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05.02.2026 11:21:36

Google-Mutter Alphabet will KI-Investitionen in etwa verdoppeln

(neu: Kurs und Analysten)

MOUNTAIN VIEW (awp international) - Im Wettlauf der KI-Entwickler schraubt die Google-Mutter Alphabet ihre Milliarden-Investitionen drastisch hoch. Für das laufende Jahr stellte der Internet-Riese Kapitalausgaben von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar (148 bis 156,6 Mrd Euro) in Aussicht. Das Geld dürfte unter anderem in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) fliessen. 2025 investierte Alphabet gut 91 Milliarden.

Google konkurriert bei KI unter anderem mit dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und dem Facebook-Konzern Meta. Gegen ChatGPT und Co lässt Google seine KI-Software Gemini antreten. Allein die Gemini-App kam zuletzt auf 750 Millionen Nutzer im Monat, die Technologie kommt aber auch in Googles Suchmaschine zum Einsatz.

Zuletzt entschied sich auch Apple für die KI-Modelle hinter Gemini als Basis für eine neue Version seiner Sprachassistentin Siri. Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, Apple habe sich für den Konzern als bevorzugten Cloud-Anbieter entschieden.

Was den Google-Chef nachts wachhält

Mit den Ausgabeplänen stellt Google auch Meta in den Schatten. Der Facebook-Konzern prognostizierte für dieses Jahr zuletzt Kapitalinvestitionen von 115 bis 135 Milliarden Dollar.

Zugleich sorgt sich die Google-Chefetage, dass man möglicherweise selbst mit diesen gewaltigen Ausgaben nicht schnell genug sein könnte. Einer der Analysten stellte die Frage, was die Firmenbosse nachts wachhalte. Es sei "definitiv Computer-Kapazität" mit allen möglichen Engpässen etwa bei Energie, verfügbaren Flächen und Bauteilen, sagte Pichai. So verschlingt die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren einen grossen Teil der weltweiten Produktionskapazitäten. Als Folge steigen die Preise.

Googles Investitionsprognose sorgte für Kursgewinne bei Chipanbietern, bei denen ein grosser Teil der Ausgaben landen dürfte. Aktien des bei KI-Halbleitern führenden Nvidia-Konzerns stiegen am Donnerstag im vorbörslichen US-Handel um 1,6 Prozent, für den Chip-Anbieter Broadcom ging es um fast fünf Prozent aufwärts. Alphabet-Papiere verloren allerdings zuletzt fast zwei Prozent.

Die geplante Verdopplung der Investitionen spiegele die anschwellenden Geschäfte mit KI-Tools und der Cloud wider, schrieb Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies. Die hohe Profitabilität, die erwirtschafteten Barmittel und die starke Bilanz dürften die Investitionsbedürfnisse mehr als decken. Die Abschreibungen als Folge früherer Megainvestitionen würden aber mehr und mehr zu einem Gegenwind, schrieb Thill. Die Aktienrückkäufe habe Alphabet im vierten Quartal schon deutlich zurückgefahren, wohl wegen des Bedarfs an Geld für Investitionen.

Es gebe zwar Sorgen um die hohen Investitionen und deren Renditen, schrieb Citi-Experte Ronald Josey. Angesichts klarer Anhaltspunkte für die Nachfrage sollte Google seiner Meinung nach aber in Produkte investieren und Kapazitätsengpässe angehen. Ross Sandler von Barclays taxiert den freien Mittelzufluss im neuen Jahr nun in Richtung Nulllinie - die Kapitalmärkte müssten sich damit abfinden, den Konzern anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses zu bewerten und nicht mehr über den Barmittelfluss. Die KI-Story werde besser und die Geschäfte mit der Google-Suche zögen an - das sei das Wichtigste.

Googles Werbegeschäft in KI-Ära weiter stark

Das Geld für den rapiden Ausbau liefert nämlich weiterhin vor allem das auf Hochtouren laufende Werbegeschäft von Google. Es wuchs im Schlussquartal im Jahresvergleich um rund 13,5 Prozent auf 82,3 Milliarden Dollar. Insgesamt legten die Konzernerlöse um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verbuchte Alphabet einen Konzerngewinn von fast 34,5 Milliarden Dollar - knapp 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Entwicklung des Anzeigengeschäfts von Google wird sehr genau beobachtet. Denn Google bringt in die Suchmaschine mehr mit Hilfe von KI erstellte Zusammenfassungen ein, die Anfragen der Nutzer direkt beantworten können - auch wenn sie mitunter fehlerhaft oder ungenau sind, was dann vielen Nutzern mangels Überprüfung nicht auffällt. Damit sinkt der Anreiz, auf Links zu Originalquellen neben den Suchergebnissen zu klicken. Damit verdiente Google traditionell das meiste Geld.

Pichai sagte nun, KI-Antworten in Suchergebnissen erhöhten die Nutzung. Im KI-Modus stellten viele Leute weitere Fragen in der Suchmaschine. Wenn Menschen erst einmal anfingen, auf KI-Suchergebnisse zuzugreifen, nutzten sie die Funktion dann auch mehr./so/DP/men/lew/jha/

Analysen zu Google (A)

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