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12.02.2026 22:05:00
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Micron-CFO mit Kampfansage im Halbleiterkrieg: Aktie im Höhenflug
Spekulationen über Lieferverzögerungen und Konkurrenzdruck haben Micron-Anleger in dieser Woche umgetrieben. Jetzt gibt ein Top-Manager Entwarnung und die Aktie reagiert prompt.
• Samsung und SK hynix treiben den HBM4-Wettbewerb - aber nicht ohne Micron
• Positive Marktreaktion stärkt Micron-Aktie nach Unsicherheiten
Im Rennen um Hochleistungsspeicher für künstliche Intelligenz bahnte sich in dieser Woche eine Sensation an: Wie am Donnerstag bestätigt wurde, hat der südkoreanische Konzern Samsung die Massenproduktion seiner HBM4-Speicherchips gestartet und mit der Auslieferung an den Grosskunden NVIDIA begonnen.
"Anstatt den konventionellen Weg zu gehen und auf bewährte Designs zurückzugreifen, wagte Samsung den Sprung und setzte auf modernste Technologien wie den 1c-DRAM- und den 4-nm-Logikprozess für HBM4", wird Sang Joon Hwang, Executive Vice President und Leiter der Speicherentwicklung bei Samsung Electronics, in einer Pressemitteilung zitiert. "Durch die Nutzung unserer Wettbewerbsfähigkeit im Prozessbereich und die Optimierung unserer Designs sichern wir uns erhebliche Leistungsreserven und können so die steigenden Leistungsanforderungen unserer Kunden erfüllen, wann immer sie diese benötigen."
Dabei sind die Ziele der Südkoreaner ambitioniert: Samsung erwartet, dass sich der HBM-Absatz im Jahr 2026 gegenüber 2025 mehr als verdreifachen wird und erweitert proaktiv seine Produktionskapazitäten für HBM4. Nach der erfolgreichen Markteinführung von HBM4 wird die Auslieferung von HBM4E-Mustern voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, während kundenspezifische HBM-Muster ab 2027 gemäss den jeweiligen Spezifikationen an die Kunden ausgeliefert werden, heisst es in der Mitteilung weiter.
Hat Micron das Nachsehen?
Nachdem zum Wochenstart bereits erste Spekulationen über den Samsung-Vorstoss laut geworden waren, rückte auch Branchenkonkurrent Micron in den Fokus. Die US-Amerikaner wurden als potenzieller Verlierer der neuen Situation gesehen, insbesondere nachdem SemiAnalysis, ein auf Halbleiter und KI fokussiertes Forschungs- und Analyseunternehmen, seine Ansicht deutlich gemacht hatte, dass NVIDIA sich für die HBM4-Beschaffung für die "Vera Rubin"-Generation nahezu vollständig auf SK hynix und Samsung konzentrieren werden - Micron werde in diesem Designzyklus nicht mehr als Lieferant berücksichtigt.
Micron-CFO gibt Entwarnung
Doch der Kursrutsch der Micron-Aktie wurde ausgebremst, nachdem sich ein Verantwortlicher der Micron-Führungsebene zu Wort gemeldet hat. Auf einer Konferenz von Wolfe Research, über die MarketWatch berichtet, verbreitete Micron-CFO Mark Murphy zur Wochenmitte Zuversicht.
Murphy trat Gerüchten über technische Probleme entschlossen entgegen und zeichnete ein Bild historischer Wettbewerbsstärke. Dabei nahm er insbesondere Stellung zur Behauptung von SemiAnalysis, Micron könne NVIDIAs Anforderungen an die Pin-Geschwindigkeit für die kommende "Rubin"-GPU-Generation nicht erfüllen. Der CFO bezeichnete dies als "ungenaue Berichte" und konterte mit Fakten: Die HBM4-Produkte befinden sich bereits in der Hochlaufphase der Serienproduktion. Die Auslieferungen an Kunden seien im ersten Quartal "erfolgreich" angelaufen - und damit ein volles Jahr vor dem ursprünglichen Zeitplan.
"Wir sind von der Leistung, Qualität und Zuverlässigkeit unserer HBM4-Produkte absolut überzeugt", wird der Manager von MarketWatch zitiert. Mit Blick auf die Zukunft sagte Murphy, das Unternehmen befinde sich "in der besten Wettbewerbsposition aller Zeiten - und das zum perfekten Zeitpunkt". Der Grossteil der Nachfrage werde durch den Ausbau der KI-Infrastruktur getrieben, so der Finanzchef. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage nun noch stärker werde, da Hyperscaler wie Alphabet in ihren jüngsten Quartalsberichten ihre Investitionsprognosen angehoben hätten. Da KI-Modelle immer grösser und komplexer werden, gewinnt der Arbeitsspeicher zunehmend an Bedeutung, um längere Kontextfenster bzw. die Datenmenge, die ein Modell gleichzeitig verarbeitet, zu unterstützen.
Angebotsknappheit treibt Preise und Margen
Die enorme Nachfrage trifft derzeit auf ein sehr begrenztes Angebot, was Micron eine enorme Preismacht verleiht. Murphy wies darauf hin, dass das Unternehmen bewusst vorsichtig mit Kapazitätserweiterungen umgeht, um ein künftiges Überangebot zu vermeiden. Dennoch investiert Micron in neue Standorte, wie etwa eine moderne Wafer-Fabrik in Singapur für NAND-Speicher. Die aktuelle Schieflage zwischen Angebot und Nachfrage beschrieb Murphy drastisch: "Wir haben schlichtweg nicht genügend Kapazität, um die Nachfrage zu decken, und zwar deutlich".
Micron-Anleger erleichtert
Die verteilten Beruhigungspillen des Micron-CFO werden am Markt mit Erleichterung aufgenommen. Nachdem die Micron-Aktie bereits am Mittwoch einen kräftigen Erholungskurs einleitete fast zehn Prozent höher schloss, ging es im Handel am Donnerstag an der NASDAQ um weitere 0,88 Prozent auf 413,97 US-Dollar nach oben.
Redaktion finanzen.ch
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