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Geändert am: 06.11.2024 22:03:26

US-Wahl im Blick: SMI und DAX fallen letztlich zurück -- Dow mit Rekord -- Nikkei kräftig gestiegen - Hang Seng letztlich tiefrot

Anleger sowohl am heimischen als auch am deutschen Aktienmarkt verliess am Mittwoch im Tagesverlauf der Mut. An der Wall Street ging es am Mittwoch aufwärts. Die asiatischen Börsen tendierten daneben zur Wochenmitte in verschiedene Richtungen.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt tendierte im Handel zur Wochenmitte etwas tiefer.

Der SMI begann den Tag weit im Plus und verweilte auch anschliessend dort. Im Späthandel kippte die Stimmung dann. Der Leitindex gab seine Gewinne ab und verzeichnete letztlich leichte Verluste. Sein Schlussstand: 11’847,29 Zähler (-0,16 Prozent).

Die Nebenwerteindizes SPI und SLI gaben ebenso leicht nach. Während der SPI 0,23 Prozent auf 15’776,36 Stellen abgab, verlor der SLI 0,01 Prozent auf 1’945,25 Punkte.

Die Euphorie über den klaren Wahlausgang in den USA ist nach dem Mittag verflogen. Nachdem diese den SMI im frühen Handel zeitweise auf über 12'100 Punkte gehievt hatte, war der Leitindex am Nachmittag deutlich unter die Marke von 11'900 Zählern gefallen. Die Freude darüber, dass in den USA die im Vorfeld wegen eines womöglich sehr knappen Ergebnisses befürchtete Hängepartie ausgeblieben sei, habe auf dem alten Kontinent nicht lange angehalten, meinten Händler. Es sei zu Gewinnmitnahmen gekommen. Ausserdem befürchteten manche Börsianer, dass Europa ein Verlierer der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trumps sein könnte. Stichwort: Handelskrieg.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Mittwoch in Rot.

Der DAX gewann zum Ertönen der Startglocke noch hinzu. Im weiteren Verlauf konnte er zunächst weiterhin Zuwächse verbuchen. Am Nachmittag drehte der Wind dann, alle Gewinne wurden abgegeben und das Börsenbarometer fiel deutlich ins Minus. Letztlich ging es 1,13 Prozent auf 19'039,31 Stellen bergab.

Donald Trump gewann nach Erhebungen und Prognosen amerikanischer Medien die Präsidentschaftswahl in den USA. Trump stellte für seine zweite Amtszeit unter anderem hohe Einfuhrzölle und Steuersenkungen in Aussicht.

"Es war wohl wieder einmal die Wirtschaft, die den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen im Wesentlichen entschieden hat", vermutet Robert Greil, Chefstratege beim Bankhaus Merck Finck. So hätten viele Amerikaner die stark gestiegenen Preise beklagt - auch wenn daran eher die Nachwirkungen der Covid-Pandemie Schuld gewesen seien als die Administration des noch amtierenden Präsidenten Joe Biden. Das habe jedoch "für viele Bürger an der Wahlurne offensichtlich keine grosse Rolle gespielt", so Greil.

WALL STREET

Am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl ging es deutlich nach oben.

Der Dow Jones startete schon höher und zog im weiteren Verlauf noch kräftig an, wobei er zwischenzeitlich auch ein neues Rekordhoch markierte. Zum Handelsende stand noch ein Zuwachs von 3,57 Prozent auf 43'729,87 Punkte an der Kurstafel.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite eröffnete ebenfalls stärker und gewann auch weiterhin kräftig hinzu. Auch er erreichte einen neuen Höchststand, bevor er das Geschäft 2,95 Prozent stärker bei 18'983,47 Einheiten verliess.

Der klare Sieg von Donald Trump als neuer US-Präsident wurde am Mittwoch von Rekordständen an der Wall Street begleitet. Weiter hoch laufende Kurse und damit auch eine Jahresendrally seien nach dem deutlichen Sieg Trumps und einer Mehrheit der Republikaner im Senat und möglicherweise Repräsentantenhaus ein gut denkbares Szenario, sagte ein Börsianer. Damit könne Trump durchregieren und etwa Steuern senken, die Ölförderung ausweiten oder auch das Einwanderungsrecht verschärfen.

Laut Portfolio-Manager Thomas Altmann werde nun die sogenannten "Trump-Trades" gespielt: Der Bitcoin kletterte mit Trump als klaren Befürworter der Kryptowährung zwischenzeitlich in Rekordhöhe, die Renditen stiegen und die Kurse fielen. Denn die Umsetzung von Trumps Wahlversprechen würde die Verschuldung der USA deutlich weiter nach oben treiben. Dagegen stiegen die Aktienkurse. Denn die US-Unternehmen würden von Trumps Steuerplänen profitieren."

ASIEN

Die asiatischen Indizes präsentierten sich am Mittwoch uneinig.

In Tokio zog der japanische Leitindex Nikkei 225 schlussendlich um 2,61 Prozent an auf 39'480,67 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland tendierte der Shanghai Composite am Ende 0,09 Prozent tiefer auf 3'383,81 Zählern.
Der Hang Seng in Hongkong büsste daneben um 2,23 Prozent ein auf 20'538,38 Stellen.

An den Finanzmärkten in Asien ist am Mittwoch ein sich abzeichnender Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl gespielt worden. Auszählungen zufolge liegt Trump in Führung, der Sieg scheint ihm kaum noch zu nehmen sein. Dazu könnte Trumps Republikanische Partei in beiden Häusern des Kongresses die Mehrheit gewinnen. Trump stehe für eine gewisse Deregulierung, Steuersenkungen, Zölle und eine harte Linie bei der Einwanderung, werfen Holger Schmieding und Felix Schmidt von Berenberg voraus. Seine Politik dürfte das Wachstum wahrscheinlich vorübergehend ankurbeln, vor allem wenn die republikanische Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses es ihm erlauben sollte, die Steuern zu senken.

Der Dollar zog auf breiter Front kräftig an, an den Anleihemärkten sanken die Kurse, die Marktzinsen stiegen also und an den Aktienmärkten ging es uneinheitlich zu. Allgemein werde erwartet, dass Trump eine protektionistische, vielfach auf Strafzöllen basierende internationale Wirtschaftspolitik betreiben werde, die in der Wirkung tendenziell inflationär sei, hiess es im Handel. Die grösste Sorge der Anleger gelte aber nicht der globalen Inflation oder den geldpolitischen Trends, sondern den möglichen Auswirkungen einer protektionistischen US-Politik, sagte Katrina Ell, Volkswirtin bei Moody's Analytics. Dies sei insbesondere für Asien ein Problem und die globalen Lieferketten.

Ein Weisses Haus unter Trump könnte Chinas Wirtschaftswachstum bremsen und seine Exporte beeinträchtigen, kommentierten Ökonomen wie die von Citi. Sollte Trump die US-Wahl gewinnen und einen 60-prozentigen Zoll gegen China einführen, könnte dies Chinas Exporte um 200 Milliarden Dollar reduzieren und das BIP-Wachstum des Landes um einen Prozentpunkt verringern, so Ökonom Zhu Baoliang. Er geht davon aus, dass Peking für 2025 ein Wirtschaftswachstumsziel von "etwa 5 Prozent" festlegen wird, und sieht eine expansivere Finanzpolitik auf sich zukommen. Dazu rechnet er mit einer unterstützenden Politik, um den Konsum anzukurbeln.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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