Lufthansa Aktie 667979 / DE0008232125
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10.07.2026 16:19:23
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Lufthansa-Aktie steigt - doch Analysten uneins
Die Lufthansa-Aktie legt zum Wochenschluss wieder zu und setzt ihre jüngste Erholung fort. Gleichzeitig könnten die Einschätzungen der Analysten kaum unterschiedlicher ausfallen
- Lufthansa-Aktie setzt Erholung fort
- Analysten bleiben uneins
- Kursziele steigen trotz gegensätzlicher Bewertungen
Die Lufthansa-Aktie erholt sich zum Wochenschluss deutlich: Die Titel gewinnen am Freitag auf XETRA zeitweise 1,11 Prozent auf 9,48 Euro. Seit einem Tief Ende April 2026 hatte sich die Lufthansa-Aktie in der Spitze um rund 46 Prozent erholt, bevor in der ersten Juliwoche Gewinnmitnahmen einsetzten. Doch wie nachhaltig ist die jüngste Aufwärtsbewegung? Das sagen Analysten.
Warum die DZ Bank vorsichtig bleibt
Die DZ Bank hat ihren fairen Wert für die Lufthansa-Aktie von 9 auf 10 Euro angehoben, die Einstufung aber unverändert bei "Halten" belassen. Analyst Dirk Schlamp veröffentlichte seine Studie am 10. Juli 2026, wenige Wochen vor der Vorlage der Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal. Schlamp begründet die Anhebung mit seiner Multiplikatorbewertung, erwartet für das zweite Quartal aber weiterhin einen deutlichen Gewinneinbruch. Als Gründe nennt er höhere Treibstoffkosten, Streikfolgen und ungünstigere Stückkosten im Vergleich zum Vorjahr. Damit Lufthansa das Ergebnisziel für das Gesamtjahr 2026 noch erreicht, müssten die zuletzt gestiegenen Ticketpreise nach seiner Einschätzung über weite Strecken des Jahres stabil bleiben. Die Kombination aus höherem fairem Wert und unveränderter Halten-Einstufung liest sich damit als Botschaft: fair bewertet, aber ohne klaren Kaufanreiz.
Citigroup kippt auf Verkaufen
Citigroup-Analyst Conor Dwyer stuft die Lufthansa-Aktie am 8. Juli von Neutral auf Verkaufen ab und hebt das Kursziel gleichzeitig von 8,20 auf 8,70 Euro an. Er stellt den Titel seinem Favoriten International Consolidated Airlines (IAG) gegenüber: Die britisch-spanische Holding sei niedriger bewertet, dabei profitabler, generiere mehr Barmittel und trage weniger Schulden. Die Bewertung der Lufthansa sei dagegen eine Wette darauf, dass der aktuelle Rückenwind anhält, wofür Anleger niedrigere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden müssten.
Barclays bleibt bei Underweight
Auch Barclays veröffentlicht am 8. Juli ein Update: Analyst Andrew Lobbenberg hebt das Kursziel von 6,80 auf 7,75 Euro an, belässt die Einstufung aber bei Underweight. Er begründet die Anhebung mit gesunkenen Treibstoffkosten und etwas besseren Aussichten für das europäische Sommergeschäft. Die Branche bleibe jedoch von den unberechenbaren Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine abhängig.
UBS bleibt trotz schwachem Quartal optimistisch
UBS-Analyst Jarrod Castle hebt das Kursziel für die Lufthansa-Aktie am 3. Juli von 9,60 auf 11,00 Euro an und bestätigt die Einstufung Buy. Für das zweite Quartal erwartet er einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr, hat seine Gewinnschätzung je Aktie aber wegen niedrigerer Annahmen für Kerosin und Steuern angehoben. Das Management stellt für das Gesamtjahr weiterhin ein Ergebnis deutlich über dem Vorjahresniveau in Aussicht. Die Quartalszahlen selbst stehen erst am 4. August an.
Auffällig ist, dass alle vier Häuser ihre Kursziele anheben, obwohl ihre Einstufungen von Kaufen bis Verkaufen reichen. Sinkende Kerosinkosten verbessern die Gewinnschätzungen branchenweit, während die Einschätzung zur operativen Geschichte der Lufthansa selbst gespalten bleibt. Das Management hält an seiner Prognose eines klar über dem Vorjahr liegenden Jahresergebnisses fest, doch gerade die skeptischeren Häuser stellen infrage, ob die Erholung seit dem Frühjahr bereits zu weit gelaufen ist.
Ob sich die optimistischere oder die skeptischere Lesart durchsetzt, dürfte sich an den Quartalszahlen zeigen, die Lufthansa am 4. August vorlegt.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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