Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
Zukunftsmusik 24.03.2026 11:34:00

Digitales Gold jagt echtes Silber: Das Duell um die Marktkapitalisierung

Digitales Gold jagt echtes Silber: Das Duell um die Marktkapitalisierung

Silber hat angesichts geopolitischer Krisen stark zugelegt, während Bitcoin als riskanteres Asset absackte. Könnte BTC dennoch eines Tages wertvoller sein als das Edelmetall?

• Zahlreiche geopolitische Krisen befeuern Edelmetallpreise
Bitcoin gerät unter Druck
• So hoch müsste der Bitcoinpreis steigen

Das Jahr 2026 hat für die Edelmetalle Gold und Silber bereits massive Preissprünge mit sich gebracht. Zahlreiche geopolitische Krisen haben Anleger vermehrt in Anlagen getrieben, die als sichere Häfen gelten. Die Rekordjagd erlebte Ende Januar im Zuge des US-Angriffs auf Venezuela, der Grönland-Krise sowie der zunehmenden Spannungen mit dem Iran ihren Höhepunkt. Der eigentliche Ausbruch des Iran-Kriegs wirkte sich hingegen insbesondere auf Silber weniger aus.

Anzeige
Über 650+ Kryptos und 3.000 digitale Assets

Bitpanda ist der BaFin-lizenzierte Krypto-Broker aus Österreich und offizieller Krypto-Partner des FC Bayern München. Erstellen Sie Ihr Konto mit nur wenigen Klicks und profitieren Sie von 0% Ein- und Auszahlungsgebühren.

So markierte der Goldpreis Ende Januar ein Hoch bei 5'416,40 US-Dollar, während Silber im Hoch bis auf 116,63 US-Dollar anzog. Während sich das gelbe Edelmetall anschliessend auf einem hohen Niveau bewegte, kam Silber von den Rekordständen zuletzt wieder deutlich zurück und notiert aktuell bei rund 69 US-Dollar (Stand: 23.3.2026).

Anders sieht es bei der Ur-Cyberdevise Bitcoin aus. Anfang Oktober 2025 hatte die Kryptowährung bei mehr als 126'000 US-Dollar ein Allzeithoch aufgestellt. Die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten hatten dann zu einem Preissturz geführt. So sank der Preis für einen BTC Ende Januar/Anfang Februar 2026 drastisch und stoppte erst kurz vor der 60'000-US-Dollar-Marke. Danach konnte sich der Bitcoin-Preis bei rund 70'000 US-Dollar wieder stabilisieren und bewegte sich zuletzt bei rund 70'755 US-Dollar (Stand: 23.3.2026).

Die jüngsten Preisschwünge sind für die Kryptowährung nichts Ungewöhnliches. Immer wieder kommt es hier zu starken Schwankungen, wobei der Boden nach einer Abwärtsbewegung auf einem immer höheren Niveau gefunden wird. Für Silber ist die jüngste Kursachterbahn hingegen deutlich ungewöhnlicher.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Marktkapitalisierung von Bitcoin eines Tages die von Silber übersteigen könnte.

Marktkapitalisierung von Silber und Bitcoin

p> Die Marktkapitalisierung von Silber kann nur annähernd ermittelt werden anhand der Menge des Edelmetalls, die bisher schätzungsweise abgebaut wurde. Multipliziert mit dem jüngsten Silberpreis ergibt sich eine Marktkapitalisierung von rund 3,35 Billionen US-Dollar, rechnet CompaniesMarketcap vor.

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin lässt sich hingegen genau bestimmen und bewegt sich bei rund 1,41 Billionen US-Dollar laut CoinMarketCap. Der Preis eines Bitcoin müsste sich dementsprechend in etwa verdreifachen, um es mit Silber aufnehmen zu können. Bei einem aktuellen Bitcoinpreis von rund 70'500 US-Dollar ergibt sich somit ein Preis von rund 168'105 US-Dollar für einen BTC, um die Marktkapitalisierung von Silber zu erreichen, und darüber, um sie zu übersteigen.

Die zugrunde liegenden Preis-Mechanismen

Zwar scheint ein derartiger Bitcoinpreis aktuell weit entfernt, in der Zukunft könnte dies jedoch durchaus im Bereich des Möglichen liegen, schätzt Alex Carchidi von The Motley Fool. Schliesslich handelt es sich beim Bitcoin, um ein digitales Asset, dessen Umfang auf 21 Millionen Coins beschränkt ist. Neue Coins werden über das Bitcoin-Mining geschürft, wodurch das Angebot wächst. Allerdings wird die Anzahl an Münzen, die Miner erhalten durch das Bitcoin-Halving regelmässig (alle 210'000 Blocks) halbiert, was der Inflation entgegen wirkt.

