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Geändert am: 02.04.2026 09:07:32

Nach Trumps Iran-Rede: SMI und DAX starten in Rot -- Asiens Börsen fallen

Der heimische sowie der deutsche Leitindex eröffnen den Handelstag mit Verlusten. Die Börsen in Fernost präsentieren sich am Donnerstag mit negativen Vorzeichen.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich mit Abschlägen.

Der SMI eröffnet die Sitzung schwächer.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI schliessen sich der Tendenz des Leitindex an.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident Donald Trump hat am Ende nicht die erhoffte Klarheit gebracht. Investoren reagieren entsprechend enttäuscht. In Asien haben die Kurse bereits nachgegeben, die Ölpreise sind gestiegen und der US-Dollar hat zugelegt. Auch für den hiesigen Markt sowie die Europa-Börsen werden am Donnerstag Kursverluste zum Handelsstart erwartet.

Vor allem machte Trump die Hoffnungen auf Klarheit darüber zunichte, wann der Konflikt im Nahen Osten enden könnte. Vielmehr sagte er, die USA würden den Iran innerhalb weniger Wochen "extrem hart" treffen. "Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören." Gleichzeitig erklärte er, die militärischen Ziele seien fast erreicht und der Konflikt stehe kurz vor dem Ende.

Man habe durch diese Ansprache keine zusätzliche Gewissheit oder Klarheit hinsichtlich des Zeitplans gewonnen, und genau darauf hatte der Markt gewartet, kommentiert ein Stratege. Die Tatsache, dass der Markt mit weiteren Wochen voller Aktivitäten rechnen müsse, dass Bodentruppen nicht ausgeschlossen wurden und dass die Drohungen, die Infrastruktur anzugreifen, bekräftigt wurden, werde den Markt wieder in die Defensive drängen, insbesondere da das lange Osterwochenende bevorstehe, sagte er weiter.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex startet am Donnerstag mit negativen Vorzeichen in die Sitzung.

Der DAX eröffnet den Handel 1,56 Prozent schwächer bei 22'935,23 Punkten.

Nach der Rede von US-Präsident Donald Trump zur Nation mit erneuten Drohungen gegen den Iran dürfte der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder auf Talfahrt gehen. Vor dem langen Osterwochenende, in das auch der Ablauf des Ultimatums von Trump gegen Teheran fällt, minimieren die Anleger ihre Risiken. Am 6. April läuft die von ihm verlängerte Frist zur Zerstörung von Energieanlagen aus, mit der Trump die Öffnung der Strasse von Hormus erzwingen wollte.

Trump stellte in seiner Rede zwar erneut ein Ende des Krieges in Aussicht, bekräftigte aber frühere Drohungen. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen, sagte er. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben, potenziell wie schon angekündigt auch gegen Kraftwerke des Landes. "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen", sagte Trump. In der Zwischenzeit liefen weitere Gespräche.

Zuletzt hätten sich die Anleger mit dem Begriff des "Herunterfahrens" des Krieges angefreundet und sich kurzfristig auf die Käuferseite geschlagen, bemerkte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Trumps Rede klingt jedoch eher danach, als würde es jetzt erst richtig losgehen. An der für die Märkte so belastenden Lage ändert Trumps Auftritt nichts: Die Strasse von Hormus bleibt geschlossen, die Ölpreise bleiben hoch, gegenseitige Angriffe gehen unvermindert weiter - und eine Aussicht auf einen Deal ist in weiter Ferne", ergänzte Stanzl.

WALL STREET

Die Trump-Rally lief auch am Mittwoch an den US-Börsen noch ein Stückchen weiter nach oben.

Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 46'566,48 Punkten in den Feierabend.
Auch der NASDAQ Composite schloss fester und gewann am Ende 1,16 Prozent auf 21'840,95 Zähler.

Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatte die Wall Street bereits am Vortag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen. Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit dem Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen. Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Laut Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, wird es sich um eine "wichtige Rede" handeln. Sie ist für Donnerstag um 3.00 Uhr MESZ angesetzt.

"Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es eindeutig noch zu früh, um schon jetzt 'Entwarnung' zu geben. Marktteilnehmer werden konkrete Fortschritte in Richtung Deeskalation sehen wollen, und nicht nur positiv klingende Rhetorik, bevor sie das Risikoniveau wesentlich erhöhen", warnt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone vor übertriebener Euphorie.

ASIEN

Die Börsen in Asien bewegen sich am Donnerstag nach unten.

In Tokio notiert der Nikkei 225 zwischenzeitlich 2,37 Prozent tiefer bei 52'510,22 Punkten.

Auch auf dem chinesischen Festland geht es nach unten: Der Shanghai Composite notiert stellenweise 0,94 Prozent im Minus bei 3'911,33 Zählern.

In Hongkong sinkt der Hang Seng zeitweise um 1,28 Prozent auf 24'965,92 Punkte.

US-Präsident Donald Trump bestimmt weiter die Schlagzeilen und das Marktgeschehen an den asiatischen Börsen. Denn die drehen am Donnerstag nach anfänglichen Aufschlägen ins Minus in Reaktion auf die Trump-Rede zum Iran-Krieg. Der US-Präsident machte Hoffnungen über ein rasches Ende des Nahostkrieges zunichte. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen. Zugleich drohte er aber auch, er werde wenn nötig den Iran in die "Steinzeit" befördern. Marktakteure zeigen sich enttäuscht. Der Markt preise ein Teil der Vortageseuphorie wieder aus, heisst es. Während Aktien nachgeben, steigen Notierungen für Erdöl und den Fluchthafen Dollar.

Jede Hoffnung auf klare Leitlinien für ein Ende des Konflikts im Iran sei nach der Rede von Trump zunichte gemacht worden, meint ANZ-Rohstoffstratege Daniel Hynes. "Das hat der Risikobereitschaft einen Schlag versetzt", sagt er. Zur Ölpreisentwicklung sagte Trump, Länder, die Öl über die Seestrasse von Hormus bezögen, müssten sich um diese Passage selbst kümmern. "Sie müssen es in die Hand nehmen und es wertschätzen, sie können das leicht tun. Wir werden hilfreich sein, aber sie sollten die Führung beim Schutz des Öls übernehmen, von dem sie so dringend abhängig sind." Damit dürfte die Meerenge bis auf Weiteres faktisch geschlossen bleiben, was die Ölpreise weiter nach oben hieven dürfte.

Laut Nomura-Stratege Chetan Seth bleiben die kurzfristigen Aussichten am asiatischen Aktienmarkt getrübt, da die Märkte weiterhin von Schlagzeilen bestimmt würden. Der Analyst rät aufgrund von Konjunktur- und Ertragsrisiken bei indischen und, in geringerem Masse, bei Aktien aus Indonesien und den Philippinen zur Vorsicht. Im Gegensatz dazu dürften die Märkte in Malaysia, Hongkong und China relativ widerstandsfähig bleiben.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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