| Institutioneller Fokus |
27.03.2026 07:58:00
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Krypto-Debüt an der Wall Street: Abra plant NASDAQ-Listing via SPAC
Die Krypto-Vermögensplattform Abra will über eine Fusion mit einer Zweckgesellschaft an die NASDAQ gehen. Der Deal soll bis zu 300 Millionen US-Dollar an Wachstumskapital liefern.
• Die Transaktion bewertet Abra mit 750 Millionen US-Dollar
• Bis zu 300 Millionen US-Dollar könnten als Wachstumskapital fliessen
Abra fusioniert mit New Providence Acquisition Corp. III
Die Krypto-Vermögensplattform Abra Financial Holdings und die Zweckgesellschaft New Providence Acquisition haben am 16. März 2026 eine verbindliche Fusionsvereinbarung bekannt gegeben. Wie aus der gemeinsamen Pressemitteilung über BusinessWire hervorgeht, basiert die Transaktion auf einer Bewertung von 750 Millionen US-Dollar für Abra vor Abschluss der Fusion. Das fusionierte Unternehmen soll unter dem Namen Abra Financial, Inc. firmieren und an der NASDAQ unter dem Kürzel ABRX gehandelt werden.
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Durch den Deal könnten Abra bis zu 300 Millionen US-Dollar aus dem Trust-Konto der SPAC zufliessen, wobei der endgültige Betrag von Anteilsrückgaben der SPAC-Aktionäre und den Transaktionskosten abhängt. Laut der Pressemitteilung werden die bestehenden Abra-Aktionäre, darunter Adams Street, Blockchain Capital, Pantera Capital, RRE Ventures und SBI, 100 Prozent ihrer Anteile in das fusionierte Unternehmen einbringen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre beider Seiten sowie regulatorischer Genehmigungen. Als Finanzberater fungiert Cantor Fitzgerald.
Vom Retail-Anbieter zur institutionellen Vermögensplattform
Abra wurde 2014 in San Francisco gegründet und hat in den vergangenen Jahren einen grundlegenden Strategiewechsel vollzogen. Wie CoinDesk in seiner Berichterstattung vom 16. März 2026 einordnete, startete das Unternehmen unter CEO Bill Barhydt ursprünglich als mobile Krypto-Wallet und Überweisungs-App für Privatkunden. Während des Krypto-Booms baute Abra sein Angebot um Kredit- und Renditeprodukte aus und sammelte 2021 in einer Finanzierungsrunde 55 Millionen US-Dollar von Investoren wie Blockchain Capital, Pantera Capital und RRE Ventures ein.
Der Kurswechsel erfolgte nach regulatorischen Auseinandersetzungen. In den Jahren 2023 und 2024 einigte sich Abra laut CoinDesk mit US-Bundesstaaten und der Börsenaufsicht SEC auf Vergleiche im Zusammenhang mit nicht registrierten Kredit- und Wertpapierangeboten. Daraufhin stellte das Unternehmen sein US-Privatkundengeschäft ein und zahlte Kundengelder zurück. Seitdem richtet sich die Plattform ausschliesslich an institutionelle Kunden, registrierte Anlageberater, Family Offices und vermögende Privatpersonen. Die Vermögensverwaltung erfolgt über Abra Capital Management, einen bei der SEC registrierten Anlageberater.
Wachstumsziele und Produktstrategie
Abra-CEO Bill Barhydt betonte in der Pressemitteilung die Überzeugung, dass Bitcoin, Stablecoins und die Tokenisierung realer Vermögenswerte zunehmend das Rückgrat des künftigen Finanzsystems bildeten. Die Nachfrage nach kryptobesicherten Krediten, Stablecoin-basierten Renditen und weiteren Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte werde in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Das Unternehmen verwaltete laut der Pressemitteilung zum Zeitpunkt der Ankündigung Vermögenswerte in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar und strebt an, diesen Wert bis Ende 2027 auf über 10 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Die Erlöse aus der Transaktion sollen laut der Pressemitteilung in die Produktentwicklung, den Ausbau des Vertriebs und die Expansion in neue Geschäftsfelder fliessen. Dazu zählen unter anderem die Unterstützung tokenisierter realer Vermögenswerte wie Aktien und Immobilien sowie der Einstieg in dezentralisierte Finanzanwendungen über das neu gestartete Produkt AbraFi. Alex Coleman, Co-Vorsitzender von New Providence, bezeichnete Abra in der Pressemitteilung als eine überzeugende Investitionsmöglichkeit an der Schnittstelle von persönlicher Finanzplanung und digitalen Vermögenswerten.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.ch
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