Auch bei Silber gibt es nur ein endliches Angebot, allerdings ist es ungewiss, wann dieses vollkommen ausgeschöpft sein wird. So wäre es möglich, dass in der fernen Zukunft neue Silbervorkommen erschlossen werden. Carchidi hält sogar das Erschliessen von Vorkommen ausserhalb der Erde auf anderen Planeten für eine Möglichkeit.

Der Silberpreis hängt eng mit der Fördermenge des Edelmetalls zusammen. Wenn die Preise steigen, lohnt es sich eher, neue Silberminen zu bauen und mehr Quellen zu erschliessen. Steigt das Silberangebot jedoch sehr stark, drückt das die Preise wieder. Es gibt also einen Kreislauf bei dem Angebot und Nachfrage ein Gleichgewicht erreichen.

Beim Bitcoin gibt es allerdings keine Möglichkeit schneller an neue Münzen zu kommen, also das Angebot rasanter zu erhöhen. Auf lange Sicht ist die Angebotssteuerung von Bitcoin laut The Motley Fool "ein besserer Motor für Wertsteigerungen als bei Silber. Und das könnte letztendlich dazu führen, dass sein Wert den von Silber übertrifft."

Sichere Verwahrung

Allerdings gibt es unterschiedliche Faktoren, die dazu führen könnten, dass sich Anleger lieber für ein Investment in Silber als in Bitcoin entscheiden. So kann das Edelmetall auf eine längere Geschichte als Zahlungsmittel und Wertspeicher zurückblicken. Zudem stellt die Verwahrung von Silber-Reserven auch für Kleinanleger keine grosse Herausforderung dar, da das Metall einfach in seiner physischen Form bis zum Verkauf aufbewahrt werden kann.

Dies gestaltet sich beim Bitcoin schon komplizierter, da es sich um ein rein digitales Asset handelt. Will man einen Bitcoin selbst verwahren, benötigt man dafür eine digitale Geldbörse (Wallet). Diese ist durch ein Passwort gesichert. Es gibt in der noch jungen Geschichte des Bitcoin bereits zahlreiche Coins, die für immer verloren sind, weil Besitzer beispielsweise wegen vergessener Passwörter keinen Zugang mehr zu ihren Wallets haben oder Hardware-Wallets verlegt wurden.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwiefern solche digitalen Wallets in der fernen Zukunft noch als wertvoll anerkannt werden, schliesslich ist das Konzept von sich darin befindenden digitalen Münzen mit Wert eher abstrakt. Dennoch meint Carchidi, dass das Verlieren von Passwörtern und Hardware-Wallets am Ende auch dazu beitragen dürfte, dass Bitcoin eines Tages die Marktkapitalisierung von Silber übersteigt, da verlorene Münzen das Bitcoin-Angebot wieder verknappen.

Auch aus diesem Grund entscheiden sich viele Kryptoanleger, nicht selbst Bitcoin zu erwerben und zu halten, sondern passive Investments über Bitcoin-ETFs zu tätigen.

Letztlich hält es der The Motley Fool-Analyst für wahrscheinlich, dass Bitcoin eines Tages die Marktkapitalisierung von Silber überholen wird, da "Investoren immer ein Engagement in Wertanlagen anstreben werden, und Bitcoin der aufstrebende Stern ist, der wie geschaffen für diese Aufgabe ist."

Martina Köhler, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: Dorottya Mathe / Shutterstock.com,arnet117 / Shutterstock.com,Steve Heap / Shutterstock.com,3Dsculptor / Shutterstock.com
Jetzt neu: Aktuelle Anlagetrends auf einen Blick
Ob Industrie 4.0, Luxusgüter oder Internet-Infrastruktur - hier finden Sie aktuelle Anlagetrends mit vielen Hintergrundinformationen und passenden Trendaktien. Jetzt mehr lesen

Krypto-Crash oder Einstiegs-Chance? – Bernhard Wenger von 21Shares zu Gast im BX Morningcall

Im BX Morningcall spricht Krypto-Experte Bernhard Wenger von @21shares über seinen Weg vom klassischen ETF-Geschäft in die Welt der Krypto-ETPs und erklärt, warum Bitcoin & Co. längst nicht ausgereizt sind. Er beleuchtet den Wandel von einem vorwiegend retailgetriebenen Markt hin zu immer mehr institutionellen Investoren, die über regulierte, physisch besicherte Produkte wie Bitcoin- und Krypto-ETPs investieren. Themen sind unter anderem Volatilität und „Krypto-Winter“, strenge Compliance- und Geldwäschereiregeln, Kostenstrukturen, Unterschiede im DACH-Raum sowie die Rolle des neuen US-Bitcoin-ETFs und des strategischen Investors FalconX für die nächste Wachstumsphase von 21Shares.

https://bxplus.ch/bx-musterportfolio/

Krypto-Crash oder Einstiegs-Chance? – Bernhard Wenger von 21Shares zu Gast im BX Morningcall