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Expertenkolumne 28.08.2026 10:33:12

Der Baustein Lebensversicherung in der Nachlassplanung

Der Baustein Lebensversicherung in der Nachlassplanung

In der Schweiz werden jedes Jahr Milliardenbeträge vererbt oder verschenkt. Dabei sind zunehmend auch Vermögenswerte betroffen, bei denen Liquidität und klare Begünstigung eine zentrale Rolle spielen. Damit rückt folgende Frage in den Vordergrund: Wie lässt sich Vermögen so weitergeben, dass es im entscheidenden Moment zugänglich ist und zugleich dem Willen des Erblassers entspricht?

In vielen Fällen geht es in Sachen Nachfolge mehr um Liquidität, Klarheit und eine geordnete Umsetzung der Nachfolge. Hierfür stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung: lebzeitige Schenkungen, erbrechtliche Regelungen, Erbverträge, aber auch Versicherungslösungen. Welche Kombination passt, hängt von der familiären Situation, der Vermögensstruktur und den persönlichen Zielen ab.

Rückkaufsfähige Lebensversicherungen können dabei eine interessante Rolle spielen. Gemeint sind kapitalbildende Policen mit primärem Veranlagungscharakter, wie sie etwa im Rahmen der privaten Vorsorge eingesetzt werden. Sie verbinden Vermögensaufbau mit der Möglichkeit, Vermögen gezielt und mit klarer Struktur weiterzugeben.

Begünstigung und Liquidität als zentrale Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil einer Versicherungslösung liegt in der direkten Begünstigung. Die Todesfallleistung wird in der Regel unmittelbar an die in der Police festgelegten Personen ausbezahlt. Aus erbrechtlicher Sicht können sich hier interessante Gestaltungsmöglichkeiten ergeben, denn bei rückkaufsfähigen Lebensversicherungen wird für die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen in der Regel der Rückkaufswert und nicht die gesamte Todesfallleistung der Police berücksichtigt. Durch eine individuell definierte Risikosumme kann eine Leistung im Todesfall vereinbart werden, die das Anlagevermögen der Police unter Umständen deutlich übersteigt.

Hinterbliebenen steht beim Ableben der versicherten Person somit rasch liquides Vermögen zur Verfügung, was gerade im Todesfall entscheidend sein kann. Hypotheken, laufende Kosten oder Unterhaltsverpflichtungen bestehen weiter, auch wenn die Nachlassabwicklung mehr Zeit benötigt. Eine Versicherungslösung kann diese Phase überbrücken und kurzfristige Verkäufe von Vermögenswerten vermeiden.

Zugleich schafft eine klare Begünstigung Transparenz. Das kann besonders bei Konkubinats- oder Patchwork-Konstellationen relevant sein, in denen die gesetzliche Erbfolge nicht immer der familiären Realität entspricht. Je nach Ausgestaltung lässt sich zudem festlegen, dass Leistungen erst ab einem bestimmten Alter oder bei definierten Ereignissen ausbezahlt werden.

Vorausschauende Nachfolgeplanung

Nachlassplanung bedeutet heute weit mehr als die Regelung eines Testaments. Im Zentrum steht zunehmend die Frage, wie Vermögen geordnet, liquide und mit möglichst wenig Reibungsverlust übertragen werden kann. Rückkaufsfähige Lebensversicherungen sind dabei in der Regel ein sinnvoller Baustein - vorausgesetzt, sie werden in eine stimmige Gesamtplanung eingebettet.

Gerade bei substanziellen Vermögen lohnt es sich deshalb, bestehende Nachlassstrukturen regelmässig zu überprüfen und um liquide Elemente zu ergänzen, wo es sinnvoll ist.

Von Aron Veress, CEO, Liechtenstein Life

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