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Wechselseitige Zölle 03.04.2025 13:57:00

Trump kündigt neues weitreichendes Zollpaket an - Finanzmärkte in Aufruhr

Trump kündigt neues weitreichendes Zollpaket an - Finanzmärkte in Aufruhr

Die USA werden einen pauschalen Zoll in Höhe von 10 Prozent auf alle Importe verhängen und noch höhere Zölle bei anderen Länder erheben, die das Weisse Haus als schlechte Handelsakteure ansieht.

US-Präsident Donald Trump erklärte bei seiner Pressekonferenz, dass er in Kürze ein Dekret über "reziproke Zölle" unterzeichnen werde. "Wir werden von anderen Ländern das verlangen, was sie von uns an Zöllen verlangen", sagte Trump. "Reziprok, das heisst, sie tun es uns an und wir tun es ihnen an, ganz einfach, einfacher geht es nicht." Trump sagte, ab Mitternacht werde ein Zoll in Höhe von 25 Prozent auf alle im Ausland hergestellten Automobile erhoben. Der neue Zollplan ist eine Kombination aus zwei Vorschlägen, die in den vergangenen Tagen von seinen Beratern diskutiert wurden: universelle Zölle oder länderspezifische Zölle. Trump hielt eine Tabelle mit einer Liste von Ländern in der Hand. Er las von der Liste ab, mit den Zöllen, die die Länder den USA auferlegten, und kündigte dann den Zoll an, den die USA als Antwort erheben werden. Er sagte, dass die USA "einen vergünstigten Gegenzoll" erheben würden, weil die USA freundlich seien. Für China würden die USA einen Zoll von 34 Prozent erheben, für Europa von 20 Prozent und für Japan von 24 Prozent. "Diese Zölle werden uns ein Wachstum bescheren, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben", sagte Trump. Er wies darauf hin, dass Unternehmen nur dann keine Zölle zahlen müssten, wenn sie ihre Produkte in den USA herstellten. Trump sagte, die Zölle seien "freundlich", weil sie nicht direkt mit den Zöllen vergleichbar seien, die andere Länder den USA auferlegten, und die meisten seien sogar viel niedriger.

Finanzmärkte in Aufruhr

Für die weltweiten Finanzmärkte zeichnet sich ein rabenschwarzer Handelstag ab - auch für die Schweizer Börse. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend seine lang erwarteten Zoll-Pläne vorgelegt.

Dabei trifft das von Trump verkündete Mega-Zollpaket nicht alle Handelspartner der USA gleichermassen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für die Schweiz hat der Präsident sehr hohe Zölle von 31 Prozent angekündigt.

Für den SMI geht es deutlich abwärts. Bereits am Mittwoch war das Barometer im Vorfeld der Zoll-Ankündigungen deutlich schwächer (-0,8%) aus dem Handel gegangen.

Nikkei letztlich 2,77 Prozent im Minus

Während in Asien die Börsen bereits mit deutlichen Abgaben auf die Nachrichten reagierten - der japanische Nikkei etwa verlor 2,77 Prozent - geht es auch für die europäischen Börsen abwärts. Auch bei den US-Börsen zeichnet sich ein schwacher Start ab. Der deutsche DAX präsentiert sich weit im Minus und auch die Futures für die Wall Street deuten tiefrote Kurse an.

Im Gegenzug sind sichere Häfen gesucht. So ist der Goldpreis in der Nacht auf einen Rekord von 3'167,84 US-Dollar geklettert.

Dollar wird gemieden

Am Devisenmarkt wiederum wird der US-Dollar gerade gemieden. Das Euro/Dollar-Paar notiert aktuell bei 1,0911. Am Mittwochabend ging es noch zu 1,0856 über den Tisch.

Auch zum Franken verliert der Greenback an Boden.

Mit Blick auf die Schweiz sollten Investoren zunächst ein Auge auf die Pharma und Uhrenbranche haben. Während Pharmaexporte mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte ausmachen, stellen die USA für die Uhrenbranche den wichtigsten Auslandsmarkt dar, fasst es der Anlagestratege Arthur Jurus von Oddo BHF in einem Kommentar zusammen.

Für Claude Maurer vom Bak Economics ist mit den Zöllen "am 2. April viel an Rechtssicherheit im internationalen Handel verlorengegangen". Machtpolitik trete an die Stelle von regelbasiertem Handeln. Fakt sei, dass alleine die Unsicherheit bereits enorme Kosten in Form von verlorener Wirtschaftsleistung verursache.

Dow Jones Newswires / Zürich (awp)

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Bildquelle: Jabin Botsford/The Washington Post via Getty Image,Drew Angerer/Getty Images,Win McNamee/Getty Images,NICHOLAS KAMM/AFP/Getty Images

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