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Expansionspläne 08.08.2022 23:02:00

Konkurrenz für Tesla nimmt zu: Vietnamesischer Autobauer drängt auf den US-Markt

Konkurrenz für Tesla nimmt zu: Vietnamesischer Autobauer drängt auf den US-Markt

Der Elektroautomarkt boomt und die Konkurrenz für US-Elektroautobauer Tesla nimmt zu. Neben den Traditionsautobauern, die auf Elektromobilität umstellen, sind in den letzten Jahren auch zahlreiche junge Autofirmen aus dem asiatischen Raum, wie NIO, XPeng oder BYD, auf der Bildfläche erschienen. Mit VinFast folgt ein weiterer Konkurrent für Tesla.

• VinFast treibt Expansionspläne voran
• Produktionsstätte in North Carolina geplant
• Showrooms in den USA, Kanada und Europa sollen noch in diesem Jahr eröffnen

Elektroautos Made in Vietnam

VinFast ist ein vietnamesischer Autobauer, der 2017 gegründet wurde und zum vietnamesischen Mischkonzern Vingroup gehört. 2017 errichtete VinFast einen hochmodernen Automobilfertigungskomplex in Hai Phong. Im Jahr darauf stellte das Unternehmen seine Lux-Modelle auf dem Pariser Autosalon offiziell vor. 2019 wurden bereits die ersten drei Modelle - die Limousine Lux A2.0, der SUV Lux SA2.0 und das Stadtauto Fadil - offiziell auf dem vietnamesischen Markt eingeführt. Im vergangenen Jahr wurde dann der Kompakt-SUV VF e34 für den vietnamesischen Markt und die grösseren vollelektrischen Premium-SUVs VF 8 und VF 9 für den globalen Markt eingeführt. Im selben Jahr kündigte VinFast seine Vollelektrik-Strategie bis 2022 an und stellte sein komplettes Angebot an Elektrofahrzeugen in allen Segmenten vor. In diesem Jahr starteten dann die Reservierungen für die vollelektrischen Modelle VF8 und VF9, deren Auslieferungen voraussichtlich noch in diesem Jahr starten sollen.

Expansion nach Europa und Amerika

Nun expandiert VinFast nach Europa und Amerika. Im Januar habe das Unternehmen laut manager magazin bereits bekannt gegeben, in Deutschland eine Fabrik für die Produktion von Elektroautos und -bussen aufzubauen - eine Kooperation bei der Suche nach einem geeigneten Standort sei mit der deutschen Aussenwirtschaftsagentur Germany Trade and Invest (GTAI) vereinbart worden.

Ende März gab es dann Neuigkeiten zu VinFasts Expansionsplänen für Amerika. So gab VinFast bekannt, dass Chatham County, North Carolina, als Standort für seine erste Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge in Nordamerika benannt wurde. Die Fabrik soll drei Hauptbereiche umfassen: die Produktion und Montage von Elektroautos und -bussen, die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge und Nebenindustrien für Zulieferer. In dem Werk sollen jährlich bis zu 150'000 Fahrzeuge produziert werden. Die Produktion soll voraussichtlich 2024 beginnen.

Daneben plant das Unternehmen noch in diesem Jahr die Eröffnung weltweiter Showrooms in den USA, Kanada und Europa. Wie manager magazin berichtet, setze VinFast bei seiner Expansion nach Europa vor allem auf Deutschland. Wie das Unternehmen bei der europäischen Premiere seiner vollelektrischen Modelle VF 8 und VF 9 bekannt gegeben habe, plane der Autobauer in Deutschland 25 Stores zu eröffnen. In Frankreich sollen 20 und in den Niederlanden fünf Ladengeschäfte entstehen.

VinFast könnte Zulieferer & Co. nach Vietnam bringen

Der VinFast-Mutter, Vingroup, gehört eine ganze Reihe von Unternehmen, darunter Einkaufszentren, Golfplätze, Wohnsiedlungen, Bildungseinrichtungen und Tech-Unternehmen. Doch mit den Fahrzeugen habe sich Gründer Pham Nhat Vuong, wie CNBC berichtet, einem Bereich zugewandt, der Vorteile für das ganze Land mit sich bringen kann. "Sein Ziel ist es, Vietnam wirtschaftlich auf die Weltbühne zu bringen", zitiert CNBC Sam Fiorani, Vizepräsident für globale Fahrzeugprognosen bei AutoForecast Solutions. "Die meisten Länder, die dieses Niveau erreichen wollen, haben einen Automobilhersteller." Laut Fiorani könnten Autohersteller verwandte Unternehmen wie Zulieferer anziehen, die wiederum zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und zu neuen Möglichkeiten führen können.

Namhafte Partner

Obwohl das Unternehmen noch recht jung ist und vor vielen Herausforderungen steht, ist es CNBC zufolge mit Mitarbeitern von bekannten Marken wie BMW besetzt und hat Lieferpartnerschaften zum Beispiel mit ZF, Gotion und Pininfarina. Daneben verkündete Vingroup Ende Mai eine Zusammenarbeit mit Intel, im Zuge derer "eine gemeinsame Vision zukünftiger fahrzeuginterner Computerplattformen" definiert werden soll "und skalierbare fahrzeuginterne Computerplattformen für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) auf der Grundlage von Mobileye-Technologie und Infotainmentsystemen" entwickelt werden sollen. Damit soll Kunden von Vingroup und VinFast "ein einzigartiges fahrzeuginternes Erlebnis" geboten werden und "eine Reihe von Dienstleistungen" geschaffen werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben, erklärt VinFast in einer Pressemitteilung. Mitte April gab VinFast ausserdem seine Pläne bekannt, "das Amazon Alexa-Spracherlebnis ab 2022 in seine Fahrzeuge zu integrieren". Die angekündigte Zusammenarbeit mit Amazon soll "Alexa-Dienste in die vollelektrischen SUVs VF 8 und VF 9 integrieren und jede Fahrt produktiver, bequemer und unterhaltsamer machen", so das Unternehmen in der Pressemitteilung zur Ankündigung.

Ob es VinFast schafft, sich zu einem ernsthaften Konkurrenten für Tesla zu entwickeln, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

Redaktion finanzen.ch


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Bildquelle: Scott Olson/Getty Images,Frontpage / Shutterstock.com