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Kryptoregulierung 28.09.2026 22:24:00

CLARITY Act gescheitert: Warum Bitwise-CIO Hougan weiter an Bitcoin glaubt

CLARITY Act gescheitert: Warum Bitwise-CIO Hougan weiter an Bitcoin glaubt

Nach dem Aus für den CLARITY Act setzen SEC und CFTC auf eigene Kryptoregeln. Bitwise-CIO Hougan sieht den Bullenmarkt intakt, aber mit Grenzen.

• CLARITY Act scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen im US-Senat
• SEC und CFTC kündigen eigene Kryptoregeln auf Basis bestehender Befugnisse an
• Bitwise-CIO Matt Hougan sieht trotz fehlendem Gesetz keinen erneuten Bärenmarkt

Das Ereignis: CLARITY Act scheitert im Senat

Der Digital Asset Market CLARITY Act, kurz CLARITY Act, ist Mitte September bei einer Verfahrensabstimmung im US-Senat gescheitert. Laut dem offiziellen Abstimmungsprotokoll des Senats kam die Vorlage auf 49 Ja- und 50 Nein-Stimmen und verfehlte damit die für eine Sachdebatte nötige Dreifünftelmehrheit von 60 Stimmen. Alle anwesenden Demokraten und die beiden Unabhängigen stimmten dagegen, zudem votierten vier Republikaner gegen die eigene Fraktion. Der Gesetzentwurf hätte die Aufsicht über digitale Vermögenswerte erstmals umfassend zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufgeteilt und war zuvor bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden. Nach dem Votum gaben mehrere kryptonahe Aktien nach, so auch die Papiere von Coinbase, die Aktie des Stablecoin-Emittenten Circle und Anteilsscheine von Robinhood.

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Reaktion der Behörden: SEC und CFTC kündigen eigene Regeln an

Nach dem gescheiterten Votum signalisierten beide zuständigen Behörden, mit eigenen Befugnissen voranzugehen. SEC-Chef Paul Atkins erklärte via X, die Behörde werde "mit oder ohne Gesetzgebung" entschlossen im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse handeln, um amerikanischen Investoren Rechtssicherheit zu verschaffen.

CFTC-Chef Mike Selig bezeichnete seine Behörde als bereit, eigene Regeln für die neue Grenze der Finanzwelt zu erlassen. Die SEC veröffentlichte bereits am 17. September eine befristete Ausnahmeregelung für den Handel mit tokenisierten Aktien über zugelassene Handelsplätze, während die CFTC am selben Tag einen eigenen Regelungsentwurf beim Weissen Haus zur Prüfung einreichte.

Einordnung von Bitwise-CIO Matt Hougan

Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, einem auf digitale Vermögenswerte spezialisierten Vermögensverwalter, revidierte nach dem Senatsvotum seine bisherige Einschätzung. Wie "The Block" berichtet, hatte Hougan das Scheitern des CLARITY Act zuvor mit dem Wetterorakel Punxsutawney Phil verglichen und weitere sechs schwierige Wochen für den Kryptomarkt vorhergesagt. Diese Prognose halte er nun nicht mehr für den wahrscheinlichsten Verlauf, schrieb er in einer Mitteilung an Kunden. Er verwies darauf, dass der Bitcoin-Kurs seit Anfang Juli von rund 57'950 auf über 80'000 Dollar gestiegen ist, während die von der Plattform Polymarket erfassten Wahrscheinlichkeiten für eine Verabschiedung des Gesetzes im gleichen Zeitraum von 39 auf 14 Prozent gefallen seien.

Wäre der Bullenmarkt von der Verabschiedung des CLARITY Act abhängig gewesen, hätte man einen Kursrückgang erwartet, so Hougan. Als Beleg für das anhaltende Engagement grosser Finanzhäuser nannte er unter anderem die Einführung eines Solana-ETFs durch Morgan Stanley sowie die Abwicklung erster tokenisierter Aktiengeschäfte durch die Depository Trust and Clearing Corporation. Gleichzeitig räumte Hougan ein, dass Regeln der Aufsichtsbehörden im Gegensatz zu einem Gesetz von künftigen Regierungen wieder geändert werden könnten und dass nur der Kongress der CFTC weiterreichende Befugnisse über den Spotmarkt für Kryptowerte verleihen könne.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Gajus / Shutterstock.com,Jaruwan Jaiyangyuen / Shutterstock.com
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