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02.10.2026 13:30:00
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ETF Compass September-Review: Satelliten mit bis zu 47 Prozent Plus
Während die Core-Produkte das solide Fundament bildeten, spielten die Satelliten ihre Stärke aus. KI, Bitcoin und Cybersecurity legten kräftig zu und ein Tokenisierungs-ETP schoss um 47,1 Prozent nach oben.
Das Wichtigste in Kürze:
- Der September wurde zum Bilderbuch-Monat für die Core-Satellite-Strategie: Die Core-Produkte sorgten für ein ruhiges Fundament, während in jedem Satellite-Segment mindestens ein Baustein deutlich zulegte.
- KI- und ESG-ETFs profitierten erneut von der Stärke ausgewählter Technologiewerte. Besonders auffällig war der Swisscanto USA-ETF mit einem Plus von 5,1 Prozent.
- Die grösste Überraschung lieferte die Tokenisierung: Der 21Shares Ondo ETP schoss nach einer wichtigen BlackRock-Ankündigung um 47,1 Prozent nach oben.
Nach dem kräftigen Comeback im August mussten sich Anleger im September auf ein deutlich anspruchsvolleres Börsenumfeld einstellen. Im Vormonat hatten sich vor allem die zuvor gebeutelten KI- und Robotik-ETFs eindrucksvoll zurückgemeldet, während auch Bitcoin und Ethereum kräftig zulegten. Im September stiegen dagegen die Anleiherenditen deutlich, die US-Notenbank erhöhte erstmals seit 2023 wieder die Zinsen und der Ölpreis zog kräftig an. Breite Aktienindizes gerieten dadurch unter Druck.
Umso bemerkenswerter fiel die Entwicklung des ETF Compass aus. Die Core-Produkte bewegten sich überwiegend nur moderat und erfüllten damit ihre Rolle als stabiles Fundament. Gleichzeitig gab es in jedem der vier Satellite-Bereiche mindestens einen klaren Gewinner. Genau dieses Zusammenspiel aus Risikostreuung im Kern und zusätzlichen Renditechancen durch gezielte Themeninvestments ist die Grundidee der Core-Satellite-Strategie.
Core-Produkte: Der US-Dollar macht den Unterschied
Bei den Core-Produkten hielten sich die Ausschläge im September erwartungsgemäss in Grenzen. Der Vanguard FTSE All-World gewann 1,4 Prozent und der Xtrackers MSCI Emerging Markets ETF 1,0 Prozent. Der Swisscanto Schweiz-ETF gab dagegen um 0,94 Prozent nach.
Mit einem Plus von 2,4 Prozent führte ausgerechnet der Vanguard S&P 500 das Feld an, obwohl der US-Leitindex selbst den September leicht im Minus beendete. Der Grund liegt vor allem beim US-Dollar. Dieser wertete gegenüber dem Schweizer Franken im Monatsverlauf deutlich auf. Da der ETF nicht währungsgesichert ist, wirkte der stärkere Dollar für Anleger in Schweizer Franken wie ein zusätzlicher Renditebaustein und glich die schwächere Aktienmarktentwicklung mehr als aus.
Das Schlusslicht bildete der Amundi Core Euro Stoxx 50 mit minus 1,5 Prozent. Europas Börsen litten besonders unter steigenden Anleiherenditen und dem kräftigen Ölpreisanstieg. Die dadurch wieder zunehmenden Inflationssorgen verstärkten zugleich die Erwartungen an länger hohe beziehungsweise weiter steigende Zinsen und belasteten damit weite Teile des europäischen Aktienmarkts.
KI und Robotik: Die Rally geht weiter, aber nicht überall
Bei den KI- und Robotik-ETFs setzte sich die Erholung aus dem August teilweise eindrucksvoll fort. Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data ETF gewann weitere 7,0 Prozent und der iShares Automation & Robotics legte um 6,1 Prozent zu.
Die starke Entwicklung zeigt allerdings nur die halbe Wahrheit. Zwischenzeitlich gerieten KI-Aktien durch die Debatte über Sicherheitsrisiken künstlicher Intelligenz kräftig unter Druck. Anschliessend kehrte die Kauflaune jedoch zurück. Vor allem Halbleiterwerte legten wieder deutlich zu: AMD sprang an einem einzigen Handelstag um etwa zehn Prozent nach oben und überschritt erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar Börsenwert. Auch NVIDIA, Microsoft und weitere grosse KI-Profiteure hielten sich stark. Gerade der Xtrackers-ETF besitzt bei diesen Titeln hohe Gewichte und profitierte entsprechend.
Dass nicht jedes vermeintliche KI-Investment automatisch gleich läuft, zeigte dagegen der Amundi MSCI Smart Mobility. Mit minus 0,24 Prozent stagnierte er praktisch. Sein deutlich stärkerer Fokus auf Mobilität, Industrie und Automobilwerte sorgte dafür, dass die Rally bei Halbleiter- und Softwareaktien wesentlich weniger stark durchschlug.
Nachhaltigkeit: Technologie schlägt erneut den breiten Markt
Ein ähnliches Bild zeigte sich im Nachhaltigkeitssegment. Der Swisscanto ESGen SDG USA ETF gewann 5,1 Prozent und der Swisscanto ESGen SDG World ETF 3,7 Prozent. Damit schlugen beide erneut ihre klassischen Pendants aus dem Core.
