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ETN-Check 12.12.2025 21:43:00

Was sind ETNs? Das steckt hinter den börsengehandelten Schuldverschreibungen

Was sind ETNs? Das steckt hinter den börsengehandelten Schuldverschreibungen

Neben ETFs und ETCs gibt es eine dritte Gruppe börsengehandelter Produkte: Exchange Traded Notes (ETNs). Sie eröffnen Zugang zu Anlageklassen, die klassische Fonds nicht abbilden - etwa Kryptowährungen oder gehebelte Strategien. Doch wie funktionieren ETNs, und worauf gilt es zu achten?

• ETNs sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen - kein Sondervermögen
• Zugang zu Basiswerten wie Bitcoin, Ethereum oder Volatilitätsindizes
• Handel wie bei ETFs über die SIX Swiss Exchange, aber teils höhere Spreads

Was genau ist ein ETN?

Ein ETN (Exchange Traded Note) ist eine börsengehandelte Inhaberschuldverschreibung, die die Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts abbildet. Anders als bei einem ETF handelt es sich dabei nicht um einen Fonds, sondern um eine strukturierte Schuldverschreibung. Anleger erwerben mit einem ETN kein Sondervermögen, sondern ein Wertpapier, das eine Forderung gegen den Emittenten darstellt. Wie aus einem Beitrag von extraETF hervorgeht, besteht der wesentliche Unterschied zu ETFs darin, dass ein ETN keine Fondsstruktur besitzt - entsprechend gibt es Unterschiede bei der Sicherheit und der rechtlichen Behandlung, insbesondere im Insolvenzfall des Emittenten.

Während ETFs aufgrund der europäischen UCITS-Richtlinien nur Indizes mit mehreren Wertpapieren abbilden dürfen, können ETNs auch einzelne Basiswerte wie Bitcoin oder Ethereum verbriefen. Gehebelte Investments oder inverse Strategien sind in einem ETF zwar möglich, jedoch nur bis zu einem Hebel von zwei. Strategien mit höheren Hebeln oder inverse, gehebelte Anlagestrategien lassen sich daher nur über ETNs umsetzen. Wie aus einem Beitrag von Biallo hervorgeht, sind ETNs laut Edda Vogt von Deutsche Börse AG rechtlich und handelsseitig dasselbe wie ETCs - allerdings hat es sich am Markt etabliert, bei Rohstoffen von ETCs zu sprechen, während ETNs eher für exotischere Basiswerte wie Kryptowährungen oder Volatilitätsindizes verwendet werden.

Die Rolle der Besicherung

Da ETNs kein geschütztes Sondervermögen darstellen, ist das sogenannte Emittentenrisiko ein zentraler Punkt bei der Produktauswahl. Viele Emittenten reduzieren dieses Risiko durch verschiedene Formen der Besicherung. Bei Krypto-ETNs etwa ist es üblich, dass die zugrunde liegenden Coins physisch hinterlegt und treuhänderisch verwahrt werden. Im Falle einer Insolvenz besteht dann ein Anspruch auf Herausgabe dieser hinterlegten Werte.

Laut justETF kann die Zweckgesellschaft die Anlagestrategie entweder mithilfe eines Tauschgeschäfts (Swap) besichern - ähnlich wie bei synthetischen ETFs - oder der abgebildete Basiswert selbst dient zur Besicherung, indem die Zweckgesellschaft die entsprechenden Werte physisch erwirbt und verwaltet. Letztere Methode ist vor allem bei Krypto-ETNs verbreitet. Bei ETNs ist eine Besicherung allerdings nicht so häufig der Fall wie bei ETCs, weshalb insbesondere bei unbesicherten Produkten ein Emittentenrisiko besteht.

Wie funktioniert der Handel mit ETNs?

Wie justETF weiter erläutert, unterscheidet sich der ETN-Handel kaum vom ETF-Handel. Beide Instrumente werden mit einem Wertpapierprospekt an der Börse gelistet und dort in einem von der Börse überwachten Handelssegment notiert. Die Preisbildung erfolgt durch Market Maker, die kontinuierlich An- und Verkaufskurse stellen. Diese kennen den zugrunde liegenden Basiswert genau und versuchen für enge Spreads zu sorgen.

Einige Krypto-ETNs gehören zu den liquidesten Produkten an der SIX Swiss Exchange. Dennoch ist eine genaue Prüfung der Geld-Brief-Spanne (Spread) vor Ordererteilung wie bei ETFs empfehlenswert. Wie aus dem Beitrag von Biallo hervorgeht, können ETNs auf exotische Indizes relativ hohe Verwaltungskosten verursachen und ein sehr geringes Handelsvolumen vorweisen, wodurch auch die Spreads deutlich höher liegen als bei ETFs. Die Gesamtkostenquote (TER) von ETNs liegt in der Regel zwischen 0,15 Prozent und 1,50 Prozent pro Jahr, abhängig vom Basiswert und der Besicherung. Hinzu können Transaktionskosten, Depotgebühren und Kosten für die Währungsabsicherung kommen.

Für wen eignen sich ETNs?

Exchange Traded Notes sind ein flexibles und effizientes Finanzinstrument, um in Anlageklassen zu investieren, die mit klassischen ETFs nicht erreichbar sind - allen voran Kryptowährungen. Krypto-ETNs ermöglichen einen einfachen Zugang zum Kryptomarkt, ohne dass ein Wallet oder eine direkte Coin-Verwahrung erforderlich ist.

Nach Angaben von extraETF ist für ein Investment ein solides finanzielles Grundlagenwissen ebenso wichtig wie eine breite Diversifikation und eine durchdachte Asset Allocation. Insbesondere ein Blick auf das Faktenblatt (ETN-Prospekt) ist vorher unabdingbar, um die Risiken und die Besicherung des ETNs zu prüfen. Da es sich jedoch um strukturierte Schuldverschreibungen handelt, ist ein gewisses Mass an Risiko, vor allem durch das Emittentenrisiko, nicht auszuschliessen. Für Anleger mit einer soliden Finanzbildung, die den Emittenten sorgfältig prüfen und auf eine solide Besicherung achten, können ETNs laut extraETF jedoch eine wertvolle Ergänzung des Portfolios sein - insbesondere zur Diversifikation und zur Erweiterung in innovative Märkte.

D. Maier / Redaktion finanzen.ch

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