Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
23.07.2026 14:21:36

Warum Varta vor der Zerschlagung steht

(Ausführliche Fassung)

ELLWANGEN (awp international) - Kaum eine Batteriemarke ist so bekannt wie Varta. Ob in Fernbedienungen, Taschenlampen oder Spielzeug - die blau-gelben Batterien aus dem schwäbischen Ellwangen liegen seit Jahrzehnten in Millionen Haushalten weltweit. Nun könnte ausgerechnet dieses Traditionsunternehmen zerschlagen werden.

Wichtige Geldgeber wollen das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Der Grund: die angespannte Finanzlage des Unternehmens. Die übrigen zwei Unternehmensbereiche könnten dadurch in die Insolvenz rutschen. Haupteigentümer der Varta-Gruppe sind der Autobauer Porsche und über das Unternehmen Montana Tech der Investor Michael Tojner.

Absturz nach dem Apple -Rückzug?

Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben nach rund 3.260 Menschen, viele davon in Ellwangen. Zuletzt im Jahr 2024 veröffentlichte Zahlen zeigen, dass Varta damals bei einem Umsatz von mehr als 790 Millionen Euro rund 64,5 Millionen Euro Verlust machte. Neben den bekannten Haushaltsbatterien produziert das Unternehmen Mikrobatterien, etwa für Hörgeräte, sowie Energiespeicher für Privathaushalte und Industrie.

Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Grosskunden fehlten. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her - die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.

Es ist nicht die erste Krise für den deutschen Batteriehersteller: Schon 2024 musste sich das Unternehmen im Rahmen eines Sanierungsverfahrens nach dem Restrukturierungsgesetz (StaRUG) neu aufstellen. Alte Aktionäre verloren dabei ihr Investment, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Das Verfahren sollte eine Insolvenz verhindern. Varta erklärte es im April des vergangenen Jahres für abgeschlossen.

Zukunftstechnologie - aber kein Geld

Eigentlich hat Varta nach Einschätzung von Branchenkennern weiterhin Potenzial. Das Unternehmen arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien, die als Zukunftstechnologie gelten. Daraus könnten grosse und nachhaltigere Energiespeicher in Europa entwickelt werden.

Doch genau diese Zukunft kostet Geld. Nach Angaben der Gläubiger benötigt Varta kurzfristig einen Finanzbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen hohe Investitionen für die kommenden Jahre.

Die wichtigsten Geldgeber - darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox - sehen deshalb inzwischen keine tragfähige Gesamtlösung mehr. Sie wollen stattdessen das Geschäft mit Haushaltsbatterien herauslösen und dafür eine neue Eigentümerstruktur schaffen. "Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen", erklärte ein Sprecher der Gruppe.

Nach Medienberichten legte der Schweizer Investor Allswiss ein Angebot vor. Die finanzierenden Gläubiger sprechen dagegen lediglich von einer Interessenbekundung. Nach ihrer Darstellung fehlen bis heute wesentliche Informationen, um den Vorschlag bewerten zu können.

"Wer die vollständige Rückzahlung nach eigenen Worten begrüssen würde und zugleich jedes Gespräch darüber ablehnt, will nicht verkaufen, sondern verwerten - auf Kosten des Unternehmens, seiner Beschäftigten und der übrigen Gläubiger", sagte Allswiss-Gründer Pino Sergio der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

IG Metall: "Das ist eine riesige Katastrophe"

"Das ist eine riesige Katastrophe", sagte Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, mit Blick auf die drohende Zerschlagung. Die Nachricht habe ihn schlagartig erreicht. "Arbeitsplätze und Existenzen stehen auf dem Spiel - auch die vieler Familien."

Fink forderte vom Unternehmen schnell Transparenz und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Die Beschäftigten müssten so rasch wie möglich erfahren, wie es für sie weitergehe.

Standortnachteile für Batteriegeschäft in Europa

Auch Sicht des Varta-Investors Michael Tojner war der Schritt der Gläubiger "leider" voraussehbar. "Mit dem Wegfall des grossen US-Kunden Apple war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machten die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer grossen Herausforderung.

Er wolle versuchen, die verbleibenden Unternehmensteile in Nischenmärkten neu zu positionieren. "Das wird jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein", erklärt das Aufsichtsratsmitglied. Ziel sei es, das Batterie-Know-how in Europa zu erhalten./bak/DP/mis

In eigener Sache

Trading Signals: Georg Fischer: Traditionskonzern mit Zukunftspotenzial

Das Unternehmen verbindet mehr als 200 Jahre Historie mit Trendmärkten wie Halbleiter und Rechenzentren. Starke Halbjahreszahlen und ein kräftiger Auftragseingang haben nun auch der Aktie neuen Schwung verliehen.

Weiterlesen!
Eintrag hinzufügen

Erfolgreich hinzugefügt!. Zu Portfolio/Watchlist wechseln.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Kein Portfolio vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen des neuen Portfolios angeben. Keine Watchlisten vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen der neuen Watchlist angeben.

CHF
Hinzufügen

3 Knaller-Aktien im BX Musterportfolio: ASML, Iberdrola & Howmet Aerospace mit François Bloch

Im BX Morningcall werden folgende Aktien analysiert und erklärt
✅ ASML
✅ Iberdrola
✅ Howmet Aerospace

https://bxplus.ch/bx-musterportfolio/

3 Knaller-Aktien im BX Musterportfolio: ASML, Iberdrola & Howmet Aerospace mit François Bloch

Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 14’783.99 19.61 STVB4U
Short 15’093.37 13.77 SK3BLU
Short 15’684.18 8.73 SLYBHU
SMI-Kurs: 14’214.95 23.07.2026 17:31:36
Long 13’604.51 19.61 S6BJTU
Long 13’294.29 13.77 SPB9EU
Long 12’713.06 8.89 SKPBQU
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com

Apple am 23.07.2026

Chart