Dahinter steckt weiterhin vor allem ihre Zusammensetzung. Beim USA-ETF entfiel zuletzt mehr als ein Fünftel des Portfolios allein auf NVIDIA. Hinzu kommen weitere grosse Positionen wie Alphabet, Micron, Tesla und AMD. Auch im Welt-ETF stehen NVIDIA, TSMC, Micron und AMD weit oben. Die konzentrierte Ausrichtung auf Technologie- und Wachstumstitel zahlte sich damit im September erneut aus.
Der iShares Global Clean Energy ETF kam dagegen lediglich auf 0,47 Prozent. Für viele Wind- und Solarunternehmen sind steigende Zinsen problematisch, weil neue Projekte häufig mit hohen Fremdkapitalinvestitionen verbunden sind. Der deutliche Renditeanstieg an den Anleihemärkten verhinderte deshalb trotz hoher Energiepreise eine grössere Rally.
Unruhige Zeiten: Bitcoin schlägt Gold deutlich
Ausgerechnet im Segment für unruhige Zeiten liefen die drei Bausteine weit auseinander. Der Swisscanto Gold ETF verlor 2,5 Prozent und der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF 1,6 Prozent.
Bei Gold sorgte vor allem die Kombination aus steigenden US-Anleiherenditen und einem stärkeren Dollar für Gegenwind. Höhere Renditen machen verzinsliche Anlagen gegenüber dem selbst nicht verzinsten Edelmetall attraktiver. Dass der Gold-ETF in Schweizer Franken deutlich weniger verlor als der Goldpreis in US-Dollar, lag wiederum am stärkeren Dollar.
Ganz anders entwickelte sich der 21Shares Bitcoin ETP, der um 9,3 Prozent zulegte. Frische Zuflüsse in Bitcoin-Produkte sorgten für zusätzliche Nachfrage. Allein in der Woche vom 21. bis 25. September flossen netto 2,4 Milliarden US-Dollar in US-Spot-Bitcoin-Produkte. Gleichzeitig erhielt die Kryptowährung Rückenwind von der erneut aufflammenden Debatte um steigende Staatsverschuldung und den langfristigen Wert klassischer Währungen.
Tokenisierung und Cybersecurity: Ein Baustein explodiert um 47 Prozent
Die mit Abstand spektakulärsten Zahlen lieferte allerdings das Segment Tokenisierung und Cybersecurity. Bereits der L&G Cyber Security ETF gehörte mit einem Plus von 10,2 Prozent zu den besten Aktien-ETFs im gesamten Compass. Ausgerechnet die wachsenden Sorgen rund um künstliche Intelligenz erwiesen sich hier als Kurstreiber. Befürchtungen, dass leistungsfähigere KI-Systeme auch Cyberangriffe erheblich vereinfachen könnten, stärkten die Erwartungen an weiter steigende IT-Sicherheitsausgaben. Mitte September sprangen Branchengrössen wie CrowdStrike und Palo Alto Networks an nur einem Handelstag zweistellig nach oben.
Noch stärker entwickelte sich der 21Shares Ondo ETP. Nach einem Minus von 9,7 Prozent im August schoss der Baustein im September um 47,1 Prozent nach oben. Ondo Finance stellte am 24. September neue sogenannte Intelligent Portfolios vor. Dabei handelt es sich um tokenisierte Portfolios, deren Modellstrategien BlackRock speziell für Ondo entwickelt hat. Die Nachricht verstärkte die Fantasie rund um die Tokenisierung klassischer Finanzanlagen erheblich. Der ONDO-Token sprang allein am Tag der Bekanntgabe um mehr als 20 Prozent nach oben.
Komplettiert wurde der starke Monat durch den 21Shares Ethereum Staking ETP mit einem Plus von 11,8 Prozent. Damit legten alle drei Bausteine des Segments zweistellig zu. Tokenisierung und Cybersecurity waren somit klar der stärkste Satellite-Bereich des Septembers.
Fazit: Genau dafür gibt es Satelliten
Der September war für den ETF Compass beinahe ein Lehrbuchbeispiel für die Core-Satellite-Strategie. Die fünf Kernbausteine kamen im Schnitt lediglich auf ein leichtes Plus von rund 0,5 Prozent und hielten die Ausschläge damit überschaubar. Gleichzeitig nutzten die Satelliten gezielt ihre Chancen: KI, nachhaltige US-Aktien, Bitcoin, Cybersecurity, Ethereum und insbesondere Ondo sorgten für deutlich höhere Renditen.
Besonders bemerkenswert ist, dass diese Gewinne nicht in einem Monat entstanden, in dem ohnehin fast alles nach oben lief. Steigende Zinsen, höhere Ölpreise und fallende breite Aktienindizes machten den September vielmehr zu einem anspruchsvollen Börsenmonat. Umso besser lässt sich an ihm die Idee hinter dem ETF Compass ablesen. Der Core soll nicht für spektakuläre Kurssprünge sorgen, sondern ein möglichst solides Fundament bilden. Für die zusätzlichen Renditechancen sind die Satelliten zuständig. Im September haben beide Seiten genau diese Aufgabe erfüllt.
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