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Rigetti Computing Aktie 117112292 / US76655K1034

Vorteile im Quantenrennen 06.03.2026 07:06:00

Abseits von D-Wave, Rigetti & Co.: Warum diese "langweilige" Quantencomputing-Aktie spannend werden könnte

Abseits von D-Wave, Rigetti & Co.: Warum diese

Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Quantencomputing ist in vollem Gange. Dabei stellt sich die Frage, welches Unternehmen die beste Ausgangsposition besitzt.

• IBM als unterschätzter Player im Quantencomputing-Sektor
• Jahrzehntelange Forschung und starke Kapitalbasis als Vorteil
• Kursentwicklung bei IBM schwächer als bei D-Wave und Co., dafür verlässliche Dividende

Wenn es um Quantencomputing geht, dürften viele Anleger zuerst an Firmen wie D-Wave Quantum, Rigetti Computing oder IonQ denken - immerhin haben diese "Pure Player" in den vergangenen Monaten sowohl mit technologischen Fortschritten als auch mit der fulminanten Entwicklung ihrer Aktien für einiges Aufsehen gesorgt. So sprang beispielsweise die Aktie von D-Wave Quantum, das sich auf seiner Unternehmenswebseite selbst als "weltweit führendes Unternehmen im Bereich Quantencomputing" bezeichnet, in den letzten zwölf Monaten an der NYSE um satte 256 Prozent nach oben (Stand: Schlusskurs vom 2. März 2026). Profitabel ist der Quantencomputingkonzern trotz aller Fortschritte indes bislang nicht.

Was jedoch oft übersehen wird: Neben diesen spezialisierten Unternehmen arbeiten auch zahlreiche weitere Tech-Konzerne am Quantencomputing, allerdings stellt dies dort nur einen von mehreren Tätigkeitsbereichen dar - genau das könnte jedoch ein deutlicher Vorteil sein. Vor allem der US-Technologiekonzern IBM könnte im Vergleich mit spezialisierten Wettbewerbern wie D-Wave Quantum, IonQ oder Rigetti die Nase vorn haben.

IBM mit jahrzehntelanger Quantencomputing-Forschung

Laut "Forbes" befasst sich IBM bereits seit den 1970ern mit Quantencomputing und betreibt Forschungen in diesem Bereich. Das Unternehmen kann dabei auf ein umfangreiches Ökosystem von Entwicklern und Forschern zurückgreifen und hat bereits früh damit begonnen, seine Quantenstrategie und die erzielten Fortschritte öffentlich zu kommunizieren. So veröffentlicht IBM in einem speziellen "Quantum"-Bereich der Unternehmenswebseite regelmässig Roadmaps, die den Ausbau von Qubit-Zahlen, Verbesserungen bei Fehlerraten und die Entwicklung hin zu fehlertoleranten Systemen skizzieren. So stellte IBM nach eigenen Angaben Ende 2025 sein erstes Nighthawk-System mit 120 Qubits für den Kundeneinsatz bereit und will bis Ende 2026 einen Quantenvorteil zu erzielen, also ein Quantensystem entwickeln, das bestimmte Probleme besser lösen kann als klassische Computersysteme. Laut "The Motley Fool" arbeitet IBM derzeit ausserdem nicht nur an einem fehlertoleranten Quantencomputer, sondern geht sogar davon aus, bis 2029 eine kommerziell nutzbare Option anbieten zu können. Dieses Ziel ist in der Branche von zentraler Bedeutung, da erst fehlertolerante Systeme als Grundlage für wirklich skalierbare, kommerzielle Anwendungen gelten.

Während auch andere Wettbewerber auf dieses Ziel hinarbeiten, fehlt ihnen häufig die Kombination aus jahrzehntelanger Forschungserfahrung, industrieller Fertigungskompetenz und globaler Infrastruktur. IBM besitzt jedoch bereits Erfahrung in den Bereichen der klassischen Hochleistungsrechner und in der Halbleiterentwicklung, auf die der Konzern zurückgreifen kann - Kompetenzen, die sich nun in der Quantenära als strategischer Vorteil erweisen könnten.

