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Vor dem Ethereum-Merge 13.08.2022 22:38:00

Warum Ethereum den Bitcoin als grösste Kryptowährung der Welt ablösen könnte

Warum Ethereum den Bitcoin als grösste Kryptowährung der Welt ablösen könnte

Der Kryptomarkt hat im Juli eine rasante Aufholjagd hingelegt, besonders sticht dabei Ethereum hervor. Krypto-Investoren spekulieren auf eine nachhaltige Preissteigerung infolge des Ethereum-Merge, der für September geplant ist. Einige Kryptoianer rechnen sogar damit, dass Ethereum bald die Ur-Kryptowährung Bitcoin als grösste Cyberdevise ablösen könnte.

• Ethereum könnte durch bevorstehenden Merge den Abstand zum Bitcoin verringern
• Ethereum-Merge: Umstellung von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake-Verfahren
• Das "Flippening" könnte jedoch noch einige Zeit dauern - noch ist die Lücke gross

Der Bitcoin ist nicht nur die älteste, sondern ebenfalls die unangefochten grösste Cyberdevise. Doch inzwischen häufen sich Prognosen, nach denen der Thron des Ur-Tokens wankt. Der Grund: Der Aufschwung von Ether, der sich durch den im September anstehenden Merge nochmals beschleunigen könnte, wie einige Krypto-Experten prognostizieren.

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Verleiht der Merge Ethereum nachhaltigen Auftrieb?

Im September soll der bereits seit Monaten angekündigte Ethereum-Merge über die Bühne gehen. Dabei wird das Mining-Verfahren des Tokens von Proof-of-Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS) umgestellt. Diese "Beacon Chain" existiert seit 2020 und soll nach dem Merge dafür genutzt werden, um neue Transaktionen zu validieren. Das PoS-Konzept, das bereits bei Wettbewerbern wie Solana und Avalanche eingesetzt wird, soll einen zeiteffizienteren, ressourcenschonenden und - so lautet die Theorie - auch einen sichereren Datenverkehr gewährleisten.

Die Ethereum-Entwickler haben kürzlich weitere Fortschritte bei der Erprobung des neuen Systems signalisiert und werden in den kommenden Wochen eine Reihe von Veranstaltungen für potenzielle Staker und andere Community-Mitglieder abhalten. Mati Greenspan, Gründer und Geschäftsführer von "Quantum Economics", warnt jedoch für übertriebenen Erwartungen: "Der Merge selbst ist ein äusserst riskantes Ereignis, bei dem alles Mögliche schief gehen kann", schreibt der Krypto-Experte. "Wie immer an den Märkten kann ein höheres Risiko mit höheren Renditen einhergehen." Zudem sei es keineswegs eine ausgemachte Sache, dass der Merge eine nachhaltige Ethereum-Euphorie auslöst.

Merge verbessert die Öko-Bilanz von Ethereum

Zweifelsohne bringen die Veränderungen einen grossen Vorteil mit sich. Der Energiebedarf des Ether-Minings wird sich dadurch nämlich um 99,9 Prozent verringern. Durch den Merge dürfte der Altcoin zukünftig deutlich umweltfreundlicher als der Bitcoin sein - ein grosser Vorzug, da die Marktakteure bei ihren Investmententscheidungen einen zunehmenden Fokus auf Klimafreundlichkeit setzen. So ist der hohe Energiebedarf einer der häufigsten Kritikpunkte gegen den Bitcoin, selbst der Krypto-Bulle Elon Musk kritisierte den hohen ökologischen Fussabdruck des Ur-Tokens.

"Flippening": Schon lange erwartet, noch nie eingetroffen

Schon seit Jahren kursiert in Krypto-Kreisen immer wieder die Frage: "Wen Flippening?". Frei übersetzt bedeutet dies: Wann wird Bitcoin seinen ersten Rang als grösste Cyberdevise einbüssen? Die besten Chancen werden dabei seit Jahren Ethereum eingeräumt. 2014 von Vitalik Butalin gegründet, ist der blockchainbasierte Token ein voller Erfolg und konnten in den vergangenen Jahren den Abstand zum bereits 2008 vom legendären Satoshi Nakamoto gelaunchten Bitcoin verkürzen. So betrug der Krypto-Marktanteil des Bitcoin im Januar 2021 laut "CoinMarketCap" noch 70 Prozent, inzwischen macht die Ur-Kryptowährung nur noch 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Sektors aus. "Ich höre die Leute immer wieder die Frage stellen: 'Wen Flipping?'", schreibt Greespan in einer Notiz. "Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass dies jemals passieren wird, scheint es, wenn man sich die Zahlen ansieht, dass dieses Ereignis von Tag zu Tag näher rückt." Auch QCP, ein Krypto-Handelshaus, sieht kurz- und mittelfristig eine gute Entwicklung für Ethereum. Das Krytodienstleistungsunternehmen teilte mit, dass in den letzten Tagen "eine unglaubliche Menge" an Ether-Call-Optionen eingegangen sei, und fügte hinzu, dass sich unter den Käufern viele kapitalintensive Hedgefonds befanden. "Wir erwarten, dass sich diese Nachfrage fortsetzen wird, wenn wir uns dem Merge im September nähern", zitiert "Bloomberg" ein Markt-Update des Unternehmens auf Telegram. Auch Krypto-Kenner Raoul Pal geht von einer starken Entwicklung von Ether aus. Ether werde dank des Merge den Bitcoin in den kommenden Monaten outperformen, prognostiziert er in einem "BeInCrypto"-Interview.

So entwickeln sich Bitcoin und Ether

Gerade in den letzten Wochen konnte ETHER den ohnehin starken Krypto-Gesamtmarkt outperformen. So stieg die zweitgrösste Kryptowährung in den vergangenen vier Wochen um 53,87 Prozent auf aktuell 1'930,86 US-Dollar, während der Anstieg beim Bitcoin nur 15,82 Prozent auf 24'227 US-Dollar betrug (Stand: 12. August 2022). Ether konnte dadurch den Abstand zum Bitcoin zwar weiter verkürzen, allerdings bleibt die Differenz sehr gross: Ethereum bringt es auf eine Marktkapitalisierung von 234 Milliarden US-Dollar, während alle Bitcoins zusammengenommen 461 Milliarden US-Dollar wert sind. So ist es noch ein weiter Weg bis zum "Flippening". Ob sich die Lücke zwischen den beiden grössten Tokens der Welt durch den Merge im September weiter verringern wird, wird die Krypto-Gemeinde gewiss mit grossem Interesse verfolgen.

Redaktion finanzen.ch


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