochenschluss nahezu ungebremst fort. Sorge vor schwerwiegenden Kriegsfolgen im Iran auf die globale Inflation und das Wachstum fördern den Ausstieg aus Aktien. Belastet wurde das Sentiment von weiter anziehenden Ölpreisen, die europäische Rohölsorte Brent näherte sich wieder dem Höchststand seit Ausbruch des Irankrieges von knapp 120 Dollar. Marktteilnehmer sprachen von einer diffusen Nachrichtenlage zum Iran-Krieg.

Aussagen von US-Präsident Donald Trump und Regierungsmitgliedern über ein mögliches baldiges Kriegsende passten nicht recht zu den Schlagzeilen zum Kriegsgeschehen, hiess es. So drohte Trump in der Financial Times damit, dass er iranisches Öl und die Insel Kharg mit dem wichtigen Exportzentrum beschlagnahmen könnte. Das Wall Street Journal berichtete von Plänen über eine Operation zur Sicherung von iranischem Uran. Zudem greifen vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen vom Jemen aus verstärkt in den Nahostkrieg ein.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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