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Geändert am: 20.03.2026 19:05:16

US-Börsen: Rote Vorzeichen zum Wochenschluss -- SMI und DAX schliesslich mit Abschlägen -- Wall Street zum Handelsende leichter -- Asiens Börsen schlussendlich tiefrot

Der heimische und der deutsche Leitindex bewegten sich im Minus. Die US-Börsen zeigten sich mit einer schwächeren Tendenz. Die Börsen in Fernost gingen am Donnerstag mit Verlusten in den Feierabend.

SCHWEIZ

Der heimische Aktienmarkt präsentierte sich am Donnerstag schwächer.

Der SMI eröffnete die Sitzung auf rotem Terrain und verzeichnete auch im weiteren Verlauf Verluste, bis er 2,4 Prozent leichter bei 12'459,54 Punkten schloss.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI starteten ebenfalls leichter und verblieben auch anschliessend unter der Nulllinie. Sie beendeten den Handelstag 2,39 Prozent tiefer bei 17'379,49 Einheiten bzw. 2,43 Prozent schwächer bei 1'982,83 Stellen.

Die Talfahrt am Schweizer Aktienmarkt setzte sich am Donnerstag fort. Der Stabilisierungsversuch von Anfang der Woche hatte sich bereits am Vortag in Luft aufgelöst und die Aktienkurse sind nicht nur in der Schweiz weiter abgerutscht. Die Eskalation im Nahen Osten mit Schäden an wichtigen Gasanlagen im Iran und in Katar jagt den Ölpreis nach oben. Entsprechend steigen die Inflationssorgen und schwinden Hoffnungen auf Zinssenkungen.

Die jüngsten Signale aus den USA unterstreichen dies. Die US-Notenbank hat am Vorabend zwar wie erwartet die Zinsen stabil gehalten, Fed-Chef Jerome Powell betonte allerdings, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. Noch sehen die Prognosen für dieses Jahr eine Zinssenkung vor, Powell warnte indes, dass diese ohne Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation ausbleiben könnte.

Nach Angriffen auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am grössten Gasfeld der Welt, hatte der Iran seinerseits mit Attacken auf Gasfelder und Raffinerien in den Golfstaaten gedroht und diese Drohungen auch bereits umgesetzt. Katar hat grosse Schäden an einer Flüssiggasanlage nach einem Angriff Irans gemeldet. Katar gehört zu den grössten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas. Darüber hinaus haben die Vereinigten Arabischen Emirate nach einem Raketenangriff eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi geschlossen und US-Präsident Trump dem Iran mit einem massiven Angriff auf das wichtige Gasfeld "South Pars" gedroht.

Die Sorge um eine Energiekrise wachse, da im katarischen Ras Laffan das weltgrösste Exportterminal für verflüssigtes Gas betrieben wird, heisst es denn auch in einem Kommentar der LBBW. Die Bank sieht den Irankrieg auf einer neuen Eskalationsstufe.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt notierte auf rotem Terrain.

Der DAX startete schwächer in den Handelstag und rutschte im Anschluss tiefer in die Verlustzone. Er schloss die Sitzung 2,82 Prozent schwächer bei 22'839,56 Punkten ab.

Konjunktursorgen haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Die wichtigsten Indizes gerieten am Donnerstag stark unter Druck. Für Verunsicherung sorgte der weiter kräftige Anstieg der Ölpreise, der die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation mit entsprechend negativen wirtschaftlichen Konsequenzen schürte.

Der Ölpreis reagiert weiter sensibel auf Nachrichten zum Iran-Krieg. Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf der Online-Plattform X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.

"Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Die militärische Eskalation im Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Turbulenzen am Ölmarkt hielten die Anleger weiterhin in Atem. Steigende Energiepreise nährten die Sorge, dass der geldpolitische Gegenwind nun deutlich anziehen könnte.

Die Erwartung einer schnellen Entspannung habe sich erneut als zu optimistisch erwiesen, fuhr Emden fort. Jede neue Eskalationsmeldung stelle dieses Szenario infrage. "Was aktuell noch als fragile Hoffnung am Markt vorhanden ist, kann jederzeit in Ernüchterung umschlagen", resümierte der Experte.

Hierzulande neigte sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende zu, und die letzten Nachzügler veröffentlichten ihre Geschäftszahlen.

WALL STREET

Die US-Börsen reduzierten ihre teils deutlichen Verluste bis zum Handelsende.

Der Dow Jones eröffnete tiefer, rutschte dann zuerst weiter ab. Im späten Handel konnte er kurz auf grünes Terrain springen. Zur Schlussglocke stand dann jedoch wieder ein Abschlag von 0,44 Prozent auf 46'021,43 Punkte an der Tafel.
Der NASDAQ Composite knickte zunächst regelrecht ein, bis er seine Verluste letztlich auf -0,28 Prozent bei 22'090,69 Zählern eingrenzte.

