| Schweizer Jahrbuch ETF & ETP |
02.03.2026 16:00:00
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ETFs an der Schweizer Börse: Rekord zum Jubiläum
SIX Swiss Exchange gehört zu den europäischen ETF-Pionieren. Sie eröffnete das Segment bereits im September 2000 - der Startschuss für eine sagenhafte Wachstumsstory, die mit dem 25-jährigen Jubiläum um ein Kapitel reicher wird.
Danielle Reischuk, das ETF-Segment an SIX Swiss Exchange feiert dieses Jahr ein besonderes Jubiläum. Wie haben Sie die Erfolgsstory miterlebt?
Aus nächster Nähe! Als ich 2011 zur Schweizer Börse stiess, hatte sich das Segment bereits gut etabliert. Standen Ende 2001 den Anlegenden zehn ETFs zur Auswahl, zählten wir zum 10-jährigen Jubiläum schon 486. Nur fünf Jahre später waren es mehr als doppelt so viele, und nun, im Jahr des 25. Geburtstags, wurde die Schwelle von 2’000 ETFs überschritten. Parallel stieg auch der Handelsumsatz rasant an. Nach fünf Jahren überschritt er erstmals die 10-Milliarden-Grenze, und im Jahr 2010 wurde bereits ein Volumen von CHF 71.6 Milliarden gehandelt. 2015 waren es 96.3 Milliarden und 2020 sogar 112.3 Milliarden. Per Ende August 2025 stehen wir bei 78.3 Milliarden, damit sind ETFs das meistegehandelte Segment nach Aktien. Wenn wir dieses Niveau aufrechterhalten, könnte der bisherige Umsatzrekord von 124.7 Milliarden aus dem Jahr 2019 geknackt werden - das wäre nebst dem erwähnten Höchststand kotierter Produkte ein schönes Geburtstagsgeschenk. Aber auch so blicken wir auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück.
Fokussieren wir uns zunächst auf die Emittenten. Welche Entwicklung gab es hier zu beobachten?
Am Anfang standen zwei ETFs auf STOXXIndizes mit Kotierungsdatum 18. September 2000 an der Schweizer Börse. Ein halbes Jahr später folgte das erste «einheimische» Produkt, der CS ETF auf den SMI. Die Anzahl Emittenten stieg seit dem Start stetig an. Zum 10-jährigen Jubiläum boten 13 Emittenten ihre Produkte über uns an, zum 15. Geburtstag bereits 20, und seit Anfang September sind es 32, als Nordea Asset Management als neuster Emittent hinzustiess. Die grösste Anzahl Produkte - 406 per Ende August - vereint iShares auf sich, gefolgt von UBS mit 396. Eine dreistellige Anzahl ETFs haben zudem Amundi, Invesco und Xtrackers bei uns kotiert. Somit gilt: je mehr Emittenten wir anziehen, desto grösser die Auswahl für Investierende, die mit passenden Produkten ihre persönlichen Anlageziele und individuellen Investment-Strategien verfolgen können.
Was waren aus Produkt-Sicht besondere Meilensteine, und was sind die jüngsten Trends?
Rückblickend reihen sich viele erwähnenswerte «Premieren» aneinander: die Kotierung des ersten synthetisch replizierenden ETF im September 2004, der erste RohstoffETF im Mai 2005, der erste ETF auf physisches Gold im März 2006, der erste Nachhaltigkeits-ETF im Dezember 2007… oder natürlich, überleitend zu aktuellen Trends, das Listing des ersten aktiven ETF im März 2014 und die Lancierung des ersten ETF auf den SARON im Namen der UBS Anfang diesen Jahres. Die synthetische Replikation war ein Game-Changer, weil diese Produktausgestaltung den Zugang zu Märkten mit nur geringer Liquidität ermöglichte. Die Schweizer Gold-ETFs mit physischem Underlying sind weiterhin weltweit einzigartig: Anleger können das Edelmetall gemäss Stückelung der gelagerten Barren jederzeit physisch beziehen, was sie besonders in Krisenzeiten attraktiv macht.
Sie erwähten aktive ETFs als aktuellen Trend. Was hat es damit auf sich, und warum sind sie derzeit so gefragt?
