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30.03.2026 22:44:00
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Bitcoin-Killer KI? Das paradoxe Verhältnis zwischen KI und Bitcoin
Die provokante These "KI hat Bitcoin getötet" sorgte zuletzt für ein Beben in der Krypto-Welt. Das sagen Branchenexperten zum Verhältnis zwischen Krypto und KI.
• Experten: Keine Schwächung des Krypto-Netzwerks erkennbar
• BlackRock sieht symbiotisches Verhältnis zwischen Krypto und KI
"Die KI hat Bitcoin endgültig getötet. Es wurde zum grössten Konkurrenten des Bitcoin-Minings. Keine weitere Kryptowährung. KI. Weil beide Branchen um dasselbe konkurrieren: Strom." Mit diesen Worten löste Krypto-Influencer Ran Neuner via Kurznachrichtendienst X eine hitzige Debatte innerhalb der Krypto-Community aus. Doch was steckt hinter der Behauptung, dass ausgerechnet künstliche Intelligenz zum "Endgegner" für Bitcoin-Miner werden könnte?
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AI has killed Bitcoin forever.
- Ran Neuner (@cryptomanran) March 15, 2026
It became Bitcoin mining’s biggest competitor.
Not another crypto.
AI.
Because both industries compete for the same thing:
electricity.
And right now, AI is willing to pay much more for it.
Bitcoin mining revenue per MW:
$57 - $129
AI data… pic.twitter.com/gN23lvRSl2
KI als "Strom-Killer" für Miner
In einem YouTube-Video mit dem Titel "How AI Just Killed Bitcoin Forever!" warnt Neuner vor der dramatischen Verschiebung auf dem Energiemarkt, die Bitcoin vor eine existenzielle Herausforderung stellt.
Lange Zeit war das Bitcoin-Mining der Hauptabnehmer für überschüssige Energiekapazitäten weltweit. Doch mit dem rasanten Aufstieg der KI hat sich das Blatt gewendet: Beide Branchen konkurrieren nun um dieselbe begrenzte Ressource - Elektrizität. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wirtschaftlichkeit, so Neuner. Während Bitcoin-Mining pro Megawatt (MW) etwa 60 bis 130 US-Dollar einbringt, generiert das Hosting von KI-Infrastruktur im gleichen Zeitraum zwischen 200 und 500 US-Dollar. Diese enorme Kluft führt dazu, dass immer mehr Miner ihre Strategie überdenken.
Zudem sei KI-Computing nicht nur deutlich profitabler, sondern liefere auch stärkere Erträge, während Bitcoin-Miner bei den aktuellen Preisen oft Verluste einfahren.
Die KI wird somit zum "Strom-Killer" für das Mining-Ökosystem. Unternehmen wie Core Scientific oder Hut 8 schwenken bereits massiv um und unterzeichnen milliardenschwere Verträge für KI-Rechenzentren. Ein besonders alarmierendes Signal sei laut Neuner der Rückzug von Branchen-Urgesteinen wie Jihan Wu, dem Mitbegründer von Bitmain, der seine Mining-Operationen nun verstärkt auf KI-Infrastruktur ausrichtet.
Warum Bitcoin trotz KI-Boom überleben wird
Analysten wie Willy Woo halten die Behauptung, KI habe Bitcoin "getötet", hingegen für technisch unbegründet, wie BENZINGA berichtet. Woo argumentiert, dass der Strompreis lediglich den Wettbewerb unter den Minern beeinflusst, für die grundlegende Netzwerksicherheit aber irrelevant sei. Dank der automatischen Schwierigkeitsanpassung (Difficulty Adjustment) bleibe das Bitcoin-System stabil, selbst wenn Miner aufgrund hoher Energiekosten aussteigen. Zwar prognostiziere CoinShares, dass der Anteil der Mining-Einnahmen bei diversifizierten Unternehmen bis Ende 2026 auf unter 20 Prozent sinken werde, doch eine Schwächung des Netzwerks sei bisher nicht erkennbar.
BlackRock: Natürliche Symbiose zwischen Krypto & KI
Auch für BlackRock ist die Künstliche Intelligenz kein Bitcoin-Killer, sondern vielmehr der entscheidende Motor für die nächste Marktphase, während das Interesse an breiten Altcoin-Portfolios massiv schwindet. Laut Robbie Mitchnick, Leiter für digitale Vermögenswerte bei BlackRock, konzentrieren sich institutionelle Investoren fast ausschliesslich auf Bitcoin und Ethereum, da der Grossteil der restlichen Token als kurzlebiger "Unsinn" ohne langfristige Relevanz eingestuft werde, wie CoinDesk berichtet. Anstatt auf spekulative Einzelwerte zu setzen, rücke die Funktion von Kryptowährungen als technologische Infrastruktur für die KI-Wirtschaft in den Vordergrund. Mitchnick beschreibt eine "natürliche Symbiose" zwischen KI als computergestützter Intelligenz und Krypto als dem dazu passenden, digitalen Geld, da KI-gesteuerte Systeme künftig kaum auf klassische Bankennetzwerke angewiesen sein werden: "KI-Agenten werden sehr wahrscheinlich nicht, Sie wissen schon, Fedwire und SWIFT nutzen. Was ist Krypto? Krypto ist computer-native Währung… KI ist computer-native Daten und Intelligenz. Und so besteht eine natürliche Symbiose," so Mitchnick.
Diese Entwicklung zeige sich ebenfalls bereits operativ im Mining-Sektor: Immer mehr Bitcoin-Miner nutzen ihre Ressourcen und Rechenzentren verstärkt für KI-bezogene Aufgaben, um von stabileren Einnahmen und der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung zu profitieren.
Ob die KI nun tatsächlich zum "Bitcoin-Killer" oder doch eher zum wichtigsten Verbündeten wird, bleibt wohl abzuwarten. Klar ist jedoch: Der Wettbewerb um Strom zwingt die Branche dazu sich weiterzuentwickeln.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch
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