Universeller Ansatz vs. Spezialisierung

Technologisch verfolgt IBM einen gate-basierten, universellen Ansatz mit supraleitenden Qubits. Das Ziel ist ein allgemein programmierbarer Quantencomputer, der unterschiedliche Problemklassen bearbeiten kann. D-Wave hingegen setzt vor allem auf Quantum Annealing und Optimierungsprobleme, hat jedoch seine technologische Reichweite kürzlich mit der Übernahme von Quantum Circuits um Fehler-korrigierende, supraleitende Gate-Modell-Architekturen erweitert. IonQ wiederum verfolgt einen Ionenfallen-Ansatz, der für hohe Qubit-Qualität und Stabilität bekannt ist. Allerdings stellt die Skalierung auf sehr grosse Systeme eine erhebliche technische Herausforderung dar. Und Rigetti arbeitet - ähnlich wie IBM - mit supraleitenden Qubits, verfügt jedoch über deutlich geringere Ressourcen und Produktionskapazitäten. Laut "The Motley Fool" dürfte es daher im Falle von Rigetti noch mindestens fünf Jahre dauern, bis sich zeigen wird, ob das Unternehmen überhaupt ein trag- und konkurrenzfähiges Geschäftsmodell besitzt.

"The Motley Fool" verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Kapitalausstattung und die operative Grösse im direkten Vergleich mit den Quantencomputing-Unternehmen ein Vorteil für IBM sein dürften. Denn der Technologieriese erwirtschaftet Milliardenumsätze im klassischen IT- und Beratungssegment und verfügte im Geschäftsjahr 2025 über einen freien Cash-Flow in Höhe von 14,7 Milliarden US-Dollar. Somit kann IBM seine Quantenforschung langfristig finanzieren, ohne auf kurzfristige Monetarisierung angewiesen zu sein. Reine Quantum-Player wie Rigetti und D-Wave, die noch weit von der Profitabilität entfernt sind, sind hingegen stärker von Kapitalmärkten und Investorenstimmung abhängig. In Phasen hoher Zinsen oder schwacher Börsenstimmung geraten diese Unternehmen meist schneller unter Druck, was sich auf Forschungstempo und Personalstruktur auswirken kann. Gerade in einem Technologiefeld, dessen Durchbruch möglicherweise noch Jahre entfernt liegt, ist Durchhaltevermögen allerdings von strategischer Bedeutung. Denn Quantencomputing bleibt ein Hochrisikosektor - und wer über den längsten Atem und das bessere finanzielle Polster verfügt, verbessert seine Chancen erheblich.

Ökosystem als strategischer Hebel bei IBM

Ein oft unterschätzter Wettbewerbsvorteil für IBM liegt auch im Ökosystem. IBM hat mit seinem "Quantum Network" ein internationales Partnernetzwerk aus Unternehmen, Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen aufgebaut. Über Cloud-Zugänge werden Quantenprozessoren weltweit verfügbar gemacht. Gleichzeitig investiert IBM massiv in Software-Stacks wie Qiskit und in die Ausbildung von Entwicklern. Diese Kombination aus Hardware, Software und Community schafft Lock-in-Effekte und senkt die Eintrittsbarrieren für industrielle Anwender.

Kleinere Anbieter kooperieren zwar ebenfalls mit Industriepartnern, doch die Reichweite und institutionelle Tiefe des IBM-Netzwerks sind bislang einzigartig. Und für Unternehmen, die erste Pilotprojekte mit Quantencomputern starten, dürfte nicht nur die reine Qubit-Zahl entscheidend sein, sondern auch die Stabilität des Partners, Support-Strukturen und Integrationsmöglichkeiten in bestehende IT-Landschaften.

An der Börse haben D-Wave und Co. die Nase vorn

Ob IBM im Vergleich zu den reinen Quantencomputing-Aktien aber tatsächlich die bessere Wahl ist, hängt letztlich von der Perspektive ab, denn noch wurde im Quantencomputer-Rennen kein Sieger gekürt. Mit Blick auf die Aktienperformance in den letzten zwölf Monaten hinkt das IBM-Papier mit einem Minus von rund 5,5 Prozent den Anteilsscheinen von D-Wave (+256 Prozent), Rigetti (+125 Prozent) und IonQ (+71,5 Prozent) deutlich hinterher (Stand: Schlusskurse vom 2. März 2026). Für Investoren mit Fokus auf Stabilität und langfristige Skalierbarkeit spricht allerdings dennoch viel für den Technologieriesen. Denn IBM kombiniert technologische Breite, strategische Planung, globale Partnerschaften und finanzielle Stärke in einer Weise, die derzeit kaum ein Wettbewerber erreicht - und über die schwache Aktienkursentwicklung kann zumindest die regelmässige Dividendenzahlung etwas hinwegtrösten. Für Anleger, die risikobereiter sind und auf den Erfolg spezialisierter Anwendungen oder technologischer Experimente setzen wollen, können Anbieter wie D-Wave, Rigetti oder IonQ aber durchaus attraktiv sein.

Redaktion finanzen.ch

Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: NESPIX / Shutterstock.com

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