Die Ölpreise haben am Donnerstag die Richtung an der Wall Street vorgegeben. Der weiter eskalierende Krieg im Nahen Osten und die anhaltenden Angriffe auf Energie-Infrastruktur hatten den Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zunächst bis auf knapp 119 Dollar nach oben getrieben. Doch mit Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent gaben die Ölpreise ihre Gewinne wieder ab und drehten leicht ins Minus. Bessent hatte erklärt, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen.

Bereits zur Wochenmitte hatten überraschend deutlich gestiegene Erzeugerpreise und Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell, wonach Zinssenkungen ohne Fortschritte bei der Bekämpfung der Teuerung ausbleiben könnten, kräftig auf die Stimmung gedrückt. In Europa notierten die wichtigsten Indizes zuletzt tief im Minus.

Die Stimmung werde von Risikoscheu dominiert, kommentierte Mathieu Racheter, Leiter der Aktienstrategie bei der Schweizer Privatbank Julius Bär. Die Märkte hätten weiterhin eine brisante Mischung aus geopolitischen Entwicklungen und Signalen der Zentralbanken zu verdauen, und "die erneute Eskalation im Nahen Osten lässt die Stagflationsängste wieder aufleben, gerade als sich die Anleger bis März allmählich mit der Inflationsentwicklung abgefunden hatten".

ASIEN

Die Börsen in Fernost präsentierten sich am Donnerstag mit Abschlägen.

In Tokio zeigte sich der Nikkei 225 letztlich 3,38 Prozent tiefer bei 53'372,53 Zählern.

Auf dem chinesischen Festland präsentierte sich der Shanghai Composite schlussendlich 1,39 Prozent tiefer bei 4'006,55 Indexpunkten.

In Hongkong bewegte sich der Hang Seng letztlich 2,02 Prozent im Minus bei 25'500,58 Punkten.

Deutlicher abwärts ging es am Donnerstag an den ostasiatischen Aktienmärkten. Gegenwind kam von mehreren Seiten: Zum einen sorgten die Aussagen der US-Notenbank (Fed) vom Vorabend für Verunsicherung, worauf die Wall Street bereits mit Verlusten reagiert hatte. Zum anderen stiegen die Ölpreise wieder kräftig und schürten Inflationssorgen.

Die Kernbotschaft der US-Notenbank war Unsicherheit. Sie liess erwartungsgemäss die Leitzinsen unverändert und veröffentlichte Zinsperspektiven (Dot Plots), die auf nur noch eine Zinssenkung in diesem Jahr hindeuten, und nicht mehr auf zwei wie noch beim vorangegangenen Treffen im Januar. Auch das überraschte nicht. In der begleitenden Erklärung räumte die Fed allerdings "Unsicherheit" aufgrund des Krieges im Nahen Osten ein. Und Fed-Chef Powell sagte, die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten seien ungewiss. "Die höheren Energiepreise werden die Inflation antreiben, aber es ist noch zu früh, das Ausmass abzuschätzen".

Derweil liess auch die japanische Notenbank wie erwartet die Zinsen unverändert, wies aber ebenfalls auf zunehmende Unsicherheit der Auswirkungen des Krieges auf die Inflation hin. Anders als die US-Notenbank befindet sich die japanische Zentralbank allerdings ohnehin bereits in einem Zinserhöhungszyklus und im April dürften die Zinsen weiter angehoben werden. Die Notenbanker erklärten, dass der weitere Verlauf des Nahost-Konflikts und die Entwicklung der Rohölpreise den Inflationspfad Japans beeinflussen könnten, insbesondere angesichts der starken Abhängigkeit des Landes von Energieimporten.

Unterdessen fiel der Yen im Zuge der allgemeinen Dollarstärke wieder deutlicher zurück Richtung 160 je Dollar. Das schürte zusätzlich Inflationsgefahren, weil es Importe verteuert. Angesichts der Yen-Schwäche gab es jüngst bereits wenig erfolgreiche Versuche, mit verbalen Interventionen den Yen zu stützen.

Fortgesetzte gegenseitige Angriffe im Krieg im Nahen Osten auf Energieanlagen treiben derweil die Ölpreise wieder stark nach oben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuert sich um über 4 Prozent auf rund 112 Dollar. Damit nähert sich der Preis wieder dem Höchstniveau seit Ausbruch des Krieges, als in der Spitze Preise von rund 120 Dollar aufgerufen wurden.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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19.03.26 Durchschnittliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (4-Wochen-Durchschnitt)
19.03.26 EZB-Zinssatz für die Einlagefazilität
19.03.26 EZB-Hauptrefinanzierungsgeschäfte-Zinssatz
19.03.26 ECB Monetary Policy Statement
19.03.26 CNB Interest Rate Decision
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