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Palantir Aktie 36244719 / US69608A1088

Trading Signals 24.06.2026 16:00:00

Palantir: KI-Star mit deutlichen Rissen

Palantir: KI-Star mit deutlichen Rissen

Der Datenanalysespezialist wächst in den USA rasant und hob zuletzt die Prognose an. Doch an der Börse zählen derzeit andere Fakten: Europa sucht den Ausstieg, die Bewertung ist hoch und prominente Short-Seller erhöhen den Druck.

Für Palantir wird Europa zunehmend ungemütlich. Ausgerechnet in jenem Geschäft, das dem US-Datenanalysekonzern lange Zeit eine Aura von Einzigartigkeit verliehen hat, wachsen die politischen Vorbehalte. So gab Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI soeben bekannt, die Software des US-Konzerns schrittweise durch Lösungen des heimischen Anbieters ChapsVision zu ersetzen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass in sensiblen Bereichen wie Sicherheit, Verteidigung und staatlicher Datenverarbeitung europäische Regierungen weniger abhängig von US-Technologie sein möchten. Frankreich verweist dabei auf eine digitale Souveränität, Deutschland möchte Palantir wiederum im militärischen Umfeld nicht mehr nutzen und in Grossbritannien - die Briten machen rund acht Prozent der Gesamterlöse aus - steht der millionenschwere NHS-Datenvertrag unter politischer Beobachtung. Der Gegenwind auf dem alten Kontinent nimmt also zu.

Starker Heimatmarkt

Umso stärker wirkt der Kontrast zum Heimatmarkt. In den USA läuft das Geschäft glänzend. Palantir profitiert dort von der rasant steigenden Nachfrage nach KI-gestützten Analyseplattformen, vor allem bei Behörden, Verteidigungsstellen sowie auch kommerziellen Kunden. Im ersten Quartal kletterte der Konzernumsatz auf 1,63 Milliarden US-Dollar und lag damit klar über den Analystenerwartungen. Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Geschäft: Die Erlöse mit kommerziellen Kunden sprangen um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar, das Geschäft mit US-Regierungskunden legte um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar zu. Auch beim Ergebnis überzeugte Palantir mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 33 Cent, Analysten hatten lediglich 28 Cent auf dem Zettel.

Der Konzern reagierte mit einer deutlichen Prognoseanhebung auf den guten Jahresstart. Für das Gesamtjahr stellt Palantir nun Erlöse von 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar in Aussicht, zuvor waren es 7,18 bis 7,20 Milliarden Dollar. Auch die Erwartungen für das US-Kommerzgeschäft wurden auf mehr als 3,22 Milliarden Dollar erhöht. Für das laufende zweite Quartal peilt das Management Umsätze zwischen 1,797 und 1,801 Milliarden Dollar an. Dazu kommt operativer Rückenwind aus neuen und bestehenden Staatsaufträgen: Das KI-System Maven soll langfristig im Pentagon verankert werden, zudem sicherte sich Palantir zuletzt einen Auftrag des US-Landwirtschaftsministeriums über 300 Millionen Dollar. Operativ liefert das Unternehmen also genau jene Wachstumsstory, die Anleger von einem KI-Highflyer erwarten.

Schwache Aktie

An der Börse reicht das aber scheinbar nicht mehr aus. Während viele KI-Aktien seit Monaten von Rekord zu Rekord eilen, hat bei Palantir die Stimmung gedreht. Der Kurs liegt in diesem Jahr rund ein Dittel im Minus und tauchte inzwischen sogar unter die viel beachtete Marke von 130 Dollar. Damit wird aus dem früheren Momentum-Liebling immer mehr auch ein charttechnischer Problemfall.

Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen Analystenurteile und Kursverlauf. Der Konsens bewegt sich seit Monaten stabil auf einem durchschnittlichen Kursziel von rund 200 Dollar. Das entspricht erheblichen Aufwärtserwartungen. Doch der Markt spielt nicht mit. Vielmehr steht die Frage, ob die Bewertung noch tragfähig ist, im Vordergrund. Denn Palantir wird weiterhin mit sehr hohen Multiples gehandelt. Jede Enttäuschung, jeder politische Rückschlag und jeder grössere Positionsabbau institutioneller Investoren kann bei einer solchen Bewertung überproportional auf den Kurs durchschlagen.

Genau hier setzt Michael Burry an. Der durch seine frühe Wette gegen den US-Immobilienmarkt bekannt gewordene Investor warnt schon länger vor Palantir und hat seine Skepsis jüngst erneuert. Er sieht die Aktie an einem kritischen Punkt und verweist auf eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die technisch als Warnsignal für nachlassende Aufwärtsdynamik gilt. Noch schärfer fällt seine Bewertung des fundamentalen Bildes aus: Für Burry ist Palantir ein von der KI-Fantasie getragene "Sandburg".

An fallenden Kursen profitieren

Für Anleger ist die aktuelle Situation der Palantir-Aktie eine gefährliche Mischung: Auf der einen Seite steht zwar ein starkes operatives Wachstum, auf der anderen Seite steht aber auch eine Bewertung, die keine Fehler verzeiht. Laut Burry notiert der Titel bei etwa dem 16-Fachen seines inneren Werts. Das charttechnische Bild ist ebenfalls negativ und es ist nun auch noch die Unterstützung im Bereich von 130 Dollar, die bis auf Juli 2025 zurückgeht, zu Bruch gegangen. Fällt diese Zone nachhaltig, könnte sich der Abgabedruck beschleunigen. Für sehr risikobereite Anleger eröffnet sich damit eine spekulative Möglichkeit, mit Short-Hebelprodukten auf einen Ausbruch nach unten zu setzen.

In der Pipeline von Leonteq befinden sich entsprechende Derivate, um Kursverluste in der Aktie in Gewinne für Anleger zu verwandeln. Eines davon ist der seit kurzem an der SIX kotierte Mini Future mit einem Hebel von 5,4 und einer Knock-out-Schwelle bei 136,1557 US-Dollar. Diese lässt dem Basiswert rund 15% Spielraum nach oben, eher er wertlos verfällt.

Trading Idee Palantir
Basiswert Palantir
Produktgattung Mini Future
Investmentrichtung Short
Emittent Leonteq
ISIN / Valor CH1572824071 / 157282407
Laufzeit Open End
Stand 09.06.26 08.20 Uhr
Kurs Hebelprodukt 0,892 Franken
Basispreis variabel 140,0059 US-Dollar
Knock-out-Schwelle 136,1557 US-Dollar
Hebel 5,36
Abstand zum Kock-out 15,30%
Stop-Loss 0,30 Franken
Ziel 2,00 Franken (125%)

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Bildquelle: Michael Vi / Shutterstock.com

Palantir am 24.06.2026

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