Apple Aktie 908440 / US0378331005
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| "Apple Upgrade" |
22.07.2026 17:04:00
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Apple-Aktie im Blick: Was das iPhone-Leasing wirklich bringt
Apple lässt iPhone, iPad, Mac & Co künftig im Abo-Modell verleasen und wirft damit eine Frage auf, die tiefer geht als reine Kundenfreundlichkeit.
- Apple startet am 28. Juli mit Klarna ein neues Leasing-Programm in den USA
- Das Modell soll steigende Preise bei iPad und Mac für Kunden abfedern
- Kritiker sehen im Schritt eher eine Reaktion auf Kostendruck als auf Wachstum
Apple bereitet einem Bericht von Bloomberg-Reporter Mark Gurman zufolge einen tiefgreifenden Wandel im eigenen Verkaufsmodell vor. Unter dem Namen "Apple Upgrade" soll ab dem 28. Juli in den USA ein Leasing-Programm starten, das es Kunden erlaubt, iPhone, iPad, Mac und Apple Watch monatlich zu bezahlen, statt sie einmalig zu erwerben. Finanziert wird das Angebot vom schwedischen Fintech-Unternehmen Klarna, das als Kapitalgeber im Hintergrund steht.
Ein Abo-Modell für die gesamte Geräteflotte
Laut dem Bericht funktioniert Apple Upgrade wie ein klassisches Fahrzeugleasing: Kundinnen und Kunden zahlen über die Laufzeit hinweg feste Monatsraten, können das Gerät vorzeitig abbezahlen, während der Laufzeit auf ein neueres Modell wechseln oder es am Laufzeitende behalten beziehungsweise zurückgeben. Für iPhone und Apple Watch soll die Leasing-Laufzeit 24 Monate betragen, für Mac und iPad 36 Monate. Ein Soft-Check der Kreditwürdigkeit ist Voraussetzung, eine Einbindung von AppleCare ist im Gegensatz zum bisherigen Ratenprogramm nicht vorgesehen. Einstiegsmodelle wie das iPhone 16, das günstigste iPad, die Apple Watch SE sowie geschäftliche und schulische Käufe bleiben laut dem Bericht aussen vor.
Speicherchip-Kosten als eigentlicher Auslöser
Der Zeitpunkt des neuen Programms fällt in eine Phase, in der Apple die Preise für iPad und MacBook bereits angehoben hat, während iPhone-Preise bislang unverändert blieben. Hintergrund ist offenbar der branchenweite Engpass bei Speicher- und Arbeitsspeicherchips und die damit verbundenen Preiserhöhungen, die durch die Nachfrage der KI-Rechenzentrumsindustrie ausgelöst wurden. Apple kann die gestiegenen Bauteilkosten nach eigener Einschätzung nicht länger vollständig von den Endkundenpreisen abschirmen. Für den Herbst werden daher zudem auch neue iPhone-Modelle mit voraussichtlich höheren Einstiegspreisen erwartet.
Altes Ratenprogramm wird abgelöst
Apple plant laut dem Bericht ausserdem, keine neuen Kundinnen und Kunden mehr in die bisherigen Standard-Finanzierungspläne für das iPhone aufzunehmen, um Platz für das neue, breiter angelegte Angebot zu schaffen. Das deutet darauf hin, dass es sich nicht um ein zusätzliches Nischenprodukt handelt, sondern um einen strukturellen Umbau des gesamten Verkaufsmodells über die komplette Geräteflotte hinweg.
Wachstumsstory oder Antwort auf Kostendruck?
Offiziell wird Apple Upgrade laut Bloomberg mit dem Ziel verknüpft, den Absatz anzukurbeln. Bei näherer Betrachtung wirkt die Reihenfolge der Ereignisse jedoch eher wie eine defensive Massnahme: Erst steigen die Bauteilkosten, dann die Gerätepreise, und erst danach kommt das Finanzierungsangebot, das die höheren Preise für Kundinnen und Kunden in kleinere, leichter verdaubare Monatsraten zerlegt. Ob damit tatsächlich zusätzliche Stückzahlen verkauft werden oder lediglich verhindert wird, dass die Kostenwelle den Absatz bremst, lässt sich vor dem eigentlichen Start nicht vorhersagen.
Für die Investorenseite hat das Modell jedoch einen weiteren Reiz: Monatliche Leasingzahlungen liefern einen gleichmässigeren, besser planbaren Zahlungsstrom als der klassische Einmalkauf und rücken das Hardwaregeschäft damit näher an die Planbarkeit des Servicegeschäfts heran. Die Höhe der für die verschiedenen Geräte geplanten Monatsraten ist aktuell jedoch noch nicht bekannt. Ebenso fehlen derzeit noch Informationen zu Anzahlungen und Rückgabebedingungen sowie eine offizielle Bestätigung von Apple. Ob das Leasing-Modell den Absatz letztlich tatsächlich stützt, dürfte sich erst an den Rückmeldungen zur tatsächlichen Kundennachfrage in den Wochen nach dem Start ablesen lassen.
Bislang brachte die Nachricht der Apple-Aktie noch keinen grösseren Schwung: Nachdem das Papier den Dienstagshandel an der NASDAQ bei 327,74 US-Dollar um 0,35 Prozent höher beendet hatte, geht es am Mittwoch zeitweise 0,80 Prozent auf 325,12 US-Dollar nach unten. Die Klarna-Aktie legte hingegen am Dienstag an der NYSE um 1,44 Prozent auf 19,03 US-Dollar zu und verbucht im Mittwochshandel Verluste von 4,29 Prozent auf 18,21 US-Dollar.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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