Kurz zur Unterscheidung: während passive ETFs die Performance eines bestimmten Index so genau wie möglich abbilden, zielen aktive ETFs darauf, ihre Benchmarks zu übertreffen - ohne Einbussen hinsichtlich Transparenz, Kosteneffizienz und Handelbarkeit. In diesem Jahr fällt ein Drittel aller an der Schweizer Börse neu lancierten Produkte in diese Kategorie. Besonders gefragt sind jüngst aktive Aktien-Strategie-ETFs mit Fokus auf die USA sowie aktiv gemanagte Anleihen-ETFs mit kurzer Laufzeit. Sie vereinen über 80% des aktuellen Umsatzes aktiver ETFs auf sich, der in den ersten acht Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 185% gestiegen ist. Als Börse sind wir neutral und haben keine Präferenz für aktive oder passive ETFs Präferenz. Aber wir stehen gerne im Mittelpunkt von Angebot seitens Emittenten und Nachfrage seitens Investoren - unser Ziel ist es, für beide einen attraktiven Marktplatz zu betreiben und bestmögliche Bedingungen für die Kotierung und den Handel zu schaffen.
Fokussieren wir uns also auf den Handel. Auch hier dürfte sich in den letzten 25 Jahren viel getan haben?
Allerdings! Wissenswert ist, dass die Schweizer Börse schon zwischen 1995 und 1996 mit der Einführung des vollelektronischen Handels eine weltweite Pionierrolle einnahm. Seither lässt sich eine spannende Entwicklung des ETF Handels beobachten. Einerseits führten wir 2020 Quote on Demand, unser börseneigenes RFQ-Modell ein, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Andererseits werden auch im zentralen Limit Orderbuch zunehmend ETF Algorithmen eingesetzt. Während vor fünf Jahren noch weniger als 10% der ETF Abschlüsse aus ETF Algorithmen hervorging, werden aktuell bereits 30% des Kundenflusses mithilfe eines Algorithmus gehandelt. Konkret auf den Handel bezogen, haben wir durch laufende Investitionen in die Leistungsfähigkeit unserer Plattform sichergestellt, dass das Wachstum des Marktes nie an technologische Grenzen gestossen ist. Bis heute zeichnen hohe Liquidität, schnelle Auftragsausführung sowie stabile Systeme unseren Handelsplatz aus.
Die Schweizer Börse spielte in der Erfolgsgeschichte von ETFs also eine zentrale Rolle?
Im Zentrum stehen unsere Kunden. Dazu gehören in erster Linie die Emittenten und Market Maker sowie private und institutionelle Investoren. Aber auch Partner wie Anbindungs-Provider, Indexanbieter sowie Datenspezialisten wie ULTUMUS, eine Tochterfirma der Geschäftseinheit Financial Information von SIX, und natürlich auch Regulatoren. Ein erfolgreicher ETF-Marktplatz resultiert aus der guten Zusammenarbeit zwischen all diesen Stakeholdern - hier können wir einen wertvollen Beitrag leisten. Unser Anspruch war es stets, für das ETF-Ökosystem in der Schweiz eine Führungsrolle zu übernehmen und mit Innovationen neues Wachstumspotenzial zu erschliessen.
Haben Sie konkrete Beispiele für den Innovationsgeist der Schweizer Börse?
Ganz klar die Handelsdienstleistung «Quoteon Demand», kurz QOD, die seit 2020 das Auftragsbuch im «Quote Driven Market» ergänzt. QOD bietet institutionellen Anlegern die Möglichkeit, Aufträge in einem Bieterverfahren direkt mit den registrierten und wichtigsten Liquiditätsanbietern abzuwickeln. Durch die Option, mit dem bestehenden Auftragsbuch zu interagieren, hat QOD den Zugang zu zusätzlicher Liquidität ermöglicht. Ende 2023 haben wir mit QOD Europe den europaweiten börslichen RFQ-Handel für ETFs lanciert. Damit können zusätzlich zu den über 2’000 an SIX Swiss Exchange kotieren Produkten auch solche gehandelt werden, die an anderen Primärbörsen gelistet sind - ein weltweit einzigartiges Modell. Somit umfasst unser Angebot an handelbaren ETFs nun rund 7’000 Produkte.
Danielle Reischuk ist Senior ETFs & ETPs Sales Manager bei SIX
Danielle Reischuk ist seit 2011 bei SIX im der Einheit Börsen tätig. Als Senior Sales Manager ist sie verantwortlich für Betreuung bestehender sowie Akquisition neuer Emittenten im Bereich ETFs, ETPs sowie Fonds, die sie bei der Lancierung von Produkten unterstützt und durch den Kotierungsprozess führt. Ferner pflegt sie die Kundenbeziehungen zu den Market Makern und ist zuständig für die Weiterentwicklung und Vermarktung der ETF-, ETP- sowie Fond-Segmente und der Handelsplattform. Danielle Reischuk verfügt über ein lic. phil. I der Universität Zürich und spricht fünf Sprachen fliessend.
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